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Bad Herrenalb Weg zum Bernsteinfelsen: Fernsicht und Historisches

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Bad Herrenalb. "Zum Bernsteinfelsen" heißt die 14 Kilometer lange Rundwanderung, die am Bahnhof des Badestädtchens im Albtal startet. Etwas Kondition sollte, wer auf die Strecke zum Bernsteinfelsen geht, schon mitbringen. Denn immerhin gilt es 14 Kilometer und 522 Höhenmeter hinauf und wieder bergab zu schaffen. Belohnt werden die Wanderer aber mit herrlichen Ausblicken.

Der Rundkurs wird in einem Heft der Tourismusgemeinschaft Albtal Plus unter insgesamt 33 Streckenvorschlägen angeboten. Von Bad Herrenalb über Dobel, Straubenhardt, Ettlingen, Marxzell bis Waldbronn und Karlsbad reichen die beteiligten Gemeinden und damit die Spazier- und Wandervorschläge von zweieinhalb bis über 22 Kilometer.

Viel Interessantes

Sehr gut ist die Beschilderung der von den Herausgebern zusammen mit dem Schwarzwaldverein ausgewählten Strecke bei Bad Herrenalb. Wer dieser aufmerksam folgt, begegnet neben weit in die Landschaft reichenden Aussichten noch viel Interessantem.

Den Bernsteinweg hoch geht es fast direkt zum Bernsteinfelsen. Aber fast reizvoller ist, anfangs den Blockbergweg zu nehmen und in Richtung Bernbach loszuziehen. Rasch nach dem Start liegt aus der Vogelperspektive vom Falkenstein aus tief unten Bad Herrenalb. Bald gleiten die Augen vor Bernbach – das durchwandert wird – ins Tal des Bernbachs.

Schwäbische Sparsamkeit

In Bernbach sollte man einen Blick auf die evangelische Kirche werfen. Sie ist 2020 genau 300 Jahre alt. Sie entstand 1720, wurde 1782 erweitert und mit einem den vorherigen Dachreiter ersetzende Turm versehen. Geblieben und in schwäbischer Sparsamkeit vor 300 Jahren als Teil in die Kirchen-Westwand integriert wurde ein Stück samt damaligem Seiteneingang von der 1585 nachgewiesenen Bernbacher Betkapelle. Wohl deren schlechter Zustand um 1700 und der Bedarf nach einem größeren Gotteshaus aufgrund einer stark gewachsenen Bevölkerung hatten den Neubau ausgelöst.

Kurz nach Verlassen des Dorfes "An der Heck" wird eine Werkstatt der Staatsforstverwaltung passiert. Hier offenbart sich eine Serienherstellung von noch vollends abzuschließenden Hochsitzbauten, die wohl für das ausgedehnte Jagdgebiet um die alte badisch-württembergische Grenze gedacht sind. Die Marksteine am Wegesrand des teils zu passierenden Grenzwegs tragen auf der einen Seite das badische Wappen, auf der anderen die Hirschstangen als württembergisches Hoheitszeichen.

Gewaltig ist die Aussicht am Ziel. Über das Murgtal hinweg gleitet der Blick zu Merkur, Hornisgrinde und anderen Schwarzwaldbergen, was dem mit der Gegend weniger Vertrauten auf dem über Treppen erreichbaren Felsen eine Orientierungstafel und in der benachbarten Schutzhütte ein Plan vermitteln. Auch an dem Naturdenkmal konnten es Sprüher nicht lassen, ihre dümmlich wirkende vermeintliche Kunst aufzubringen. Am Bernsteinweg talwärts schimmert immer wieder zwischen den Bäumen ein Stück Landschaft oder ein wenig Siedlung durch.

Kleine Anlage

Nach ungefähr einem Drittel talwärts fällt auf dem Bernsteinweg – mit überwiegend fester Teerdecke – ein Stein auf, in den eingemeißelt ist: "Arbeitsdiensthalbjahr 1936 – Zug 1".

Ein ganzes Stück weiter im Tal steht eine kleine Anlage im Hang, an der ein Stein auf einem Schild vermittelt: "Bernsteinweg erbaut von RAD-Abteilung 6/262 ›Graf Eberhard der Greiner‹ 1935 bis 1937". Hier war also der sogenannte Reichsarbeitsdienst tätig, der in Herrenalb einen Standort hatte.

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