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Bad Herrenalb "Stadt hat unglaubliches Potenzial"

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Bürgermeisterkandidat Klaus Hoffmann Foto: Kunert Foto: Schwarzwälder Bote

Aktuell ist Klaus Hoffmann Chef der Karlsruhe-Touristik. Und Bad Herrenalber Gemeinderat – als Parteiloser für die CDU. Er würde aber gerne Nachfolger von Noch-Amtsinhaber Norbert Mai als Bad Herrenalbs Bürgermeister werden. Im ersten Wahlgang reichte es mit 28,7 Prozent zum Platz zwei.

Bad Herrenalb. Ein freies Zeitfenster für ein Gespräch, ein Interview mit Klaus Hoffmann zu finden, ist derzeit kein ganz einfaches Unterfangen. Auch seine Frau hat einen anspruchsvollen Job, zwei schulpflichtige Kinder verlangen Aufsicht und Fürsorge – neben eigenen Pflichten. Und dem Endspurt im Wahlkampf. So trifft man sich in der Wohnküche von Hoffmann. Mit einem Bürgermeister-Kandidat auf Socken.

Seit 2015 lebt die Familie in Neusatz, hat sich hier – auf einem Riesengrundstück mit Rheintalsicht (durch Obstbäume und Nachbarbebauung hindurch) – einen echten Traum verwirklicht. "Eigentlich der Traum meiner Frau", lacht Klaus Hoffmann. Der nicht mehr oft, wie er erzählt, mit dem Liedermacher gleichen Namens verwechselt wird. "Den kennt heute kaum noch jemand." Wobei der Herrenalber Klaus Hoffmann wie sein Namensvetter lange Jahre in Berlin lebte, dort – aus erster Ehe – auch noch ein weiteres Kind hat.

Vor Berlin waren Pinneberg (bei Hamburg) und Memmingen (wo er aufwuchs) Stationen im Leben von Hoffmann, danach Dortmund, München und eben Karlsruhe.

Womit sich ein Kreis schloss – denn in Karlsruhe wurde Hoffmann 1960 auch geboren. "Mein Vater war bei der Bundeswehr", so die Erklärung. Schon bald nach der Geburt des Sohnes aber wurde er ins Allgäu nach Memmingen versetzt.

Die Arbeitgeber von Hoffmann: erst große Industrieunternehmen, in denen der gelernte Bürokaufmann und studierte BWLer im "kaufmännischen Umfeld" etwa als Bilanzbuchhalter arbeitete. Durch wachsende Verantwortung "wurden die Tätigkeiten abwechslungsreicher und kreativer". Bis er 2006 zur Messe Karlsruhe kam – als kaufmännischer Leiter. "Meine erste Berührung mit dem Thema Tourismus." Das ihn seitdem immer stärker faszinierte. 2008 übernahm er die Geschäftsführung der Karlsruher Messe (für den kaufmännischen Bereich "plus Events und Tourismus"), ab 2011 den "Tourismus-Schwerpunkt komplett". Konsequenz der Entwicklung: 2014 Gründung einer eigenen Tourismus-Gesellschaft, deren Chef Hoffmann folgerichtig wurde.

Warum er diesen Traum-Job nun für ein Bürgermeisteramt aufgeben wolle? Hoffmann holt ein bisschen aus, um das zu erklären. Da ist zum einen sein Dienstherr – der Oberbürgermeister von Karlsruhe. Der von seinem Job sagt, es sei "der beste Job der Welt". Und deshalb ganz selbstverständlich die Kandidatur seines Tourismus-Chefs um das Bürgermeisteramt in Bad Herrenalb nach Kräften unterstützt. "Als Bürgermeister kannst du echt was gestalten, für deinen Ort richtig was bewegen", wird Hoffmann geradezu lebhaft bei diesem Thema.

Ultimative Freude

Da ist aber auch das persönliche Umfeld von Hoffmann – das ihn bereits bei der Bürgermeisterwahl vor acht Jahren darauf ansprach, dass er doch "ein toller Kandidat" für dieses Amt sei. Seit damals – das wird im Gespräch klar – spukt diese Idee in Hoffmanns Kopf bereits herum. "Und nahm vor ein, eineinhalb Jahren dann richtig Fahrt auf."

Als es im Ort darum ging, die anstehende Kommunal- und dann auch Bürgermeisterwahl vorzubereiten. Auf Anhieb gelang Hoffmann der Sprung in den Gemeinderat. Vielleicht – so hofft er ganz offensichtlich – die besten Voraussetzungen, um nun auch den Chefsessel im Herrenalber Rathaus zu erobern.

Aber die eigentliche Motivation, sich um den Bürgermeisterposten "in dem ja auch Haifischbecken" Bad Herrenalb zu bewerben, erlebt Hoffmann im Moment "fast jeden Tag" auf der Heimfahrt von der Arbeit in Karlsruhe nach Bad Herrenalb: "Wenn man die Engstelle bei Busenbach hinter sich hat, beginnt die Entspannungsphase." Die ultimative Freude auf Zuhause. Dem Kraftzentrum. Auch – die Heimat. Ein Begriff, der gerade für Hoffmann eine ganz besondere Bedeutung hat.

"Mein Vater stammt aus Nordböhmen, dem früheren Reichenberg." Weshalb sich der Vater, und mit ihm später auch der Sohn, schon immer für die Landsmannschaft der Sudetendeutschen engagiert hat. Aber nicht, um irgendwelchen verlorenen territorialen Ansprüchen nachzutrauern – sondern um die historischen Bezüge zwischen den Ethnien und Regionen ganz im Sinne des europäischen Gedankens für Partnerschaften, kulturellen Austausch und eine internationale Völkerverständigung zu nutzen. "Bei dem dann auch die Minderheiten" der Sudetendeutschen im heutigen Tschechien "ihre Identität behalten können".

Nicht rückwärtsgewandt – sondern immer unbedingt "nach vorne orientiert". So stellt sich Hoffmann auch seine Arbeit als Herrenalbs Bürgermeister vor. "Die Stadt hat unglaubliches Potenzial", ist immer noch eine der Top-20-Destinationen im (gesamten) Schwarzwald. "Das braucht Engagement", mehr Präsenz in den überregionalen Tourismus-Gremien. "Öfter mal ›hier!‹ rufen." Um auch das, was das Land der Stadt nach dem Landkreis-Entscheid "ins Stammbuch geschrieben" hat, umzusetzen: "Damals hieß es, die Landkreisgrenzen seien ›löchrig‹" – und es liege an Bad Herrenalb, im Spannungsfeld zwischen Nordschwarzwald und dem Rheintal sich "das Beste aus beiden Welten" zu eigen zu machen. "Das ist eine Chance": Anbindung an die Technologie-Region Karlsruhe zum Beispiel – und bei der Gewerbeentwicklung die IHK Nordschwarzwald in die Pflicht nehmen.

Eben das Beste aus den sich bietenden Situationen zu machen. Weshalb Hoffmann jetzt doch seine Schuhe raussucht. Und anzieht. Um den großen Garten zu zeigen. Den Kraftort. Mit weitem Blick ins rund, von den alten Obstbäumen aus. In den Schwarzwald. Und das Rheintal. "Ist das nicht wunderschön hier!?"

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