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Bad Liebenzell "Eine neue Art von Denken"

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Ines Veith bescherte dem Kreis Calw vor gut zwei Jahren den Sophi Park in Bad Liebenzell. Foto: Zoller Foto: Schwarzwälder Bote

Seit über drei Jahrzehnten lebt und arbeitet Ines Veith in ihrer Wahlheimat im Nordschwarzwald. Genauer gesagt in der Bäderstadt Bad Liebenzell, der sie vor nunmehr zwei Jahren eine Besonderheit bescherte.

Bad Liebenzell. Während außergewöhnliche Produkte in der Regel mit "Weltneuheiten" tituliert werden, ist die Konzeption und Umsetzung einer Parklandschaft nicht ganz so einfach in Worte zu greifen. Fakt aber ist und bleibt die Tatsache, dass es die Schriftstellerin und Drehbuchautorin Veith ("Die Frau vom Checkpoint Charlie") geschafft hat, einen weltweit einzigartigen Philosophen Park in einem der schönsten Täler an der Nagold zu installieren. Sie hat eigens dafür die gemeinnützige Sophi-Park-Stiftung bereits 2013 gegründet.

"Die Entstehungsgeschichte des Parks ist verrückt", resümiert Veith, die sich nach dem Tod ihres Mannes mit ganzer Kraft für die Umsetzung ihres Projektes in der Gemeinde eingesetzt und schlussendlich viele Unterstützer gefunden hat.

"Der Park liegt auf einem Grundstück, das nicht bebaut werden darf, weil hier viele Quellen der Bäderstadt sprudeln", so Veith, die schmunzelnd hinzufügt: "Etwas Besseres kann es für einen philosophischen Park nicht geben, denn schon der griechische Philosoph Heraklit tätigte den Ausspruch ›Alles fließt‹, was so viel heißt, dass nichts auf dieser Welt absolut und eindeutig ist."

Damit eröffnet der Park Perspektiven, und durch die Calwer Flussmeisterei sogar noch einzelne Sichtfenster auf das Flussbett der Nagold. Diese Atmosphäre bietet dem Park eine besondere Anziehungskraft, denn wer will, kann an der Nagold entlang spazieren gehen – oder sich auf einen philosophischen Rundweg begeben, um mit Gelassenheit "ent-stresst" die Welt der Philosophen zu entdecken.

"Das Leben ist um so vieles leichter, wenn man sich bewusst mit der Philosophie beschäftigt", sagt Ines Veith, die mit viel Akribie und Leidenschaft 100 Weisheiten aus 2500 Jahren Zeitgeschichte ausgewählt hat, um diese im Park zu präsentieren. Nach Epochen gegliedert entsteht damit eine Zeitreise, die den neugierigen Besucher fesselt.

"Immer wieder sehe ich hier Menschen stehen, die Selfies mit den Sprüchen auf den durchsichtigen Scheiben machen und damit ein Stück aus dem Park mit in ihren Lebensalltag hineinnehmen." Die Weisheiten werden nicht nur gelesen, sondern aufgenommen und mitgenommen in die heutige Welt, um sich daran zu erfreuen und, oder sich danach zu richten – Der Sophi Park als Weg zu sich selbst.

"Menschen aller Couleur und Altersgruppen erkennen damit an, dass uns die Philosophen seit vielen hundert Jahren stille Botschaften mitgegeben haben", erklärt Ines Veith, die lachend ergänzt: "Und wenn wir die nutzen, dann geht es uns besser. Davon bin ich mittlerweile fest überzeugt. Es geht nicht um wissenschaftliches Wissen, sondern um eine philosophische Werte- und Persönlichkeitsbildung jenseits von religiösen, nationalen und kulturellen Grenzen und ist für jeden Menschen ein Gewinn."

Kein Wunder also, dass der Sophi Park ein Kürzel trägt und im übertragen Sinne eigentlich soft philosophy Park heißen müsste. Die studierte Philosophin argumentiert das völlig neutral, denn Weisheiten, die für die Ewigkeit geschrieben sind, haben bis heute kaum an Bedeutung verloren. Für sie persönlich sind diese Weisheiten verlässliche Lebensbegleiter geworden, die das Leben leichter und gleichzeitig sinnvoller machen.

Dazu muss ihrer Aussage nach kein Philosophie-Studium absolviert werden. Es genügt, Einfühlungsvermögen mitzubringen und das bereits von Kindesbeinen an. "Mein größter Wunsch sind Schulklassen, die den Park in Zukunft als Lernort Philosophy nutzen."

Im Park, der ohne Eintritt frei zugänglich ist, werden diese Informationen allen Menschen frei zur Verfügung gestellt. QR-Codes geben bereitwillig Auskunft über wissenswerte Hintergrundinformationen zu den Philosophen, den Epochen und den Künstlern, die sich auf dem rund zwei Hektar großen Areal mit außergewöhnlichen Unikaten verewigt haben.

Auf die Frage, warum ein Park wie dieser so wichtig ist, antwortet die Frau, die in ihren Romanen vielen politischen Opfern eine Stimme gegeben hat mit einem Zitat von Albert Einstein: "Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit überleben will."

Ines Veith ist übrigens die Autorin, die den Bestseller "Die Frau vom Checkpoint Charlie" geschrieben und die Umsetzung als Film vorangetrieben hat. Über zwölf Millionen Menschen haben den in einen gesellschaftsrelevanten Roman verpackten Tatsachenbericht gesehen. Mit dem Park möchte Ines Veith eine andere Art von Denken aufzeigen, Menschen begeistern und unterhaltsam Lebensfreude vermitteln. Nachdem in diesem Jahr 30 Jahre Mauerfall gefeiert werden und bereits zwei Jahre ins Land gezogen sind, in denen der Park in Bad Liebenzell viele neue Freunde gefunden hat, hat die unternehmerische Autorin die Geschichte des Sophi Park und seiner soft philosophy in ein spannend neues Buch verpackt. Unter dem Titel "Sophy Park – Tübingen-Capri-Bad Liebenzell" wird ihr fünfzehntes Buch auf der Leipziger Buchmesse einem breiten Publikum vorgestellt.

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