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Bad Liebenzell Bisamratten-Bestand wird eingedämmt

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An der Nagold finden Bisamratten einen guten Lebensraum. Doch sie richten auch Schaden an. Foto: Krokauer

Sie sehen possierlich aus, doch richten unter Umständen großen Schaden an: Bisamratten. An der Nagold in Richtung Monbachtal fühlen sie sich wohl. Deshalb wurden dort in der Vergangenheit immer wieder Fallen aufgestellt. Mehr dazu erfahren Sie in unserem (SB+)Artikel.

Bad Liebenzell - Bisamfallen in Bad Liebenzell. Genauer: an der Nagold zwischen der Brücke am Netto und dem Monbachtal. Darauf machte unlängst die Stadt Bad Liebenzell aufmerksam. In unregelmäßigen Abständen sollen auf diesem Streckenabschnitt Fallen stehen, hieß es dort weiter. Doch warum eigentlich?

Die Bisamratte hält sich gerne in langsam fließenden Gewässern auf und baut dort, in Dämmen oder an Uferböschungen, ihre Wohnröhren. Und genau das ist das Problem. Denn damit richten die Tiere zuweilen großen Schaden an. Das erklärt Axel Pälchen vom Regierungspräsidium Karlsruhe auf Anfrage des Schwarzwälder Boten. Bisamratten höhlen zum Beispiel Hochwasserschutz-Bauten aus – was der Stabilität des Ganzen nicht gerade zuträglich ist. Der Hochwasserschutz erodiert "und kann dann nicht mehr schützen", erläutert Pälchen. Am Neckar sei sogar schon einmal ein Lastwagen eingebrochen, weil der Untergrund durch Bisamratten derart ausgehöhlt war. Der Grund, warum der Bestand der rund 30 Zentimeter großen Tiere nicht Überhand nehmen sollte.

In Bad Liebenzell sei das noch nicht passiert, beruhigt Pälchen. Das Aufstellen der Fallen diene lediglich dazu, den Bestand soweit auszudünnen, dass die Zahl der Tiere auch in Zukunft hinnehmbar bleibt. Die Bisamjäger werden vom Regierungsprädidium beauftragt, nachdem eine Stadt oder Gemeinde eine Anfrage geschickt hat, erklärt Pälchen die Vorgehensweise. Dann rücken die Bisamjäger mitsamt ihrer Ausrüstung an. En détail sind das mehrere Totschlagfallen, aufgebaut wie eine Mausefalle. Die Tiere werden mit Äpfeln hineingelockt ("Mit ›Golden Delicious‹ klappt es am besten", schmunzelt Pälchen) und mit einem schnellen Schlag getötet. "Sie dürfen nicht leiden", unterstreicht der Vertreter des RP Karlsruhe.

Regelmäßig kontrolliert

Die Fallen werden im Wasser positioniert. Das hat vor allem den Vorteil, dass das für Spaziergänger, Kinder und Hunde sicherer ist, erklärt Pälchen. Die Geräte sind vom Ufer aus nicht zugänglich – entsprechend läuft man nicht Gefahr, dass jemand zum Beispiel aus Neugier hineinfasst und sich an der Hand verletzt. Gut auch für die Fallen selbst. Vormals habe man auch schon welche am Ufer aufgestellt und entsprechend gekennzeichnet. Doch aus "falsch verstandener Tierliebe", wie er meint, seien diese gestohlen worden. Das ist auch der Grund, warum Pälchen nicht verrät, wo genau die Fallen stehen.

Die Totschlagfallen stehen in der Regel vier bis sieben Tage an einem Ort. In dieser Zeit werden sie regelmäßig kontrolliert, sagt Pälchen. Sind längere Zeit am Stück keine Bisamratten mehr dort zu finden, werden die Fallen abgebaut. In Bad Liebenzell wurden auf diese Weise innerhalb von sieben Tagen zirka 15 Bisamratten erwischt. "Der Bestand ist soweit ausgedünnt", so das Fazit des RP-Vertreters. Also wurden die Fallen wieder abgebaut.

Abschließend richtet Pälchen einen Appell an die Bevölkerung. Er verstehe zwar, dass Leute es schön finden, Bisamratten zu füttern. Doch davon rät er ab. "Es sind schöne, possierliche Tierchen. Aber sie richten Schaden an", stellt Pälchen klar.

Die Bisamratte stammt ursprünglich aus Nordamerika, ist auf der Homepage des Naturschutzbundes Nordrhein-Westfalen zu erfahren. Der Nager aus der Gruppe der Wühlmäuse erreicht eine Körperlänge von 25 bis 35 Zentimetern, ist dort weiter zu lesen. Die vorwiegend braunen Tiere haben einen gedrungenden Körperbau und einen schuppigen, seitlich zusammengedrückten Schwanz. Sie ernähren sich rein vegetarisch.

Oftmals wird die Bisamratte – die laut Pälchen übrigens nichts mit Ratten zu tun hat – gerne mit Nutria verwechselt. Doch letztere sind beinahe doppelt so groß, haben einen runden Schwanz und sind vor allem an ihren hervorstechend weißen Barthaaren sowie ihrer weniger spitzen Schnauze zu erkennen. Biber sind nochmal deutlich größer und haben den charakteristischen, platten Schwanz.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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