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Bad Herrenalb Schwemmle: "Es ist nicht so, dass ich mich nach dem Ruhestand sehne"

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Hotelchef Karl Schwemmle auf einem der Hotelzimmerbalkons mit Blick auf den hoffentlich bald umgestalteten Innenhof des Hotel Restaurant Vinothek Lamm. Foto: Gegenheimer Foto: Schwarzwälder Bote

Bad Herrenalb-Rotensol. Das Hotel Restaurant Vinothek Lamm in Rotensol ist eine feine Adresse. Ein Haus, das in sich verändernder Zeit mit Tradition, Qualität und Kontinuität punktet. Und dabei offen für Neues bleibt.

Verkörpert werden diese Eigenschaften allen voran von Hotelchef Karl Schwemmle. Nächstes Jahr werden es 40 Jahre, dass er das "Lamm" gemeinsam mit Ehefrau Bärbel von deren Eltern übernommen hat. Seit dem Unfalltod seiner Frau im Jahr 2013 führt der gelernte Koch mit internationaler Erfahrung das Haus allein.

Seine vier Töchter sind allesamt ebenfalls in der Gastronomie, von Konstanz bis Hamburg. Zwei davon führen das als Partnerhotel auch geschäftlich verbundene Atlantic Parkhotel in Baden-Baden. Sollte eine zurückkommen in die "Burg" der Familie, wie Schwemmle das "Lamm" liebevoll-stolz bezeichnet, stehen die Türen offen: "Ich trete gerne in die zweite Reihe – aber es ist nicht so, dass ich mich nach dem Ruhestand sehne." Denn es gibt allerhand Pläne.

Bereits in der nächsten Bad Herrenalber Gemeinderatssitzung wird über einen Bebauungsplan entschieden, der Resultat umfangreicher baulicher Planungen der Familie ist. "Ich bin mittlerweile froh, dass sich das gezogen hat", gesteht der 67-Jährige mit Schmunzeln, "wir konnten nachjustieren". So werde der Schwerpunkt nun nicht Richtung Seminarhotel gehen. Unter der Devise "Schritt für Schritt" soll zunächst der komplette Hofbereich neugestaltet werden, um diesen auch für Freiluftveranstaltungen nutzen zu können. Anstelle der alten Scheune soll ein Gebäude mit eigener Schnapsbrennerei, auch für Schauzwecke, sowie einem flexiblen Veranstaltungsraum entstehen. Hotelerweiterung und Wellness können nächste Schritte sein.

"Als Landhotel mittlerer Größe, dazu ohne Wellnessbereich, hätte uns mancher in den letzten Jahren Probleme vorausgesagt", stellt Hotelchef Schwemmle fest, "aber das Haus läuft. Ein guter Name bei den Gästen, ein für unterschiedliche Ansprüche und Bedürfnisse offener Betrieb, das ist unsere Devise." Dazu großzügige Räumlichkeiten mit modern ausgestatteten, überschaubaren Seminarräumen.

Das Restaurant Lamm ist seit Jahren Mitglied der Naturparkwirte, vom Dehoga als "Schmeck den Süden"-Gastronomie zertifiziert, um nur einige zu nennen. Besonders stolz ist Schwemmle auf die wiederholte Auszeichnung "Bib Gourmand Restaurant" des Guide Michelin, welche hochwertige Küchen mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis auszeichnet.

Früh bereits hat Schwemmle auf regionale und saisonale Küche gesetzt, hat feste regionale Lieferanten für Fleisch und Gemüse.

Heimischer Apfelsaft und eigene Hochlandrinder

"Dieses Jahr gibt es dazu Apfelsaft von eigenen Streuobstwiesen – ich möchte die ganzen Äpfel nicht verkommen lassen. Und mittlerweile haben wir sogar eigene Hochlandrinder", unterstreicht der Hotelchef sein nachhaltiges Konzept. Die EMAS-Zertifizierung für den sorgfältigen Umgang mit Ressourcen schließt auch den Hotelbereich ein. Hierzu gehören 30 komfortable Zimmer, von denen sieben samt Nasszellen noch kurz vor Corona komplett renoviert wurden. Der Blick auf den Schwarzwald, die Natur ringsum, punktet von selbst, einschließlich des weitläufigen Außenbereichs mit dem Lammgarten.

Zunehmende Bedeutung erlangt Schwemmles "jüngstes Kind", die Vinothek. Aus der eigenen Liebe für gute Weine entstanden, bietet die Domaine Schwemmle im Sandstein-Kellergewölbe heute eine reichhaltige Auswahl erlesener deutscher wie europäischer Weine, dazu Whisky, Rum und Schaumweine. "Wir haben Restaurant- und Hotelgäste, die kommen vorzugsweise wegen einer Kellerprobe und erwerben auch Wein bei uns", ist Schwemmle stolz. Gerade in der Corona-Zeit war und ist die Vinothek ein verlässliches Standbein.

Überhaupt seien sie bisher gut durch die Krise gekommen, betont Schwemmle. Was er nicht zuletzt seinem Stamm erfahrener und verlässlicher Mitarbeiter zuschreibt. Knapp 25 Angestellte in Küche, Service, Etage, Rezeption und Büro zählen zum Team. Allen voran Restaurantleiter und "rechte Hand" Steffen Weber, dazu Erik Tacke, der schwerpunktmäßig für die Vinothek verantwortlich zeichnet sowie Willi Pusch in der Küche. "Der Service ist international besetzt", berichtet Schwemmle stolz, "dazu zählen zwei Japanerinnen und demnächst zwei Argentinierinnen".

Trend zur Natur hilft in schwierigen Monaten

Auch der Trend "Hinaus aufs Land, in die Natur", wie es Tochter Anja Schwemmle – extra aus Baden-Baden fürs Gespräch angereist – bezeichnet, habe gerade dem "Lamm" in den schwierigen vergangenen Monaten geholfen. Ihr Vater bestätigt: Hier hätten sich die Gäste sicher gefühlt. Mancher private Gast sei sogar zweimal statt einmal in dieser Saison angereist – statt eines Auslandsurlaubs. Dafür seien Rückgänge bei den Firmenmeetings zu verzeichnen gewesen. "In den letzten Wochen", ergänzt Schwemmle, "gab es wieder vermehrt kleine Privatfeiern. 20 bis 25 Personen. Da wir sowieso vorzugsweise kleinere Familienfeiern ausrichten, hat uns auch in dieser Hinsicht Corona nicht stark betroffen". Und ergänzt: "Das mittlere Segment zu bedienen, einen guten Mix anzubieten, flexibel auf Kundenwünsche zu reagieren, damit können wir punkten."

Wie es jetzt weitergeht im Corona-Herbst, das können auch Anja und Karl Schwemmle nicht sagen. Darüber hinaus aber ist Anja Schwemmle sicher: "Unser Vater ist das Zugpferd des ›Lamm‹". Und der hat noch immer ein paar Visionen: "Die Erweiterung der Vinothek und eine Berghütte für Verkostungen – das wäre mein Traum."

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