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Bad Herrenalb Feuerwehr befreit "eingefrorene" Wasservögel

Von
Foto: Wiedermann

Zu einem ungewöhnlichen Feuerwehreinsatz kam es am Montagabend an der "Neusatzer Pfütz": Nachdem wegen der Kälte auf dem kleinen künstlichen Teich mehrere Tiere, Laufenten und Enten, festgefroren waren, rückte die Feuerwehr der Abteilung Neusatz-Rotensol an und befreite die Tiere aus ihrer misslichen Lage. Mehr dazu lesen Sie in unserem (SB+)-Artikel.

Bad Herrenalb-Neusatz - Monika Wiedermann aus Rotensol ist viel an der frischen Luft. Auch am Montagnachmittag war sie mit einer Freundin unterwegs. Bei dem Spaziergang kamen die beiden auch an der "Neusatzer Pfütz" vorbei – und trauten dabei kaum ihren Augen bei dem, was sie da sahen. Wegen der kalten Temperaturen war der kleine und recht flache Teich bereits zugefroren. Das muss offenbar so schnell passiert sein, dass sich einige Tiere nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Und so entdeckte Wiedermann etwa zehn Tiere, Laufenten und normale Enten, die im See festgefroren waren und nicht mehr aus eigener Kraft herauskamen.

So entschloss sich Wiedermann, am Abend noch einmal zu dem Freizeitgelände mit (geschlossenem) Aussichtsturm zu gehen und nachzuschauen, was aus den Tieren geworden war. Doch auch da bot sich ihr noch das gleiche Bild. Die Tiere kämpften und mühten sich ab, konnten sich aber aus eigener Kraft nicht befreien. "Die Tiere sind eigentlich nur im Sommer da", weiß Wiedermann. Wem die Tiere gehören, wisse niemand. Aber es sei wohl so, so erklärt sie, dass sie nicht an das Leben in der freien Wildbahn gewöhnt seien und deshalb auch im Winter nicht draußen seien.

Verein pflegt Gelände

Bis 2016 bewirtschaftete der Kleintierzüchterverein das Gelände mit dem Turm. Seither kümmert sich der Förderverein Aussichtsturm "Neusatzer Pfütz" um das eingezäunte Areal und übernahm Grundstückspflege und Turmpacht. Und ein Mitglied des Vereins kümmert sich nach Aussage von Wiedermann auch ehrenamtlich um die offenbar herrenlosen Tiere. Im Winter nehme sie diese sogar bei sich auf, und die Tiere verbringen die kalte Jahreszeit dann im Warmen, da sie den Winter draußen wohl nicht überleben würden.

Da die Wasservögel schon ziemlich entkräftet gewesen seien und die Nacht draußen möglicherweise nicht überlebt hätten, handelte Wiedermann. Weil sie nicht wusste, an wen sie sich sonst wenden könnte, wählte sie kurzerhand den Notruf 112. Daraufhin rückte die Feuerwehr der Abteilung Neusatz-Rotensol an und befreite die Tiere aus ihrer misslichen Lage.

Ohne Dringlichkeit

Um 16.50 Uhr sei die Abteilung "ohne Dringlichkeit" alarmiert worden, um eingefrorene Enten zu retten, erzählt Michael Badouin von der Feuerwehr schmunzelnd. Mit insgesamt 15 Einsatzkräften rückte die Abteilung an. Nicht im klassischen Sinne eingefroren seien die Tiere gewesen, so Badouin weiter. Vielmehr sei es so gewesen, dass die Enten sich auf dem Eis schlicht und ergreifend nicht vorwärtsbewegen konnten. Manche seien auch in einem vom Eis umgebenen Loch geschwommen und nicht weitergekommen. "Sie konnten nicht selbstständig heraus", erzählt er. Mithilfe von Seilen habe man dann versucht, die Enten einzeln in die Enge zu treiben und anschließend zu befreien.

Nach etwa einer Stunde war der ungewöhnliche Einsatz wieder beendet und die Tiere konnten in die Obhut der ehrenamtlichen Betreuer übergeben werden. "So etwas habe ich noch nie gesehen", freute sich Badouin im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten über den Einsatz der etwas anderen Art.

Aussichtsturm an der "Neusatzer Pfütz" steht seit 1938

Seit 1938 gibt es einen Aussichtsturm in Bad Herrenalb-Neusatz. Er steht an der Neusatzer Pfütz, einem kleinen Teich am Ende des Weingässles. Von der Einweihung des Turms am 5. Juni 1938 existieren noch eine Fotografie und eine Liste mit Unterschriften. Die Unterzeichner verbrachten dort eine Freizeit der nationalsozialistischen Organisation "Kraft durch Freude" (KdF). Auch die Hitlerjugend nutzte das zweite und dritte Obergeschoss des Turms. Es diente als Ferienlager für wöchentlich wechselnde Gruppen. Von 1940 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das erste Obergeschoss von der Gemeinde Neusatz als "Ernte-Kindergarten" genutzt. Dort wurden die Kinder betreut, während die Mütter bei der Forst- und Feldarbeit halfen.

Die oberste Etage des Turms war offen und ohne Fenster. Sie war als Aussichtsetage gedacht. Sie wurde aber auch über Mittag als Ruheraum für die Kinder genutzt, die dort an der frischen "Höhenluft" ihren Mittagsschlaf machen sollten.

Nach dem Krieg mietete die evangelische Paulus-Pfarrei Karlsruhe den Turm für das evangelische Landesjugendpfarramt Karlsruhe. Jugendliche aus der Stadt hatten so die Gelegenheit, Freizeiten auf dem Land zu verbringen.

Mitte August 1969 übergab die Gemeinde Neusatz die beiden oberen Etagen dem "Jugendclub 67" zur Nutzung.

Ebenfalls Ende der 1960er-Jahre übernahm der Kleintierzüchterverein Neusatz die beiden unteren Etagen. Anfang der 1970er-Jahre, als der Jugendclub seine Arbeit nicht mehr weiterführen konnte, übernahmen die Kleintierzüchter den gesamten Turm.

Da sich der Kleintierzüchterverein im Jahr 2016 auflöste, endete der Pachtvertrag. Nun wurde dem neu gegründeten "Förderverein Aussichtsturm Neusatzer Pfütz" die Nutzung des Turms gestattet und die Pflege des Geländes übertragen. Mit Mitteln des baden-württembergischen Förderprogramms "Entwicklung Ländlicher Raum (ELR)" konnte das markante Bauwerk als Gemeinschaftseinrichtung für Bürger und Vereine saniert und ausgebaut werden.

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