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Bad Herrenalb Quoten aus Kosten- und Ertragsstrukturen

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Bad Herrenalb: Werden für den neuen Bereich Stadtmarketing im Jahr 2019 mehr als 20 000 Euro eingestellt? Foto: Kugel Foto: Schwarzwälder Bote

Die Wertschöpfung des Tourismus wurde bei der Vorstellung des Bad Herrenalber Stadtmarketingkonzepts 2018 auch kurz angesprochen. Allerdings waren die Zahlen nicht bei den Sitzungsunterlagen nachzulesen.

Bei der Schwarzwald Tourismus GmbH ist bei der Erläuterung zur Berechnung des Wirtschaftsfaktors Tourismus zu erfahren: Wertschöpfung als Kennzahl messe den Ertrag wirtschaftlicher Tätigkeit als Differenz zwischen der Leistung einer Wirtschaftseinheit und der zur Leistungserstellung verbrauchten Vorleistung.

Die Wertschöpfungsquoten würden sich aus den Kosten- und Ertragsstrukturen ergeben und den Anteil des Nettoumsatzes, welcher unmittelbar zu Löhnen/Gehältern (Personalkosten) und Gewinnen, also zu Einkommen werde, beschreiben. Den verbleibenden Rest des Nettoumsatzes, der nicht zu Einkommen werde, würden die Unternehmer für den Bezug von Vorleistungen ausgeben.

Für die Wertschöpfungsberechnung würden zunächst die Wertschöpfungsquoten der ersten und zweiten Umsatzstufe benötigt.

Zu beachten sei hierbei, dass die Wertschöpfungsquoten der ersten Umsatzstufe im Übernachtungstourismus, Tagesausflugsverkehr und Tagesgeschäftsreiseverkehr unterschiedlich seien. Die Wertschöpfungsquote gebe an, wie viel Prozent des Nettoumsatzes unmittelbar zu Löhnen, Einkommen oder Gewinnen würden; das heiße: wie einkommenswirksam die touristischen Umsätze seien.

Zur Berechnung der Wertschöpfung 1. Umsatzstufe (direkte Wertschöpfung) würden die Nettoumsätze des übernachtenden Tourismus, des Tagesausflugsverkehrs und des Tagesgeschäftsreiseverkehrs mit den entsprechenden Quoten multipliziert und danach addiert. Der Waren- und Dienstleistungs-Einsatz (Vorleistungen) ergebe sich aus der Differenz des Nettoumsatzes und der Wertschöpfung 1. Umsatzstufe.

Die Wertschöpfung 2. Umsatzstufe betrachte alle Einkommenswirkungen, die sich aus den Vorleistungsverflechtungen ergeben. Für Vorleistungen werde der gesamte Restbetrag des Nettoumsatzes ausgegeben, der nicht direkt zu Einkommen führe. Diese Zulieferungen seien notwendig, um die touristische Dienstleistungsbereitschaft aufrechterhalten zu können. Wie bei der 1. Umsatzstufe werde auch hier nur ein Teil der Umsätze zu Löhnen, Gehälter und Gewinnen.

In der Wertschöpfung 2. Umsatzstufe (indirekte Wertschöpfung) gehe man von einer Wertschöpfungsquote von 30 Prozent aus, die jeweils für den Waren- und Dienstleistungs-Einsatz aus der ersten Umsatzstufe berechnet werde.

Die Summe der 1. und 2. Umsatzstufe ergebe schließlich die gesamte Nettowertschöpfung.

Bei Arbeitsplatzeffekt (Beschäftigungsäquivalent) heißt es: Der Quotient aus der Nettowertschöpfung und dem verfügbaren Pro-Kopf-Einkommen je Einwohner (23 540 Euro) ergebe die Anzahl der rechnerisch möglichen direkten Vollzeitarbeitsplätze (Beschäftigungsäquivalent). Es sei davon auszugehen, dass etwa die dreifache Anzahl an anteilig beschäftigten Personen im Tourismus gegeben sei.

Bad Herrenalb. Bei ihrer Präsentation in der Gemeinderatssitzung im September hatte Nina Schäfer, Leiterin Tourismus und Stadtmarketing, viele Informationen parat (wir berichteten).

Einige Zahlen ließen aufhorchen. So wurden bei der Rubrik Tourismus als Wirtschaftsfaktor für Bad Herrenalb folgende Zahlen für das Jahr 2017 aufgeführt: Übernachtungen gesamt: 322 095; Tagesreiseverkehr: 1 347 520.

Bei der Umsatzberechnung waren bei Bruttoumsätze 71 259 760 Euro und bei Nettoumsätze 62 718 627 Euro notiert. Wobei darauf hingewiesen wurde: 57,3 Prozent Übernachtung-Tourismus (40 517 102 Euro) und 42,7 Prozent Tagesreisen (30 742 658 Euro). Das Steueraufkommen für die Kommune belaufe sich auf 1 567 966 Euro.

Als Quelle für die Zahlen wurde genannt: "Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) nach StaLa-Angaben, dwif-Studien berechnet". "StaLa" bedeutet übrigens Statistisches Landesamt und "dwif" Deutsches Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr.

