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Bad Herrenalb Fachmann spricht von Glücksfall

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Herbert Krempel (Mitte) referierte als Bibliothekar über das Gebetbuch, rechts steht Initiatorin Sabine Zoller. Foto: Glaser Foto: Schwarzwälder Bote

Nachdem der erste Informationsabend in der Schalterhalle der Sparkasse die Möglichkeit geboten hatte, das Gebetbuch in den eigenen Händen zu halten, vermittelte Bibliothekar Herbert Krempel bei seinem Vortrag wissenswertes rund um Struktur und Aufbau des Herrenalber Gebetbuches.

Bad Herrenalb (sz). Der Blick richtete sich auf die derzeit in der Schalterhalle der Sparkasse ausgestellten Faksimile, um Spenden für den Erwerb der originalgetreu nachgebildeten Reproduktion zu generieren.

Eine Herausforderung

Das erläuterte Sabine Zoller, Initiatorin der Spendenaktion. Für den Dia-Vortrag wurden Räumlichkeiten im Kurhaus zur Verfügung gestellt. Viele Interessenten waren gekommen, um mehr über das faszinierende Kleinod zu erfahren, das für den Referenten selbst eine Herausforderung darstellte, wie er selbst berichtete. "Unter den wenig erhaltenen Handschriften, die heute überhaupt noch mit dem Zisterzienserkloster Herrenalb in Verbindung gebracht werden können, nimmt das Gebetbuch einen hervorgehobenen Platz ein." Es ist die Aufgabe von Bibliothekaren, Schriftgut zu sammeln, zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. "Besonders für die heutigen digitalen Medien, aber auch für Bücher ist es nicht leicht, diese in die Zukunft zu retten", so Krempel. Anders als Pergament zerstört sich säurehaltiges Papier nach Jahrzehnten selbst und digitale Medien sind noch weniger haltbar, weil sie von Abspielgeräten abhängig sind. Dass das Herrenalber Gebetbuch unversehrt die Jahrhunderte überdauert hat, bezeichnet der Fachmann als Glücksfall. "Welche Lebensdauer Pergament hat, sieht man daran dass die ältesten Handschriften über 1000 Jahre alt sind und nichts von ihrer damaligen Faszination eingebüßt haben." Das Herrenalber Gebetbuch ist vor mehr als 500 Jahren in Herrenalb entstanden und liegt heute im Original in der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz zu Berlin. Wie und wann es dort hin kam, ist nicht überliefert.

Verschiedene Formen

Krempel berichtet darüber, dass das Exlibris, also der Besitzstempel des Gebetbuches, nur annähernd Auskunft darüber gibt, weil die Bibliothek im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Formen von Exlibris genutzt hat.

Die Geschichte der Bibliothek spiegelt sich seit 1661 nicht nur in ihren verschiedenen Namensgebungen wieder, sondern auch in ihrem vielfältigen Stempelmaterial, dessen Abdrucke den Bestand der Bibliothek kennzeichnen. Als Stempelfarbe üblich, so die Ausführungen von Krempel, war und ist das leuchtende Rot. In der Historie kommen aber auch die Farben Rotbraun und Blau vor. Die Form des Exlibris im Herrenalber Gebetbuch wurde von 1795 bis 1840 verwendet.

Mit seinen detailreichen Ausführungen zur Gliederung des Gebetbuches war Interessantes über die Miniaturen das Passionszyklus, Marien-, Heiligen-, Kommunion- und Messgebete, Bußpsalmen sowie das Kolophon, das Schlusswort der Handschrift, zu erfahren. Nach einem knapp einstündigen Vortrag folgte eine anregende Diskussion, die aufzeigte, wie sehr sich die Herrenalber für die Geschichte der Zisterzienser im Ort und die Handschrift interessieren. Zudem wurde fleißig gespendet.

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