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Bad Herrenalb Siebentäler Therme: Verlustausgleich durch Stadtwerke Ettlingen unrealistisch

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Siebentäler Therme: Die Stadt gleicht bislang den jährlichen Verlust zwischen 700.000 bis 900.000 Euro aus. Foto: Zoller

Bad Herrenalb - Am Sonntag geht es in die zweite Runde der Bürgermeisterwahl in Bad Herrenalb. Auf den gut besuchten Vorstellungsrunden wurden die Kandidaten mit den Fragen konfrontiert, die die Bürger bewegen: die Verluste der Siebentäler Therme.

Bewerber Marc-Yaron Popper will sich im Falle seiner Wahl diesem Thema sofort annehmen. Konkret werde er im Falle seiner Wahl mit den Stadtwerken in Verhandlungen über den Verlustausgleich treten, da er als Rechtsanwalt langjährige Erfahrung mit der rechtlichen Prüfung von Verträgen und Führung von Vertragsverhandlungen habe.

Aus aktuellem Anlass wurde nun Eberhard Oehler, Geschäftsführer der Stadtwerke Ettlingen, Gesellschafter der Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH und Mitglied des Aufsichtsrates seit 2006, zu diesem angekündigten Vorgehen befragt.

Bürgermeisterkandidat Popper möchte nach seiner Wahl zum Bürgermeister in Bad Herrenalb den Gesellschaftsvertrag der Stadtwerke ändern und die Stadtwerke Ettlingen und die EnBW dazu bringen, Verluste der Therme zu übernehmen. Wir stehen Sie als einer der Gesellschafter zu dieser Idee?

Ich habe von der Aussage gehört, dass Herr Popper – wenn er gewählt wird – als eine seiner ersten Handlungen ein Gespräch mit den Stadtwerken Ettlingen suchen wird, in dem es um das Thema Verlustausgleich Therme gehen soll. Dass im Wahlkampf so manches völlig unrealistische gepostet wird, wissen wir. Aber ich habe selten etwas so Unrealistisches gehört. Welche Motivation sollten die Stadtwerke Ettlingen als Unternehmen der Stadt Ettlingen haben, um einen anteiligen Verlust der Therme zu übernehmen? Sorry. Ich bin fassungslos über so eine Aussage, die überhaupt keinen Bestand haben kann. Ich kenne die Stadtwerke Herrenalb und die Therme seit rund 20 Jahren, da ich Ende der 1990-er Jahre selbst als Werkleiter in der Therme tätig war. Seit 2006 bin ich Mitglied des Aufsichtsrates und habe in all den Jahren immer wieder gesagt, wenn man die Therme erhalten will, muss man eine große Lösung fahren. Jedes Jahr ein paar Eimer Farbe und ein paar neue Fließen ist nicht tragfähig für die Zukunft. Da ändert auch Herr Popper nichts daran. Eine Beteiligung der Stadtwerke Ettlingen am Verlust der Bäder in Bad Herrenalb ist so abwegig, dass ich nicht glauben kann, dass es Herr Popper mit dieser Aussage ernst gemeint hat.

Welche Rolle spielt eigentlich das Beteiligungscontrolling der Stadt Bad Herrenalb, also die Kämmerei, bei der Aufstellung des Wirtschaftsplanes und regelmäßigen unterjährigen Kontrolle des Geschäftsverlaufes dabei? Denn die Gemeindeordnung räumt der Gemeinde hier Prüfrechte ein.

Seit 2006 bin ich vom allerersten Tag der GmbH dabei. Selbstverständlich räumt die Gemeindeordnung der Beteiligungsverwaltung der Stadt Bad Herrenalb Prüfrechte ein. Grundsätzlich darf das Beteiligungsmanagement sich auch in das Thema Stadtwerke einmischen, insbesondere bei Themen wie Wirtschaftsplan oder Jahresabschluss dazu Stellung nehmen. Das macht die Beteiligungsverwaltung in Ettlingen, hier ist der Kämmerer bei jeder Aufsichtsratssitzung dabei.

Wie sehen Sie als langjähriger Gesellschafter und Aufsichtsratsmitglied die Situation, dass über Jahre hinweg keine Entscheidungen zur Ergebnisverbesserung eingeleitet wurden? Über mehrere Jahre beschäftigte sich ein Lenkungskreis mit der Zukunft der Therme, ohne dass es ein Ergebnis dazugegeben hätte.

Im technischen Bereich, das heißt im Strom- und Wassergeschäft, an dem wir als Stadtwerke und EnBW beteiligt sind, fanden in den letzten Jahren durchaus Ergebnisverbesserungen statt. Und bei den Bädern, bei denen wir am Ergebnis nicht beteiligt sind, enthalten wir uns regelmäßig der Stimme und halten uns damit aus den Abstimmungen heraus. Gleichwohl habe ich in den vergangenen Jahren immer wieder Anregungen gegeben. Durch meine Erfahrungen aus der Ettlinger Bäderlandschaft habe ich hinreichend gute Kenntnisse, um mir ein Urteil zu erlauben, was heute der Wellness- und Freizeitmarkt erwartet. Die Zukunft der Therme wird seit Jahren im Aufsichtsrat kontrovers diskutiert und dies wohl auch im Gemeinderatsgremium.  

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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