Bei Wertschöpfung (Einkommen) war zu lesen: Wertschöpfung 1. Umsatzstufe 21 441 347 Euro, Wertschöpfung 2. Umsatzstufe 12 383 184 Euro – das ergibt eine Nettowertschöpfung (touristischer Einkommensbeitrag) von insgesamt 33 824 531 Euro. Daraus ergebe sich folgender Arbeitsplatzeffekt (Beschäftigungsäquivalent): direkte Vollarbeitsplätze 1437; anteilig beschäftigte Personen 4311. Das mache unterm Strich 5748.

Unter anderem wurde noch ausgeführt: Neben den zahlreichen Arbeitsplätzen, die der Tourismus direkt oder indirekt in Bad Herrenalb schaffe, generiere er außerdem noch beachtliche kommunale Einnahmen. Laut der dwif-Berechnung führten ein bis drei Prozent der touristischen Nettoumsätze zu anteiligen Einnahmen für die Kommunen aus der Umsatz- und Einkommensteuer. Das bedeutet für Bad Herrenalb (bei einer Annahme von zwei Prozent) zusätzlich geschätzte Einnahmen durch den Tourismus von etwa 1,4 Millionen Euro pro Jahr.

Positionierung erarbeiten

Zudem wurde im Stadtmarketingkonzept darauf hingewiesen: Um die speziellen, individuellen Bedürfnisse, Ziele und Herausforderungen für Bad Herrenalb erarbeiten zu können, sei zunächst eine umfangreiche Markt- und Konkurrenzanalyse notwendig. Da derzeit keine belastbaren Daten existierten, müssten diese zunächst erhoben werden. "Um die Kosten hierfür möglichst gering zu halten, ist eine Kooperation mit einer Hochschule im Rahmen eines studentischen Projektes angedacht. Aufbauend auf einer guten Datenbasis ist es im nächsten Schritt möglich, die für Bad Herrenalb relevanten Potenziale und Herausforderungen zu identifizieren". Anschließend solle eine grundlegende Positionierung für Bad Herrenalb mit seinen Leitthemen erarbeitet sowie konkrete Maßnahmen festgelegt werden.

Aktuell sei es wenig erfolgversprechend, eine erneute ganzheitliche Bürgerbeteiligung anzustreben. Für die Initiierung des Stadtmarketingprozesses in Bad Herrenalb werde deswegen empfohlen, für die Erarbeitung der Leitlinien und Maßnahmen ein sogenanntes Expertengremium aus ausgesuchten engagierten Personen der nachfolgend genannten relevanten Akteursgruppen zusammenzustellen. Im Rahmen von zwei "Zukunftsdialogen" (extern moderiert) brächten sie ihr Wissen und ihre Ideen stellvertretend für ihre Gruppe ein.

Mit den gewonnenen Erkenntnissen aus der Marktanalyse und des Expertengremiums würden im nächsten Schritt die Leitlinien für die zukünftige Ausrichtung entwickelt und die grundlegende Positionierung für Bad Herrenalb festgelegt. "Abschließend werden vom Expertengremium die zur Erreichung der Ziele notwendigen konkreten Maßnahmen/Projekte (kurz-, mittel- und langfristig) – ergänzt durch die relevanten Projekte der Stadtentwicklung 2030 – formuliert und ein umsetzungsorientierter Handlungs- und Finanzierungsplan mit Schlüsselprojekten sowie weiterführenden Maßnahmen erstellt." Dabei sollten alle Projekte gleich zu Beginn grundsätzlich auf ihre Machbarkeit geprüft werden.

Zwei Gegenstimmen

Im Wirtschaftsplan der Touristik 2018 stehen 20 000 Euro für den neuen Bereich Stadtmarketing. Für 2019 wurden im neu strukturierten Eigenbetrieb Tourismus und Stadtmarketing ebenfalls 20 000 Euro beantragt. Zukünftig soll anhand der "erarbeiteten Ergebnisse aus dem Stadtmarketingprozess überprüft werden, ob die finanzielle Ausstattung somit ausreichend ist und gegebenenfalls angepasst wird".

Bei zwei Gegenstimmen votierte der Gemeinderat fürs Stadtmarketingkonzept. Ob eventuell mehr als 20 000 Euro zur Verfügung gestellt werden, entscheidet sich laut Bürgermeister Norbert Mai bei der Beratung über den Haushalt 2019. Markus Merkle (FW) sprach sich fürs Konzept aus, das die Stadt weiterbringe. Allerdings zweifle er daran, ob 20 000 Euro ausreichten. Mindestens 30 000 Euro seien erforderlich, um das Baby Stadtmarketing wachsen zu sehen.

Ärger Luft gemacht

In der jüngsten Gemeinderatssitzung brachte Christian Romoser (CDU) seine Enttäuschung über das vorgestellte Konzept zum Ausdruck.

Er habe wegen Urlaubs nicht an der Sitzung, in der Schäfer das Thema Stadtmarketing vorstellte, teilnehmen können. Was er aber in der Vorlage gelesen habe, sei "nichts". Er müsse seinem Herzen Luft machen, "sonst platze ich".

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