Immer voll im Einsatz: Orchesterleiter Franc Zibert mit dem Akkordeon-Orchester beim musikalischen Winterabend 2018.Foto: Gegenheimer Foto: Schwarzwälder Bote

Jubiläum: Akkordeon-Orchester feiert runden Geburtstag

50 Jahre Akkordeon-Orchester Bernbach: Mit Irene Kraft, Ernst Kull, Helene und Karl Pfeifer, Otto Pfeifer und Edgar Zimmermann dürfen sechs Gründungsmitglieder das Jubiläum dieses Jahr mitfeiern.

Bad Herrenalb-Bernbach. Für die auftritterprobten Musiker war lange klar: Dieser Geburtstag muss groß gefeiert werden! Ein Jubiläumsfest mit Festbankett war für Juni geplant.

Da jedoch in dieser speziellen Zeit nichts funktioniert wie sonst, möchten die Vereinsmitglieder auf Zeitung und soziale Netzwerke zurückgreifen, um ihr Jubiläum publik zu machen. Über die Facebook-Seite und die Homepage www.akkordeonorchester-bernbach.de sind zahlreiche Dokumente aus 50 Jahren zu sehen – und zu hören. "Wir möchten das Bestmögliche aus unserem Jubiläumsjahr machen", verspricht Claudia Kull vom Vorstands-Dreiergremium. Das Jubiläumskonzert am 16. Oktober ist noch nicht aufgegeben.

Größtes Fest vor 25 Jahren

Es war der 6. August 1971, als sich 17 Bernbacherinnen und Bernbacher im kleinen Schulsaal trafen, um ihr Akkordeon-Orchester zu gründen. Im Juni darauf erfolgte der Eintrag ins Vereinsregister. So lange warteten die Mitglieder aber nicht, sich musikalisch zu präsentieren: Bereits im Oktober 1971 fand ein erstes Konzert in der Gemeindehalle statt, zu dem die Bernbacher selbst unter Leitung des späteren Ehrendirigenten Albert Thoma und mit dem ersten Vorsitzenden Otto Heinrich aufspielten. Auch der Männergesangverein des Höhenortes sowie das Patenorchester aus Daxlanden leisteten musikalische Beiträge.

Ein Jahr später gab es eine erste Weihnachtsfeier, die in guter Kooperation mit dem Männergesangverein sowie bereichert um Auftritte einer eigenen Laientheatergruppe veranstaltet wurde. Außerdem erweiterte der junge Verein schnell sein Betätigungsfeld – es folgten Heimatabende und Kurkonzerte im Bad Herrenalber Kurhaus, Gastauftritte bei befreundeten Vereinen, die bald regelmäßige Mitgestaltung des Muttertagsgottesdienstes in der Bernbacher Kirche.

Jedes "Jubiläum" wurde seither festlich begangen, bereits zum Zehnjährigen 1981 trat das Orchester in eigener Vereinstracht auf, möglich gemacht durch den Erlös aus einem vorangehenden öffentlichen Grillfest. Das 25-Jährige im Jahr 1996 war das bis heute größte Fest des Akkordeon-Orchesters, das mit Festbankett, einem bunten Dorfabend und jeder Menge Musik über drei Tage gefeiert wurde.

Fleiß und Ausdauer

Albert Thoma, 2020 verstorbener langjähriger Dirigent, Ehrendirigent und Gründungsmitglied: selbst Akkordeonschüler in Bernbach beim damaligen Musiklehrer Straub, später selbst Ausbilder, war er der Initiator zur Vereinsgründung, ging 27 Jahre mit Motivation, Fleiß und Ausdauer als Dirigent voran. Thoma machte früher Tanzmusik, spielte auch für die Bad Herrenalber Trachtengruppe und leitete mehrere Gesangvereine.

Im Jahr 1998 übernahm der gebürtige Slowene Franc Zibert den Taktstock. Ein echter Hochkaräter, kam er unter anderem vom Musikstudium am Konservatorium in Ljubljana mit den Hauptfächern Akkordeon und Posaune sowie einem Akkordeon-Studium an der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen.

André Thoma, im Bernbacher Akkordeon-Orchester groß geworden, Musiker und Musikpädagoge, studierte unter anderem am Hohner Konservatorium in Trossingen bei namhaften Lehrern Akkordeonlehrer mit dem Hauptfach Jazz-Akkordeon. Er ist bis heute als Akkordeon-, Keyboard- und E-Bass-Lehrer für die Ausbildung der Jugend im Akkordeon-Orchester tätig.

Fast 200 Mitglieder

Das Dreiergremium bilden heute Susanne Henssler-Hug, Claudia Kull und Bruno Zimmermann.

Der Verein zählt fast 200 Mitglieder. 16 aktive Musiker zählt das Orchester. Einige Kinder sind in Ausbildung.

Das Orchester hat sein Repertoire über die Jahre kontinuierlich ausgebaut. Marschmusik, Walzer, Tango, Klassik, Rock, Pop, Musical- und Filmmusik, von "Highland Cathedral" bis "Skyfall", von Udo Jürgens bis Metallica – es gibt nichts, was das Akkordeon nicht hergibt, zeigt das Orchester mit seinem kreativen Dirigenten.

Neue Veranstaltungen wie die Dorfhocketse, Auftritte auf der Gartenschau Bad Herrenalb im Sommer 2017 bis hin zu einem Konzert in den Burgweganlagen in Meersburg zählen zu den Paradeauftritten.

Große Portion Liebe

Geblieben und immer bestens besucht ist der musikalische Winterabend mit unvergessenen Auftritten wie Duetten von Susanne Henssler-Hug – seit 47 Jahren aktiv im Orchester! - mit André Thoma oder Dirigent Zibert und der hohen Schule des Akkordeons, mit Gesangseinlagen von Anke Glasstetter oder Gastauftritten von Lea Abendschön, mit Zimmermannschen Familieneinlagen mit Arno, Bruno, Fred und Philipp und ganz verschiedenen Akkordeontypen. Die "Oldies but Goldies" Kurt Faas und Ernst Kull begeisterten ebenso wie Nicolai Zimmermann alias Nyso als Rapper.

Motivation, Fleiß und eine große Portion Liebe zum Akkordeon prägen das Orchester. Zuneigung zur Musik, Gemeinschaft mit Gleichgesinnten und Pflege des Vereins- und Dorfgemeinschaftslebens durch Wanderungen, Helferfeste, Probewochenenden, Vereinsausflüge wie dem unvergesslichen Norwegenausflug per Schiff 2013 – sie alle sind Garantie für das Fortbestehen des Vereins.

Neu eingespielt

Als besonderer Leckerbissen zum Jubiläum ist über die Homepage das allererste Stück des allerersten Konzerts des Orchesters, die Jugend-Hymne von Curt Mahr, neu eingespielt nach Vorgaben von Dirigent Zibert, optisch und akustisch zu erleben.

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