Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Bad Herrenalb Henhöferheim hat einen neuen Hausvater

Von
Pfarrer im Ruhestand Winfried Gruhler wird als Hausvater die kommenden fünf Jahre die Ge­schicke des Henhöferheims in Neusatz mit begleiten. Foto: Gegenheimer Foto: Schwarzwälder Bote

Eigentlich ist Pfarrer Winfried Guhler schon im Ruhestand. Jetzt übernimmt er die Rolle des Hausvaters im Henhöferheim in Bad Herrenalb-Neusatz. An die vielseitige Aufgabe geht der 66-Jährige bereits jetzt mit Feuereifer und legt unmittelbar los.

Bad Herrenalb-Neusatz. Das Henhöferheim hat wieder einen Hausvater. Kürzlich wurde Winfried Gruhler in einem festlichen Gottesdienst – aus Platzgründen in der Bad Herrenalber Klosterkirche – offiziell in diese Aufgabe eingeführt.

Seit dem Abschied des Pfarrerehepaares Margarete und Hans-Joachim Goos zum Jahreswechsel 2013/14 war die Stelle verwaist gewesen. Der Trägerverein des Hauses, der Freundeskreis der Volksmission mit seinem Vorsitzenden, Pfarrer Lothar Eisele, hatte jetzt Erfolg und einen Nachfolger gewonnen.

Gruhler ging im März dieses Jahres nach fünf Jahren als Gemeindepfarrer in Neuenbürg-Arnbach und Keltern-Niebelsbach in den Ruhestand. "Im Herbst davor wurde überraschend dieses Angebot an mich herangetragen", erzählt er rückblickend. Da seine Ehefrau Marie-Luise ihre Aufgabe bei der Stadtmission in Pforzheim gefunden hat, war für Gruhler klar: "Diesen Auftrag der geistlichen Betreuung nehme ich gerne für die kommenden fünf Jahre an." Bereits zu Ostern verlegte das Ehepaar Gruhler sein Wohndomizil in den Luftkurort, genauer in das seither sporadisch als Gästehaus genutzte Henhöfer-"Pfarrhaus". "Der Umzug erfolgte haarscharf vor Corona", berichtet der 66-Jährige. Überhaupt kam er in einer Ausnahmesituation in das christliche Freizeitheim.

In einer Zeit, als keine Gäste da waren, die Mitarbeiter überwiegend in Kurzarbeit, der geistliche Mitarbeiter Olav Billau gerade in Elternzeit gegangen. Eine herausfordernde Zeit, aber gerade deshalb auch eine mit Chancen. "Ich konnte gute Gespräche mit der erfahrenen, langjährigen Hausleiterin Christine Lauer führen", berichtet Gruhler, "seit der Wiederöffnung im Juni Bibel- und seelsorgerliche Gespräche mit Gästen. Nach Pfingsten habe ich gleich die erste Wochenfreizeit geleitet." Und er meint dazu: "Pfarrer ist eben doch eine Berufung." Den Schwerpunkt seiner Tätigkeit sieht er daher auch künftig in der geistlichen Unterstützung von Gästen, die die Möglichkeit erhalten sollen, in Neusatz zur Ruhe zu kommen – geistig wie körperlich – und sich neu auf Gott auszurichten. "Die Kapelle ist mittlerweile verlässlich geöffnet. Außerdem führe ich die Wochenschlussandacht am Samstagabend um 19 Uhr fort", berichtet Gruhler von jenen Dingen, die er in die Hand genommen hat. Einen ausgeschilderten Weg mit geistlichen Impulsen kann sich der neue Hausvater zudem gut vorstellen: "Unter Einbeziehung des faszinierend weiten Blickes, den man hier oben hat." Aber das sei ein längerfristiges Projekt.

Aktuell freut sich der neue Hausvater, dass wieder Leben eingekehrt ist im Henhöferheim und Gäste kommen, die sich trotz aufwändigem Hygienekonzept wohlfühlen. "Aktuell haben wir eine Gruppe mit 27 Personen da", erzählt Gruhler, "das ist für die Hausleitung schon eine logistische Herausforderung. Wir belegen die Gruppenräume, auch die Räume für die Mahlzeiten, nur mit entsprechendem Abstand. Vollbelegung ist also unmöglich."

Lage sieht besser aus

Immerhin sehe es mittlerweile besser aus als im ersten Halbjahr: "Da konnten mit den Einnahmen gerade mal die Hälfte der Personalkosten gedeckt werden." Reich beschenkt worden sei das Freizeitheim in dieser Zeit von zahlreichen Unterstützern: "Sie haben im ersten Halbjahr so viel gespendet wie sonst in einem ganzen Jahr."

Gut gebrauchen konnte das Haus diese finanzielle Unterstützung: In der Zeit der Schließung von März bis Mai wurde unter anderem die Elektrik auf einen neueren Stand gebracht sowie Feuchtigkeitsschäden infolge einer Dachundichtigkeit behoben. "Dinge", so verdeutlicht Gruhler, "die während der Anwesenheit von Gästen schwierig gewesen wären." Doch auch jetzt wird unermüdlich am Bestand des Freizeitheimes gearbeitet: Anfang dieses Monats wurde in einer "Ora et Labora"-Freizeit unter Leitung von Roland ­Becker und Jochen Schreiber ehrenamtlich das Waldhaus freigeschnitten und die Fassade frisch gestrichen, außerdem der Spielplatz auf Vordermann gebracht.

"Mittendrin sind wir mit der Jahresplanung 2021", berichtet der neue Hausvater weiter, "unsere Hausleiterin Christine Lauer bringt hier viel Erfahrung ein. Ich selbst werde einige Freizeiten leiten."

Gruhler richtet derzeit noch sein Büro im Pfarrhaus ein. "Und ich versuche, des ziemlich dichten Bewuchses im Garten Herr zu werden", meint er. Wünschen würde sich Gruhler für die nächsten Monate im Henhöferheim "idealerweise zahlreiche Kleingruppen, die unser Haus buchen. Die schöne Glasveranda, die ruhige Atmosphäre und die Landschaft ringsum können auch in der kalten Jahreszeit punkten."

Artikel bewerten
5
loading

Ihre Redaktion vor Ort Bad Wildbad

Markus Kugel

Fax: 07051 130891

Top 5

1

Kommentar

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.