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Bad Liebenzell Auch die Seele braucht manchmal Erste Hilfe

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An der Reuchlinschule in Bad Liebenzell ging es um das Thema "Stressbewältigung". Foto: Stöß Foto: Schwarzwälder Bote

Der Stress nimmt immer mehr zu: Rolf Johnen vom Verein StadtLandKultur bildet "Traumahelfer" aus. Jetzt ist er zu Gast in der Reuchlinschule in Bad Liebenzell gewesen.

Bad Liebenzell. Zunächst wurde der Begriff "Traumahelfer" enttabuisiert. Für Johnen ist es eine "Erste Hilfe für die Seele". Es gibt sehr viele Gründe, weshalb die Seele leiden kann. Es muss nicht immer ein traumatisches Geschehen sein. Auch ist nicht jede Seele sofort verletzt. Vielmehr erlebt jeder Mensch seinen eigenen Stress. Resilienz, also seelische Widerstandsfähigkeit und Kraft in der Krise, zu erlangen, das ist es, was man jedem Kind und Erwachsenen wünscht.

Aus diesem Grund bieten die Ehrenamtlichen um Johnen, Isolde Herter und Ulrike Schneider, die das Projekt inzwischen gemeinsam leiten, ihre Hilfe auch für Schulklassen an.

Im Rahmen des Gewaltpräventionsprogrammes begleiteten die Helfer während zehn Schulstunden eine Klasse aus dem Grundstufenbereich der Liebenzeller Reuchlinschulen. Bei dem Projekt mit dem Namen "Stressbewältigung durch begleitetes Sandspiel" gingen die Helfer spielerisch und individuell auf die zwölf Kinder ein. Durch Atemtechniken, feste Rituale und gemeinsam gesungene Lieder wie "Aramsamsam" oder die gespielte "Löwenjagd" lernten die Kinder, Ängste zu erkennen und ihnen zu begegnen.

Nächste Kurse im Herbst

Rückblick: Vor gut einem Jahr bildete Thomas Löw, Professor aus Regensburg, die ersten Helfer und Begleiter aus. Mittlerweile steigt der Bedarf an Betreuungsstunden stetig an. Deshalb bietet Johnen im September eine weitere Ausbildung im Rahmen eines Abendseminars an. Dabei wird der Zeitbedarf übersichtlich bleiben. Die Ausbildung ist für die Teilnehmer kostenlos. Neben der Arbeit mit Geflüchteten werden zwischen Oktober und Dezember die nächsten Schulkurse angeboten.

Das Tolle an der Sache: Bisherige Kursteilnehmer berichten, dass sowohl Ausbildung als auch die Tätigkeit selbst für die eigene Persönlichkeit gewinnbringend sind. Ulrike Schneider beispielsweise sagte: "Mit den erlernten Entspannungstechniken kann man unangenehmen oder stressigen Situationen des Alltags viel entspannter begegnen und durch die gemeinsame Arbeit entsteht ein wohltuendes Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Traumahelfern. Ich empfinde das Projekt als großen Gewinn für alle Beteiligten."

Das Projekt unter dem Dach des Vereins StadtLandKultur wurde kürzlich mit dem Integrationspreis des Landes Baden-Württemberg 2019 ausgezeichnet. Weitere Informationen gibt es bei Rolf Johnen unter der Telefonnummer 07051/1 27 25, E-Mail: rolf.johnen@stadtlandkul tur.de und Ulrike Schneider, Telefon 07051/9 36 20 90, E-Mail: ulrike.schneider@stadt landkultur.de.

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Ralf Klormann

Fax: 07051 20077

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