Steffen Kolb präsentiert stolz die gelbe Tafel mit der Biene, die das Projekt Lebensraum Golfplatz auch für Gäste sichtbar macht und darauf hinweist, dass sich der Golfplatz im Bernbachtal für den Erhalt der Artenvielfalt stark macht.Foto: Zoller Foto: Schwarzwälder Bote

Sport: Steffen Kolb ist seit September neuer Vorsitzender des Vereins Golfclub Bad Herrenalb-Bernbach

Seit September ist Steffen Kolb neuer Präsident des Golfclubs Bad Herrenalb-Bernbach. Als Diplom-Betriebswirt und Steuerberater, der bereits in den vergangenen vier Jahren als Schatzmeister im Vorstand des Vereins agierte, hat er nun den Vorsitz angetreten, um dem Golfclub den Weg in die Zukunft zu ebnen.

Bad Herrenalb. "Als Verein sind wir nicht nur ein Sportbetrieb, der Menschen in allen Altersklassen Bewegung in der Natur ermöglicht, sondern zudem ein Unternehmen, das seine Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der Landschaftspflege nutzt, um eine gewachsene Kulturlandschaft wie die im Bernbachtal zu hegen und zu pflegen." Kolb, der als aktiver Sportler bereits in Jugendjahren die ersten Begegnungen im Tennisverein mit einem Ball hatte, hat sich seit fünf Jahren dem grünen Sport auf dem gepflegten Rasen verschrieben. "Die Faszination Natur ist für mich eine Herausforderung, die mich bei diesem Sport besonders begeistert, denn täglich gibt es durch Sonne, Wind und Wetter neue Bodenbeschaffenheiten, die den Sport stets aufs Neue prägen."

Was einst als Luxussegment den aufstrebenden Kurort Herrenalb bereicherte, zählt heute zu einem Kleinod unter den 35 Golfplätzen im Schwarzwald. Als Präsident zählt Kolb jedoch zu einer Generation, die sich nicht nur über die mehr als 100 Hektar große Grünfläche und die neun Spielbahnen des Platzes definiert, sondern rund um den Lebensraum Golfplatz den Naturschutz und die Artenvielfalt in den Mittelpunkt stellt. "Wir sind Teil eines empfindlichen Ökosystems und wollen mit diesen Grünflächen Flora und Fauna in ihrer Ursprünglichkeit ­bewahren."

In Kooperation mit dem Umweltministerium Baden-Württemberg, dem Baden-Württembergischen Golfverband und dem Deutschen Golf-Verband hat sich daher der Golfclub Bad Herrenalb dem Pilotprojekt "Lebensraum Golfplatz – Wir fördern Artenvielfalt" angeschlossen, um die vorhandenen Biodiversitätsflächen auf baden-württembergischen Golfanlagen quantitativ und qualitativ auszubauen. "Damit ist der Golfclub Teil der Naturschutzstrategie des Landes Baden-Württemberg und erhält zudem eine neue Wahrnehmung in Politik und Gesellschaft, denn naturnaher Lebensraum und biologische Vielfalt ist ein wertvolles Gut."

Mensch schränkt Natur immer weiter ein

Der Mensch und sein Bedarf an hoch spezialisierten Flächen wie Straßen, Wohnungsbau und Industrieanlagen schränken die Natur immer weiter ein. "Gerade im Vergleich mit anderen Flächennutzungskonzepten sind Golfplätze einerseits wichtige Naherholungsgebiete für sportinteressierte Menschen, gleichzeitig aber auch zunehmend biodiverse Rückzugsorte für Tiere und Pflanzen, die immer größere Schwierigkeiten haben, adäquate Lebensräume ungestört zu finden und zu besiedeln", argumentiert der Baden-Württembergische Golfverband, der sich in besonderer Weise mit dem Schutz der Natur und dem Erhalt der Umwelt verbunden fühlt.

Golf ist daher auch für Kolb viel mehr als nur ein sportliches Freizeitvergnügen. "Gemeinsam mit den Pfadfindern haben wir im Herbst auf dem Golfplatz unsere Apfelbäume abgeerntet und aus insgesamt 780 Kilogramm Obst über 500 Liter Apfelsaft produzieren lassen, der nun die Herzen von Kindern und Erwachsenen erfreut." Während für das kommende Jahr Gäste eingeladen sind, um mit einem Profi einen Apfelbaumschnittkurs zu absolvieren, waren vierbeinige Helfer bereits im Spätsommer zur Landschaftspflege auf den Grünflächen unterwegs. "Der Einsatz von Ziegen hilft uns, um die steilen Flächen im Tal von Brombeersträuchern und Wildwuchs freizuhalten", so Kolb, der darüber hinaus den Mikrokosmos von Insekten, Käfern und Krabbeltieren im Fokus hat, deren Lebensraum bei einem Einsatz von schweren Gerätschaften gefährdet ist. Während für Hummeln die mannshoch blühenden Rhododendron-Büsche eine beliebte Nahrungsgrundlage bieten, sollen im Frühjahr neu eingesäte Natur- und Blühwiesen auch Bienen neue Lebensräume schaffen. "Vielleicht können wir dann im Herbst unseren eigenen Honig anbieten", scherzt Kolb, der sich gemeinsam mit einem vierköpfigen Team an Golf- und Landschaftspflegern um weitere Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt kümmert. Und er fügt an: "Golf ist ein einzigartiges Fitness-Studio inmitten der Natur. Auf unserer Grünanlage bieten wir nicht nur für Menschen sportliche Betätigung und körperliche Bewegung, sondern schützen als Betreiber adäquate Lebensräume für Flora und Fauna, um mittels Biodiversität Artenschwund und Insektensterben entgegenzuwirken."

Weitere Informationen: https://www.lebensraum-golfplatz.de

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