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Bad Herrenalb Mountainbiker verhindern Vogelnachwuchs

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Blick auf den Bad Herrenalber Falkenfelsen. Foto: Kugel

Bad Herrenalb - "Vermutlich gibt es in diesem Jahr wieder keinen Nachwuchs bei den Kolkraben am Herrenalber Falkenstein", stellt Dieter Schäfer fest.

Diese hätten ein Notquartier gebaut. Ihr Stamm-Nestplatz sei nämlich viel zu nah an dem vom Forst und vom Naturschutz Calw geduldeten Mountainbike-Single-Trail.

Voll im Blickfeld

Der eigentliche Stammplatz liege gleich unterhalb eines Felskopfes. "Von allen Seiten geschützt, nur nicht gegen diesen illegalen Trail, auf dem öfters schon in aller Herrgottsfrühe heruntergesaust wird", erklärt Schäfer unter anderem. Diesen Single-Trail – "in einem besonders schützenswerten Geotop innerhalb eines Naturschutz- und FFH-Gebietes" – entsprechend forstgerecht zuzumachen, habe einmal sogar dem Forstdirektor Reinhold Rau möglich erschienen. "Aber es waren nur leere Worte, geschehen ist nichts." Den gleich neben der Aussichtskanzel gelegenen Felskopf mit einfachen Mitteln zu sperren, mit Baumstämmen und Dickicht, so wie auf der anderen Seite bei den Wanderfalken, sei offenbar unmöglich.

Schäfer bemerkt: "Die Naturschutzbehörde Calw dachte darüber fast ein ganzes Jahr lang nach. Um dann doch nichts anderes zu tun, als nochmals Schilder aufzuhängen." Als früherer Naturschutzwart habe er des Öfteren auf dieses sträfliche Unterlassen hingewiesen, zumal auf dem betreffenden Felskopf immer wieder Jugendliche beziehungsweise Kinder zu sehen seien, die dort als Mutprobe "von einem zum anderen hin und her" springen würden. "Vielleicht muss da auch erst noch etwas passieren", konstatiert Schäfer.

Und weiter: "Ja, es wäre so einfach gewesen. Nun ist es so gekommen, wie es kommen musste." Der neugebaute Not-Nestplatz liege sehr ungünstig. Gleich nebenan gehe es steil abwärts. Außerdem sei dieses Nest "nicht nur nach oben, sondern auch von vorne voll im Blickfeld. Eben auch für Krähen".

"Ist das Junge durch Störungen aus diesem Nest gefallen, oder sind die Krähen schuld, die während der letzten Tage immer wieder im Streit mit den Kolkraben-Eltern waren und diese zeitweise heftig attackierten? War es nur ein Jung-Vogel? Das Not-Nest scheint völlig verlassen. Danke Forst! Nun ist Stille", so Schäfer abschließend.

Regelungen respektieren

In einer Pressemitteilung vom März 2014 machte das Landratsamt darauf aufmerksam: Immer wieder gebe es illegal Fahrradstrecken und Geschicklichkeitsparcours in der freien Landschaft. So existierten zum Beispiel in den Wäldern um Bad Herrenalb in der Nähe der Falkenfelsen Fahrstrecken, die ohne Absprache mit dem Grundstücksbesitzer sowie der Forst- und der Naturschutzverwaltung des Landratsamtes angelegt worden seien. Damit würden sowohl die Wegebauer als auch die Nutzer der Strecken gegen das Wald- und das Naturschutzgesetz verstoßen.

Radfahren im Wald sei auf Straßen und Wegen mit über zwei Metern Breite erlaubt.

Die Falkenfelsen in Bad Herrenalb seien als Naturdenkmal geschützt und Standort für besondere Pflanzen, vor allem aber Lebensstätte besonders geschützter Vogelarten, wie zum Beispiel des Wanderfalken. Durch Mountainbiker könnten die Greifvögel insbesondere bei der Brut erheblich gestört werden, was deren Population gefährde. Daher appellierte das Landratsamt Calw an alle Mountainbiker, die gesetzlichen Regelungen zu respektieren.

Die Zwei-Meter-Regelung für Waldwege habe seit ihrer Aufnahme ins Landeswaldgesetz heftige und kontroverse Diskussionen mit Radfahrverbänden ausgelöst. Als Hauptargument dagegen werde angeführt, dass gerade das Fahren auf schmalen Pfaden (Single-Trails) erst so richtig Spaß mache. Aber die sportlichen Single-Trail-Fans müssten nicht auf ihr Erlebnis verzichten. Vielfach gebe es offiziell zugelassene Strecken und sogenannte Bikeparks. Denn speziell für diese Art der Nutzung könnten in Absprache mit Waldbesitzern, Forst und Naturschutz, schmale Mountainbike-Strecken beantragt und zugelassen werden.

Die Erfahrungen des Landratsamts Calw zeigten, hieß es seinerzeit, dass die Kletterer in Bad Herrenalb mit gutem Beispiel vorangingen und sich an die in der Kletterregelung für die Falkenfelsen festgelegten Sperrzeiten zum Schutz der an den Felsen brütenden Vögel hielten.

Das Landratsamt appellierte an alle Natursportler, diesem Beispiel zu folgen, Grenzen zu respektieren, Absperrungen nicht auf die Seite zu räumen und nicht als besondere Schikane zu sehen. Denn insbesondere während der Brutzeit seien die Vögel stark gefährdet. Das kurzfristige Auskühlen der Eier, wenn das Elterntier durch eine Störung zeitweise verscheucht werde, könne zum vollständigen Brutverlust führen.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Bad Wildbad

Markus Kugel

Fax: 07051 20077

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