Eine Genossenschaft soll das Nahwärme-Konzept in Bad Imnau umsetzen und später betreiben. Das ist das Ziel und deshalb sucht die Initiativgruppe Nahwärme Mitstreiter, die dabei mitmachen.
Am Dienstag, 17. September, soll nach über zweijähriger Planungsphase eine entscheidender Schritt getan werden. Denn dann soll bei einem Treffen im Bad Imnauer Bürgerzentrum eine Bürger-Genossenschaft gegründet werden. Die Zusammenkunft ist auf 19 Uhr angesetzt.
Diese Betreiberform wurde am Mittwoch, 24. Juli, beim bisher letzten Informationsabend der Energieagentur Zollernalb und Vertretern der anderen Projektpartner zum Stand des Projektes favorisiert. Einer Initiativgruppe die sich an diesem Abend bildete, traten gleich sechs Personen bei. Unterstützt werden sie bei den weiteren Schritten von der Energieagentur Zollernalb und der Clean Energy GmbH aus Radolfzell sowie von der Bioenergie-Genossenschaft Bittelbronn .
Die Herausforderungen beim Aufbau eines lokalen Nahwärmenetzes, das viele Häuser in Bad Imnau autark von fossilen Energieträgern machen soll, sind gewaltig. Allein die Kosten für die zu bauenden technischen Anlagen und den Aufbau eines etwa 5,2 Kilometer langen Leitungsnetzes zur Versorgung von etwa 180 Gebäuden wurde beim Info-Abend im Juli mit 19,6 Millionen Euro beziffert. Davon muss der künftige Betreiber rund 15 Millionen schultern.
Kommt die Gründung einer Genossenschaft in knapp drei Wochen zu Stande, müssen auch die bisher an der Nahwärme interessierten Imnauer Bürger Farbe bekennen. Denn sie müssten eine finale Zusage zur Beteiligung an der Nahwärmeversorgung geben und Verträge mit der Genossenschaft abschließen. Für Teilnehmer wurde bislang ein einmaliger Anschlusspreis von etwa 10 000 Euro und ein Strompreis von aktuell 13 Cent je Kilowattstunde (kWh) kalkuliert.
Auf eine Genossenschaft „BioEnergie Bad Imnau“ käme also viel Arbeit zu und deshalb wäre es natürlich umso wichtiger, dass sie so viele Mitglieder wie möglich gewinnt. Weitere Aufgaben für eine Genossenschaft wären die Fördermöglichkeiten in Bund und Land auszuschöpfen, um die Investitionskosten zu senken.
Scheitert die Genossenschaftsgründung jedoch, muss das noch lange nicht das Aus für das Nahwärme-Konzept bedeuteten. Denn dann käme optional ein externer Netzbetreiber wie Stadtwerke oder ein Energieversorger in Frage. So jemand würden dann die Energieagentur Zollernalb und Clean Energy suchen. Die Kommune müsste dann über einen entsprechenden Gestattungsvertrag entscheiden.
Die Voraussetzungen in Bad Imnau für die Realisierung eines Netzes, das aus regenerativen Energiequellen Wärme produziert und verteilt, sind aufgrund der kompakten Bebauung in der Tallage und mit den Imnauer Mineralquellen als Großabnehmer ausgesprochen gut. 53 Prozent derjenigen, die sich an einer Umfrage beteiligt hatten, zeigten Interesse an der Nahwärme, 29 Prozent wollten noch weitere Infos abwarten. Lediglich 18 Prozent zeigten dem Projekt die kalte Schulter.
Was ebenfalls in Betracht käme, wäre eine Kooperation mit der Bioenergie Bittelbronn. Wie deren Vorsitzender Erich Volm bereits im Juli angedeutet hatte, könnte sie eine Versorgungsleitung nach Bad Imnau bauen und rund 1000 Kilowatt (kW) an Leistung liefern. Die benötige Leistung liegt je nach Anschlussquote zwischen maximal 8600 und 3500 kW.