Traudi Maier im "Fantasiegarten", der Kunst und Natur verbindet – im Hintergrund zu sehen die Statue der "Loffenauerin" und der Bücherschrank.Foto: Zoller Foto: Schwarzwälder Bote

"Fantasiegarten": Erstmals wird "Blume des Jahres" gepflanzt

Bad Herrenalb. Der "Fantasiegarten" im Herzen der Kur­stadt Bad Herrenalb hat sich als Kleinod mit Brunnen, Pergola und Bücherschrank etabliert. Ebenso wie der "Dahliengarten", der "Klostergarten" und der "Kleine Kurgarten", den die einstigen Gartenschauführer pflegen, ist auch der "Fantasiegarten" fest in der Hand von ehrenamtlichen Helfern.

Schon von Weitem lockt die "Loffenauerin" zum Besuch. Und viele freuen sich, dass an den Grundfesten der Statue wieder die ersten zarten Erdbeerpflänzchen zum Vorschein kommen. "Hier bin ich gerne, denn man kommt immer mit Menschen ins Gespräch", sagt Traudi Maier. Die Sprecherin des Arbeitskreises "Fantasiegarten" liebt den Bürgergarten, der von rund 15 Männern und Frauen liebevoll umsorgt wird. "Wir sind nie alle gleichzeitig präsent, aber durch das kleine Ressort gibt es die Möglichkeit, immer jemanden zu fragen, wenn man Hilfe oder Unterstützung braucht", so Maier. "Der eine kümmert sich um den Bücherschrank, der andere schneidet den Wein und die Rosenstöcke, jemand ist für den Lavendel zuständig und die Erdbeeren werden von Christine und Reinhold Nofer aus dem Gaistal gehegt und gepflegt", berichtet die Gartenliebhaberin schmunzelnd.

Gießdienst ausgearbeitet

Während im Herbst frische Erde auf die Beete ausgebracht wurde, gibt es nun für die Sommermonate einen akribisch ausgearbeiteten Gießdienst zur Pflege der Pflanzen. Zwischenzeitlich wurde auch schon fleißig ausgegrast, um Unkraut und Löwenzahn von Anfang an keine Chance zu geben. Ärgerlich sind allerdings die vielen Zigarettenstummeln, die auf den Wegen, mitten in den Beeten oder zwischen den Spalten der Sitzbank liegen. "Momentan sind wir jede Woche vor Ort und sammeln die Kippen ein, damit es nicht kumuliert", berichtet Maier, die die extrem robusten Zigarettenstummel als Ärgernis bezeichnet, da diese zwischen 10 und 15 Jahre benötigen, um in der Natur vollständig zu verrotten. Ein Thema, das die Sprecherin des Arbeitskreises bewegt, da sich im "Fantasiegarten" Natur und Kultur ein Stelldichein geben und ein gepflegter Garten nun einmal das Aushängeschild der Arbeitsgruppe ist.

"Wir vermissen unseren Organisationsplausch", so das Credo von Maier, die sich normalerweise mit allen Helfern einmal im Monat zum Gedankenaustausch im Garten trifft. Aber das fällt bei Corona ebenso flach wie das Muttertags-, das Erdbeer- und auch das Kürbis-Fest.

Als Reminiszenz an die Gartenschau gibt es nach Aussage der Sprecherin daher 2021 eine Besonderheit im Pflanzbereich. "Wir wollen an die Vielfalt der Pflanzen anknüpfen und so wird in diesem Jahr erstmals auch die ›Blume des Jahres‹ im Fantasiegarten gepflanzt." 1979 gründete Loki Schmidt, die Ehefrau des damaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt, eine Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen, die seitdem Jahr um Jahr eine besondere Wildpflanze auswählt, deren Bestand in unseren Breitengraden gefährdet ist. "Wir werden den eher selten zu sehenden Großen Wiesenknopf ins Programm aufnehmen und aussäen", erklärt Maier, die damit eine Pflanze würdigt, die im Mittelalter bereits als Heilpflanze und zum Schutz vor Pest und Tuberkulose eingesetzt wurde. Zur Abrundung des Fantasiegartens sind für den Sommer zudem drei neue Holz-Sitzmöbel geplant, die zur Rast einladen und dann sicherlich auch genutzt werden können, um Bienen zu beobachten, die die purpurfarbenen Blütenbällchen des großen Wiesenknopfes besonders umschwirren. Wann schlussendlich die Kunst in den Garten einziehen und somit auch wieder bei Veranstaltungen wie denen "Von der Rolle" applaudiert werden kann, bleibt abzuwarten. Maier ist jedoch zuversichtlich, dass die beliebten Open-Air-Lesungen im Sommer wieder gestartet werden können.

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