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Bad Herrenalb Neue Investoren für Siebentäler Therme?

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Für die defizitäre Siebentäler Therme soll es ein Konzept geben. Foto: Archiv

Bad Herrenalb - Man sei mit unterschiedlichen Interessenten im Gespräch. Das sagte Bad Herrenalbs Bürgermeister Norbert Mai, als er von unserer Zeitung auf den aktuellen Stand in Sachen Siebentäler Therme angesprochen wurde. Es handle sich nicht nur um einen möglichen Investor.

Die Interessenten seien aufgefordert, ihre Vorstellungen zu unterbreiten, so das Stadtoberhaupt.

Bei der jüngsten Sitzung des Bad Herrenalber Gemeinderats war vom Bürgermeister zu erfahren: Im zweiten Halbjahr soll für die Siebentäler Therme ein Konzept umgesetzt werden.

Er beantwortete damit eine Frage von Stadtrat Reinhard Domke (BF-BHA). Dieser wollte den Stand der Dinge wissen. Der Schultes bemerkte, dass es verschiedene Interessenten und Konzepte gebe. "Wir sind noch nicht so weit", räumte er ein.

Der Rathauschef kündigte jetzt an, dass vor der Sommerpause das Thema auf den Tisch kommt.

Eine der modernsten Bäderlandschaften auf der Schweizer Wiese? Die Planungen sind bereits seit mehr als einem Jahr abgehakt: Thermalbad mit hochwertigem Wellness- und Spa-Bereich, ergänzt durch ein familienorientiertes Erlebnisbad, Hotels sowie Kurzzeitklinik. Nichts von dem auf um die 160 Millionen Euro geschätzten Projekt wurde umgesetzt. Die angeblichen Geldgeber tauchten sang- und klanglos ab. Unterschriften wurden keine geleistet, es kam nicht mehr zu einem städtebaulichen Vertrag.

"Soll auf der Schweizer Wiese eine großflächige Erlebnis- und Thermalbadlandschaft mit weiteren gewerblichen Bauten in der öffentlich vorgestellten Dimension errichtet werden?" Beim Bürgerentscheid am 1. Dezember 2013 ging es um diese Frage. Falls die Mehrheit mit Nein stimme, werde das Millionen-Projekt nicht realisiert. Das machten die Investoren seinerzeit im Gespräch mit unserer Zeitung unmissverständlich deutlich. Immerhin 61,5 Prozent der zur Urne gegangenen Abstimmungsberechtigten machten daraufhin bei Ja ihr Kreuzchen.

Der Bürgerentscheid habe gezeigt: Die Bad Herrenalber wollten eine Veränderung. Es sei klar zum Ausdruck gekommen, dass sich die Kommune als Kur- und Tourismusstadt weiterentwickeln soll. "Das sind wichtige Merkmale für potenzielle Investoren", stellte der Rathauschef damals fest. Sie fänden eine optimale Grundlage vor. Der Bürgerentscheid sei auf jeden Fall nicht vergebens gewesen. In die Zukunft müsse investiert werden. Man dürfe nicht stehen bleiben und zuschauen, wie "Bad Herrenalb nach und nach verfällt".

Im vergangenen Jahr kamen 127 000 Besucher in die Siebentäler Therme. 2013 waren 131 000 Gäste im Bad. Dabei verzeichnete die Therme im ersten Halbjahr 2014 sogar noch ein Plus von vier Prozent. Im vergangenen Jahr besuchten im Durchschnitt 360 Gäste pro Tag das Bad. Ein Jahr zuvor waren es 374. Das Gros der Besucher kommt aus Karlsruhe und dem Umland.

Mit der Feststellung des Jahresabschlusses 2013 der Stadtwerke beschäftigte sich der Gemeinderat im September vorigen Jahres. Geschäftsführerin Karina Herrmann stellte die Zahlen vor und stand Rede und Antwort. Bei der Vorstellung der Ergebnisse der einzelnen Sparten war zu erfahren: Siebentäler Therme circa 1,166 Millionen Euro Verlust, Freibad: ein Minus von etwa 229 000 Euro.

In die Siebentäler Therme kämen die meisten Gäste nur zum Baden und nutzten wenig den Spa-Bereich, so Herrmann. Im Schnitt müsste jeder Besucher 20 bis 25 Euro liegen lassen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Die Geschäftsführerin bemerkte, dass in den vergangenen zwei Jahren – "Schwebezustand" – wenig investiert worden sei. Es stelle sich die Frage, wie das Bad attraktiver gemacht werden kann.

Allein könne sich die Therme freilich nicht retten. Diese sei mehr als 40 Jahre alt und die Substanz stelle einen vor sehr große Herausforderungen. Man müsse investieren. Von sechs bis acht Millionen Euro war die Rede. Und davon, dass sich die Bäder innerhalb weniger Kilometer sehr ähnlich seien. Diese teilten sich den Kuchen. Etwa alle fünf Jahre müsse immer etwas Neues präsentiert werden.

Bei der Aussprache im Gremium wurde auf die Finanzkraft der Stadt eingegangen. Ob man mit dem Ausgleichen der Verluste nicht überfordert ist. Man komme nicht drumherum, endlich festzulegen, wo’s hingehe. Ein Konzept müsse erstellt werden, die Zeit laufe davon.

Bürgermeister Norbert Mai ging noch mal darauf ein, wieso der Eigenbetrieb Stadtwerke Bad Herrenalb zum 1. Januar 2005 in eine GmbH umfirmiert wurde. Thermalbad und Freibad stünden zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt, man habe hier den steuerlichen Effekt genutzt.

Zur Erinnerung: Im August 2010 war nach fünf Wochen Pause große Wiedereröffnung. Die Siebentäler Therme wurde seinerzeit auf Vordermann gebracht und präsentierte sich in neuem Glanz.

Neben der Sanierung von Heizung, Lüftung und der Badewassertechnik hatte der Eingangsbereich ein neues Gesicht bekommen. Die Investition belief sich auf rund zwei Millionen Euro.

Unter dem Motto "Feiern Sie mit der Siebentäler Therme 40 Tage lang" begann die Geburtstagsfeier am 20. Oktober 2011 mit einem Festakt im Foyer der Einrichtung. An diesem Tag jährten sich die Feierlichkeiten, mit denen Bad Herrenalb die Eröffnung des Thermalbades und die Verleihung des Titels "Bad" im Jahre 1971 beging, zum 40. Mal.

 

Ihre Redaktion vor Ort Bad Wildbad

Markus Kugel

Fax: 07051 130891

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