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Bad Liebenzell Gute Nachrichten machen keinen Staat

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Anhand zahlreicher Beispiele erläuterte Manfred Zoll den Begriff Wahrheit. Foto: Eitel Foto: Schwarzwälder Bote

Im Männerforum Monakam-Unterhaugstett ging es um das Thema Wahrheit. Mit vielseitigen Beispielen brachte Diakon Manfred Zoll den Forumsmännern im voll besetzten "Café Monachorum" den Wahrheitsbegriff näher.

Bad Liebenzell-Unterhaugstett. Zoll hat Kommunikationswisssenschaften studiert und ist überregional als Leiter des Projektes "Kirche unterwegs". Bekannt geworden. Damit hat er wohl allein schon aus seiner Erfahrung heraus gewusst, dass man den Begriff Wahrheit Laien nur schwer anhand komplexer philosophischer Theorien näher bringen kann.

Als Untertitel zu seinen Ausführungen hat er deshalb auch die brandaktuelle Frage "Gesellschaft und Zukunft in der Medienvielfalt" gewählt. Dies gestattete ihm, in seinen Erläuterungen einen Bogen von der biblischen Geschichte bis hin zum heutigen Phänomen von Falschmeldungen in sozialen Medien zu spannen.

Opportunität kann beeinträchtigen

"Wollen Sie die Wahrheit hören oder das, was Ihnen schmeckt?", provozierte Zoll seine Zuhörer, darüber nach-zudenken, dass reine Wahrheit häufig durch Gesichtspunkte der Opportunität beeinträchtigt würde. Er machte das deutlich an einem biblischen Beispiel. Als nämlich Pontius Pilatus zu entscheiden hatte, entweder Jesus oder Barabbas die Freiheit zu schenken. Im Interesse der Volksmeinung und seiner Machterhaltung habe er sich für Barabbas entschieden.

Ebenso muss das Ergebnis eines demokratischen Volksbegehrens nicht immer die reine Wahrheit darstellen. Ob nun gefährliche Halbwahrheiten oder Lügengeschichten, man solle immer die "W-Fragen" nach dem "wer, wie, was, wann, wo und warum" stellen, empfiehlt Zoll.

Gleiches gilt für entwürdigende Verunglimpfungen. Selbst, wenn man sie richtig stellen würde, bliebe an den Betroffenen immer "etwas hängen". Schlimm auch die Verschwörungstheorien. Stimmen sie mit vorhandenen Wahrnehmungen überein, besteht die Gefahr, dass sie als Wahrheit angenommen wer-den. Interessant dabei sei, dass im Mediengeschäft negative Nachrichten besser ankommen als gute.

Die Meldung, dass ein Hund einen Mann gebissen habe, käme kaum an. Dagegen brächte die Meldung "Mann beißt Hund" dicke Schlagzeilen, führt Zoll als Beispiel an. "Mit guten Nachrichten kann man keinen Staat machen. Dagegen verführen Schreckensnachrichten zum Lesen", beklagt er. Die im Grundgesetz verankerten Meinungs- und Pressefreiheit hingen eng zusammen, gestatten aber auch, Informationen unterhaltsam so zu verpacken, dass sie als "Wahrheit" willkommen seien.

Die abschließende lebhafte Diskussion führte von nützlichen Ratschlägen über den Umgang mit Unwahrheiten zu christlichen Glaubensgrundsätzen. Man müsse sich immer überlegen, was ein Verfasser mit seinen Lügengeschichten bezwecken wolle und selbst nach Quellen zur Wahrheitsfindung suchen. Die einzige Wahrheit sei Gott, Jesus und die Liebe, hieß die Quintessenz am Ende.

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