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Bad Herrenalb Knapp handtellergroße Brandblase

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Im Jahr 2008 wurde der Riesen-Bärenklau zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Foto: Marquardt Foto: Schwarzwälder Bote

"Alles begann vor zwei Jahren", erinnert sich Jörg Klasser, "da entwickelte ein Mädchen meiner Pfadfindergruppe im Schwimmbad wie aus dem nichts plötzlich eine knapp handtellergroße Brandblase. Selbst die Ärzte im Krankenhaus waren überfragt. Erst später stellte sich heraus: Das Mädchen hatte zwei Tage vorher einen Riesen-Bärenklau berührt."

Bad Herrenalb. Der bis zu drei Meter hohe Riesen-Bärenklau ist für Menschen hochgradig gefährlich: Die bloße Berührung der Pflanze genügt, um über Nesselhaare in Kontakt mit einer Flüssigkeit zu kommen, die in Verbindung mit Sonnenlicht schwere Verbrennungserscheinungen erzeugt.

Dergestalt für diese Pflanze sensibilisiert, bemerkte Klasser bald, dass sich diese Pflanze im Albtal ausbreitete. Während im Gaistal bereits große Flächen betroffen sind, sind es hinunter nach Marxzell bislang noch einzelne Vorkommen. "Wenn man jetzt nichts tut, ist die Sache verloren", gibt sich Klasser überzeugt, "denn jede einzelne Pflanze kann bis zu 50 000 Samen ausbilden. Die Pflanze breitet sich sonst in kürzester Zeit entlang der Alb bis nach Ettlingen und darüber hinaus aus".

Für konzentrierte Aktion

Nach einzelnen Aktionen im Vorjahr – Spaten, Astschere und Schutzkleidung waren immer im Auto parat – wollte der Pfadfinderstamm Cherusker dieses Jahr eine größere Aktion ins Leben rufen, doch den Umständen geschuldet konnte diese am Wochenende nur in Minimalbesetzung stattfinden.

In Absprache mit den Eigentümern der Flächen – Kommune und Forst, aber auch den Landratsämtern, denn das Albtal ist ein Naturschutzgebiet, eine solche Aktion bedarf einer amtlichen Genehmigung – ging es in diesem Jahr lediglich darum, Initialpopulationen zu beseitigen.

Auf der Höhe von Marxzell wurden circa ein Kilometer des Albufers Hunderte Pflanzen ausgegraben sowie im Dobeltal und bei Rotensol mehrere Vorkommen beseitigt.

Der Wunsch von Klasser wäre es, wenn im nächsten Jahr eine konzertierte Aktion mit den Gemeinden und weiteren ehrenamtlichen Bürgern und Naturschutzverbänden stattfinden könnte. "Die Politik ist sensibilisiert, ich hege da eine gewisse Hoffnung", gibt er sich zuversichtlich.

Die Entfernung der hartnäckigen Pflanze, die von der EU auf die "Rote Liste" der invasiven und gebietsfremden Pflanzen gestellt wurde, ist aufwendig. Entweder, man mäht sie zum richtigen Zeitpunkt kurz vor der Samenreife ab, denn danach stirbt die Pflanze ab – und muss dafür die Samen einsammeln, da diese eine Notreife ausbilden. Oder man gräbt sie aus – beides erfordert Zeit und Personal.

Wichtig bis dahin ist es jedoch, die Bevölkerung zu sensibilisieren. "Ich kenne kaum jemanden, der die Pflanze erkennt. Entweder es besteht vollständige Ahnungslosigkeit – oder die Kinder trauen sich nicht mehr auf die Wiese, sobald sie irgendeine weiße Blüte sehen."

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