Überall wird gebaggert und gebuddelt. Foto: Gartenschau Bad Herrenalb 2017

Kommunen: Stadt erhofft sich Modernisierungsschub. Kurort investiert zehn Millionen Euro.

Bad Herrenalb - So manches Schwarzwaldbad hat mit dem Ende der klassischen Kuren etwas den Anschluss verloren. In Bad Herrenalb soll eine Gartenschau den nötigen Modernisierungsschub bringen. Bis zum Start 2017 bekommt der Ort eine Rundumerneuerung.

Der Kurort Bad Herrenalb (Kreis Calw) präsentiert sich als geschäftige Baustelle. Die Kurpromenade glänzt nach monatelanger Arbeit frisch asphaltiert mit breiten Fußwegen aus Granitpflaster und hellen Steinplatten. Im Kurpark bekommt das Flüsschen Alb ein naturnahes Bett. Bürgermeister Norbert Mai hat sichtlich Freude an dem Projekt, zu dem sich Bad Herrenalb seinen Gästen in einem Jahr rundum herausgeputzt zeigen will. "Die Gartenschau ist ein Glückstreffer", sagt der 60 Jahre alte Verwaltungschef des 7500 Einwohner zählenden Städtchens.

Die Gartenschau, für die das Land einen Zuschuss von zwei Millionen Euro gibt, ist nur das Kernprojekt, um das herum sich die Stadt erneuert. Weiteres Geld kommt aus dem Innenstadtsanierungsprogramm. Mai berichtet von Geschäftsleuten und Hausbesitzern, die in ihre Immobilien investieren.

Bad Herrenalb habe 2008 vor der grundsätzlichen Entscheidung gestanden, wie es weitergehen soll, sagt der Verwaltungschef. Sollte die Kur­stadt weiter auf Tourismus setzen oder eine einfache Wohngemeinde werden? "Unsere Infrastruktur ist in die Jahre gekommen", sagt Mai. Also bewarb man sich um eine sogenannte kleine Gartenschau, die jedes zweite Jahr im Wechsel mit einer Landesgartenschau im Südwesten veranstaltet wird.

200 000 Besucher erwartet

2017 ist aus Mais Sicht ideal, weil dann auch 130 Jahre Stadtrecht gefeiert werden. Am 13. Mai 2017 soll die Gartenschau eröffnet werden. Bis zum 10. September erwarten die Organisatoren 200 000 Besucher. Alles zusammen kostet rund zehn Millionen Euro, rund die Hälfte für Investitionen, die bleiben. Für die Veranstaltung selbst sind 5,2 Millionen Euro kalkuliert, die durch Eintritt, Sponsoren, Spenden und Konzessionseinnahmen gedeckt werden sollen. Ob am Ende eine rote Zahl bleibt, hängt stark davon ab, wie viele Besucher kommen – und da spielt das Wetter eine wichtige Rolle.

Die Gäste erwartet kein komplett neu angelegter Park. Auf dem 7,7 Hektar großen dreiteiligen Gelände aus Klosterareal, Kurpark und Schweizerwiese stehen bereits prächtige Bäume. Dazu soll es viele blühende Beete geben, Verbände und Vereine werden sich präsentieren, und auf einer Bühne läuft ein vielfältiges Programm. Verbindendes Element ist der Fluss Alb.

Dauerhafte Wirkung

Die erste Gartenschau gab es 1980 in Ulm. Die Friedrichsau wurde als 30 Hektar großer Stadtpark an der Donau erneuert. Der Chef der städtischen Grünflächenabteilung, Christian Giers, sagt, auch 36 Jahre später seien die Grundstrukturen noch erhalten.

Der Geschäftsführer der Förderungsgesellschaft für die baden-württembergischen Landesgartenschauen, die Städte bei der Ausrichtung begleitet, Martin Richter, unterstreicht die dauerhafte Wirkung. Das Fünf- bis Siebenfache der öffentlichen Investition komme noch einmal von Unternehmen und Bürgern hinzu. Oft werde die Planung zu Beginn von Kritik aus der Bevölkerung begleitet, sagt Richter. Letztlich gebe es aber immer eine sehr große Identifikation der Bevölkerung mit den Veranstaltungen. Für Bad Herrenalb hält der Geschäftsführer Lob bereit: "Wir haben Glück, dass wir eine tolle Mannschaft vor Ort haben. Die Baumaßnahmen sind mehr als im Zeitplan."

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