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Bad Herrenalb In Herrenalb wird das Abitur gemacht

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Der Geschäftsführer vom "Haus der Kirche", Klaus Holldack, zeigt auf das Zertifikat "Grüner Gockel" mit der die Tagungsstätte ausgezeichnet wurde. Fotos: Zoller Foto: Schwarzwälder Bote

Wo sich vor einigen Monaten noch Kongressteilnehmer und Referenten die Klinke in die Hand gegeben haben, wirken die Räume durch den Lockdown gespenstisch leer. "Die Corona-Krise hat auch hier ihre Spuren hinterlassen", so Klaus Holldack, Geschäftsführer im "Haus der Kirche".

Bad Herrenalb. Holldack verantwortet die Einrichtung der evangelischen Landeskirche in Baden: die Tagungsstätte "Haus der Kirche – Evangelische Akademie Baden" in Bad Herrenalb als Geschäftsführer. Die Kosten für den 100- prozentigen Umsatzausfall beziffert er mittlerweile auf 750 000 Euro – eine stattliche Summe, die sich bei einem Jahresumsatz von 2,4 Millionen bemerkbar macht.

"Die evangelische Akademie Baden ist der Betriebsteil mit der inhaltlichen Arbeit und der ist in Karlsruhe angesiedelt", sagt Holldack, der das "Haus der Kirche" als selbstständige Einrichtung des evangelischen Oberkirchenrats seit fast drei Jahrzehnten wirtschaftlich erfolgreich führt und ergänzend: "Die Akademie macht Eigenveranstaltungen, die in der Regel sechs bis acht mal in Bad Herrenalb stattfinden. Wir sind als Tagungshaus der Landeskirche die Gastgeber und unsere Aufgabe ist es, dieses Haus mit Leben zu erfüllen."

Das heißt im Klartext: Das "Haus der Kirche" macht keine Eigenveranstaltungen, sondern Holldack akquiriert und managt pro Jahr mehr als 500 regionale und überregionale Veranstaltungen für den modernen Veranstaltungsort und das Bildungszentrum für Gäste aus den Bereichen Kirche, Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft, sowie zudem eine Vielzahl an zusätzlichen Festen und Feierlichkeiten.

Das Haus, das über eine eigene Kapelle verfügt, bietet nicht nur zehn multifunktional ausgestattete Tagungsräume mit viel Tageslicht und Kapazitäten bis zu 200 Personen, sondern zudem 90 Gästezimmer mit 112 Betten. Das sorgt für jährlich über 21 000 Übernachtungen, die nicht nur Bettengeld, Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgaben in das Stadtsäckel spülen, sondern darüber hinaus auch noch zusätzliche Betten-Kapazitäten in der Kurstadt binden.

80 Prozent sind Stammkundschaft

Ob singende Krankenhäuser, Tanzfreizeit oder Vorstandstagung, das Haus ist ein "Allrounder", der rund um die Uhr für eine Vielzahl an Kunden und Kundengruppen einsetzbar ist. "Wir haben 80 Prozent Stammkundschaft", berichtet Holldack, der über Firmen wie Bosch und Daimler spricht, die er bereits seit über 20 Jahren als Gäste betreut. Dazu gehören auch verschiedene Universitäten, wie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das ebenso regelmäßig wie die Universitäten aus Heidelberg, Freiburg, Tübingen und Konstanz Veranstaltungen bucht. "Die idealen Bedingungen sprechen sich herum", erklärt Holldack, der darauf hofft, im September die internationalen "Sommerschul-Tagungen" der Universitäten ausrichten zu können, die Gäste aus der ganzen Welt nach Herrenalb bringen.

Schmunzelnd berichtet der Gastgeber auch über politisch bedeutende Gäste wie Joachim Sauer, Heide Simonis und Joachim Gauck, die er schon vor Ort begrüßen konnte und gewährt darüber hinaus Einblicke in ein Kapitel das derzeit bundesweit alle Abiturienten beschäftigt: "Hier tagen seit vielen Jahren verschiedene Auswahlkommissionen, die hier die Aufgaben für die Abiturprüfungen bestimmen." Holldack lacht und bestätigt: "Hier wird das Abitur gemacht! Und das in vielen Fächern – aber die Aufgaben bekommen wir selbstverständlich nicht zu Gesicht."

Grüner Gockel erfolgreich umgesetzt

Im Volksmund wird für die Tagungsstätte gerne nur der Zusatz "Evangelische Akademie" verwendet, denn so heißt auch die Bushaltestelle, die direkt vor der Tür am Ortsrand von Herrenalb an der Dobler Straße liegt. Das Haus, das Ende des vorletzten Jahrhunderts in seiner Grundform 1898 entstanden ist, wurde 1947 von der Badischen Landeskirche als Tagungsort für die Evangelische Akademie und die Landessynode übernommen und blickt auf eine lange Baugeschichte zurück.

Sukzessive wurde das Gebäude auf 3500 Quadratmeter erweitert und modernisiert. Mit den neuen Rahmenbedingungen waren zudem wirtschaftliche Leistungen zu erbringen, um das Haus unabhängig zu führen. Während zu Gründungszeiten das kirchliche im Vordergrund stand, muss sich das Haus nun wirtschaftlich tragen. Daher wurde das Konzept des Veranstaltungsortes durch ein zukunftsweisendes ökologisches Profil weiterentwickelt und durch den "Grünen Gockel" bereits vor einem Jahrzehnt das europäische Umweltmanagementsystem EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) erfolgreich umgesetzt.

Damit sei die Tagungsstätte eine zertifizierte Einrichtung, die systematisch, nachvollziehbar und kontinuierlich durch ihr Handeln zur Entlastung der Umwelt beiträgt und dieses Handeln auch öffentlich macht. Nicht ohne Stolz präsentiert Holldack das Umweltzertifikat, das die Einrichtung als "nachhaltig – umweltgerecht – glaubwürdig" auszeichnet, was bereits mehrfach bestätigt wurde.

Damit würden nicht nur Betriebskosten gesenkt werden, sondern zudem erfolgreich Ziele verfolgt, die die Umwelt schonen. Neben dem Ausschank von Transfair Kaffee und Verwendung von Süßwaren in Bio-Qualität, stammt der Strom aus 100 Prozent regenerativen Erzeugungen. Als Mitglied im Konus-Nahverkehrsverband steht allen Übernachtungsgäste der öffentliche Personennahverkehr im gesamten Nordschwarzwald inklusive der Anbindung an den Hauptbahnhof Karlsruhe kostenfrei zur Verfügung.

Regionale Anbieter und die Verwendung saisonaler, frische Produkte sind das Markenzeichen der hauseigenen Küche, die jährlich mehr als 25 000 Gäste mit badisch-schwäbischer Küche verköstigt. Da in Corona-Zeiten neue Hygieneregeln gelten, organisiert Holldack bis zur Öffnung am des Tagungsortes am 3. Juni auch diese Herausforderungen und hofft, dass die Krise irgendwann ein Ende haben wird.

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