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Bad Liebenzell Fast wie im Tollhaus

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Bei der abschließenden Vernissage von Blechkunstwerken geht es rund. Foto: Eitel Foto: Schwarzwälder Bote

Mit einer ausverkauften Premiere ihres neuen Dreiakters "Reich sei will g’lernt sei" läutete die Möttlinger Veigelesbühne das neue Jahr ein.

Bad Liebenzell-Möttlingen. "Wenn ich einmal reich wär" besang einst der Anatevka-Milchmann Tewje seine Träume. Aber so einfach geht das Reichsein ganz und gar nicht. Das mussten auch Schlosser Max Steiner (Mario Gäckle) und sein nachbarlicher Freund Manfred Hasenberg (ein gelungenes Debüt von Fabian Haug) feststellen.

Permanente Ebbe

Im Hause Steiner herrscht permanente Ebbe in der Kasse. Peinlich wenn immer mal wieder mal der Strom abgeschaltet wird oder wenn Frau Elvira (Heike Vorgrümler) das Essen im Flecka erbetteln muss. Zum Hoffnungsschimmer wird deshalb die Nachricht, dass "Klunker Karle", ehemaliger Kumpan von Max und Manfred, im Knast verstorben ist. Da erinnert sich Max nämlich an das ihm von Karl anvertraute Kuvert. In diesem befanden sich, oh Wunder, die Diamanten aus Karls Raubzügen. Eine spannende Räuberpistole ent­wickelt sich, denn Max und Manfred können mit dem Fund nicht glücklich werden. Permanent lauern im Hintergrund Polizist Rudolf Held (Kevin Bohnenberger) mit seiner neugierigen Frau Waltraut (Sonja Gellert). Ein Teil der Glitzerbeute wird in Amsterdam verscherbelt, und das große Versteckspiel in "Scheißhäusle", "Bottscham-ber" oder durchlöcherten Unterhosen kann beginnen. Obwohl von der Bühne her ein hohes Maß an Informationen vermittelt werden muss, wird es nie langweilig. Das Publikum bedankt sich immer wieder mit Lachsalven für allerlei skurrile Situationen und flotte Sprüche. Es klatscht sogar begeistert mit, als Manfred schnapslaunig das Lied vom alten Kameraden ("Klunker Karle") zum Besten gab.

Das Stück lebt jedoch nicht allein von den erfrischend vorgetragenen Dialogen, sondern auch von der geschickt inszenierten Gegensätzlichkeit des Rollenspieles. Auf der einen Seite Schwäbische Urwüchsigkeit bei den Steiners, Hasenbergs und Helds, auf der andern Seite die beiden Hausgäste Nikolaus und Konstanze (Michael Weber und Inge Weiße). Er ein distinguierter Herr mit sonorer Stimme und hochdeutscher Diktion, sie im rosa Pelz mit überspitzer Zunge. Bemerkenswert auch das harmonische Zusammenspiel zwischen den Darstellergenerationen. Die ältere um Inge Weiße und Michael Weber, die mittlere um die schwäbischen Hauptakteure und die jüngere um Tochter Natalie Steiner (Katja Gerds ) herum. Der wohlgewachsenen Friseurin im punkigen Dress bleibt schließlich die kreative Lösung des Dilemmas vorbehalten, da sie sich auch auf die Geldwäsche versteht. Schlosser Max mutiert dabei zum Blechkünstler Maximilliano. Und in einem Finale furioso wird die Bühne zum Tollhaus.

Tolle Teamleistung

Es ist müßig, den ein oder anderen Darsteller hervorzuheben. Alle Akteure haben ihre Rolle wohl als Hauptrolle verstanden, und Gudrun Holder im Flüsterkasten hatte insoweit einen ruhigen Abend. "Die Inszenierung haben wir im Team erarbeitet", verrät Heike Vorgrümler im Gespräch das Geheimnis der engagierten Rollenidentifikation. Hut ab!

 
 

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Ralf Klormann

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