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Bad Herrenalb "Patienten aus der gesamten Bundesrepublik"

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Heiko Schroth (links) und Hans Neustädter vor dem Neubau. Foto: Schwarzwälder Bote

Ende September 2019 war Richtfest für die neue Celenus Klinik in Bad Herrenalb, die auf einer Fläche von 11 000 Quadratmetern in zentraler Lage – nur wenige Meter vom Albtalbahnhof entfernt – in Bad Herrenalb entsteht. Bis Herbst soll die dreigeschossige Klinik bezugsfertig sein.

Bad Herrenalb. Die Fachklinik für Psychosomatische Medizin stößt aufgrund der räumlichen Gegebenheiten an der Kurpromenade 42 bereits seit einigen Jahren an ihre Grenzen und "entspricht nicht mehr modernen und zeitgemäßen Anforderungen", wie Heiko Schroth betont.

Seit 2010 verantwortet er als Direktor die positive Entwicklung der Celenus Klinik Bad Herrenalb und hat vor sieben Jahren in Chefarzt Hans Neustädter einen kongenialen Partner für die ärztliche Leitung gefunden. Der 62-Jährige ist Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und für Psychotherapeutische Medizin sowie ausgebildeter Sportmediziner mit den Zusatzbezeichnungen Psychotherapie, Rehabilitationswesen und Suchtmedizin.

"Durch den Neubau sollen psychisch kranke Menschen von effizienten Behandlungskonzepten und einer modernen Infrastruktur profitieren. Helle, lichtdurchflutete Räumlichkeiten in den Therapiebereichen unterstützen den Genesungsprozess und kurze Wege optimieren die Betriebsabläufe", so der Tenor des Mediziners, der im Neubau als zentralen Bestandteil die integrierte Sporthalle als Besonderheit hervorhebt.

Bislang können die Rehabilitanten die Herrenalber Sporthalle nutzen. Doch der Weg hin zur Sporthalle und wieder zurück unterbricht nach Aussage Neustädters den Tagesablauf der Therapie. Sein Konzept lautet "Leben in Balance". Damit verfolgt er einen ganzheitlichen Therapieansatz, um Patienten nach Burnout, Depressionen, Angsterkrankungen sowie Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen wieder fit für den Alltag zu machen. "Wir sind nicht als Coach-Potatoes geboren. Bewegung entspricht unserer genetischen Veranlagung, daher brauchen wir unsere Muskeln, unseren Körper und unseren Geist, um uns zu bewegen", so das Credo des sportbegeisterten Mediziners, der selbst schon mehrere Mal die Alpen per Pedes und Sportrad überquerte.

Ob Nordic Walking, Kraft- oder Koordinationstraining im Trainingsraum – Bewegung hilft Bewegungsabläufe zu koordinieren und Flexibilität zu fördern. In der Fitnesswelt ist Beweglichkeit oftmals ein geläufiges Wort, um körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern. In der psychosomatischen Medizin ist das Thema Beweglichkeit für Neustädter essentiell für die Ausführung verschiedener tagtäglicher Aktivitäten.

Gut geschultes Team

Für ihn liegt der Sinn der Psychosomatik darin, den Menschen als eine individuelle "geistig-seelisch-sozial-körperliche Einheit" zu verstehen, der nach einem Burnout, Depressionen oder psychischen Erkrankungen wieder zurück ins Leben und sein Gleichgewicht finden soll. Als Beispiel dafür nennt der Mediziner Menschen mit Problemen am Arbeitsplatz. Aufgrund psychischer Situationen entstehen körperliche Schmerzen, die kein Arzt als medizinischen Befunde bestätigen kann. Was folgt sind Arbeitsunfähigkeit und Depressionen. Zur Stärkung des Selbstbewusstseins und Wiedereingliederung in das Berufsleben steht die Celenus Klinik. Die Reha bietet eine evidenzbasierte Therapieform mit individuellen Behandlungsmöglichkeiten, um Stress- und Zeitmanagement der Patienten durch Kreativ- und Sporttherapie zu stärken.

"In unserem multiprofessionellen Team haben wir nicht nur Ärzte, sondern 40 Mitarbeiter, die sich als Psychologen, Kunst-, Physio- und Sporttherapeuten sowie Diätassistenten, Pflege- und Verwaltungsmitarbeiter um die Patienten kümmern", erklärt Heiko Schroth, der das gut geschulte Team als Basis für die Erfolgsquoten der Klinik benennt.

Pro Jahr nutzen rund 800 Rehabilitanten das Angebot der Celenus Klinik in einer fast schon "familiären Atmosphäre". Und das hat schließlich dazu geführt, dass es "mit den Plätzen eng wurde", wie Klinik-Direktor Schroth berichtet.

Das aktuelle Gebäude zeigt bauliche Beeinträchtigungen und besteht aus fast endlos langen Fluren und mehreren Treppenhäusern. Die Behandlungsräume sind klein, liegen auf verschiedenen Ebenen und sind mit Patientenzimmern durchmischt. Mit dem barrierefreien Neubau ändert sich nun alles. Für die Umsetzung des ganzheitlichen Konzeptes gibt es einen passenden räumlichen Zuschnitt, der den Wohnbereich von den Therapieräumen trennt. "Das ist ähnlich wie im richtigen Leben, man hat einen Arbeitsplatz und einen Bereich zum Leben und Wohnen", so der Chefarzt, der damit Leistungsfähigkeit und Entspannungsmöglichkeiten seiner Rehabilitanten benennt. Darüber hinaus besteht erstmals die Möglichkeit, spezielle Patientengruppen zu behandeln, die übergroß oder überschwer sind. Das heißt, es gibt Zimmer, in denen Menschen mit mehr als zwei Metern Größe noch ein ausreichend langes Bett vorfinden und solche mit über 150 Kilogramm Gewicht ein Interieur, das auf die erhöhte Belastung ausgerichtet ist. Selbst Patienten am Rollator können nun zur Reha aufgenommen werden.

Schwerpunkt ist die stationäre Behandlung mit einer durchschnittlichen Verweildauer von fünf Wochen. Darüber hinaus wird das Behandlungskonzept für teilstationäre Patienten ausgebaut, die tagsüber in der Klinik an einem intensiven Therapieprogramm teilnehmen, die Abende und Wochenenden jedoch in ihrem gewohnten Umfeld verbringen. Eine Erleichterung für Patienten, die bisher aus Kapazitätsgründen lange auf einen Therapieplatz warten mussten, oder eine intensive Rehabilitationsnachsorge im Bereich Psychosomatik wahrnehmen.

"Bislang können wir stationär 75 Patienten behandeln – in den neuen Klinikräumlichkeiten werden es dann 130 sein", berichtet Heiko Schroth, der ergänzt: "Wir sehen uns damit auch als Wirtschaftsfaktor für die Stadt Bad Herrenalb. Unsere Patienten kommen aus der gesamten Bundesrepublik, sind sehr mobil und nutzen ihre Freizeit gerne, um mit Freunden und Angehörigen die Umgebung in der Stadt und im Schwarzwald zu erkunden."

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