Calwer Straße in Neusatz: Unter anderem wird hier eine durchgängige Tempo-30-Begrenzung gefordert. Foto: Archiv

Bürgermeister Liste mit Unterschriften vorgelegt. Vorschlag für Tempo 30 hat bereits 135 Unterstützer.

Bad Herrenalb-Neusatz - Bereits vor Wochen hat die Bürgerinitiative für weniger Verkehrslärm und mehr Sicherheit im Verkehr im Bad Herrenalber Ortsteil Neusatz einen Brief an die Stadtverwaltung Bad Herrenalb und das Landratsamt Calw verfasst.

Bis jetzt habe es keine Reaktion gegeben. Deshalb fordern Otto Scherer, Jörg Schulz und Wilhelm Dürr nun in einem weiteren Schreiben Geschwindigkeitsüberprüfungen, Tempolimits und Fußgängerüberwege.

Was will die Initiative? Tempo 30 in den verkehrsreichsten Straßen in Neusatz: der Uhlandstraße, der Calwer Straße und in der Neuenbürger Straße. Dort ist noch keine durchgängige Tempo-30-Begrenzung.

In Nebenstraßen sei Tempo 30 bereits eingeführt, was zu weniger Lärm, Gestank und Gefährdung führe. Außerdem will die Initiative Zebrastreifen an den Bushaltestellen und im Bereich des Friedhofs, Lärm- und Geschwindigkeitsmessungen und elektronische Geschwindigkeitstafeln an allen Ortseingängen und den gefährlichsten Stellen an Kirche und Bushaltestellen.

Liste mit Unterschriften

135 Unterstützer habe die Initiative bereits. Eine Unterschriftenliste wurde Bürgermeister Hoffmann im Mai persönlich vorgelegt, steht in dem neuen Schreiben. Den Erhalt der Liste kann Pressesprecher Christian Siebje auf Nachfrage des Schwarzwälder Boten bestätigen.

"Bei diesem Besuch haben wir noch mal auf unsere kurzfristige Forderung der Anbringung von Geschwindigkeitstafeln hingewiesen", heißt es weiter.

Hoffmann hält Geschwindigkeitstafeln ebenfalls für sinnvoll. Sie würden den Verkehrsteilnehmern positive oder negative Rückmeldungen über die gefahrenen Geschwindigkeiten geben und dadurch mehr Einfluss auf das Fahrverhalten ausüben als normale Gebotsschilder. Scherer selbst hat sich bereits überlegt, eine Anzeigetafel in seinem Vorgarten aufzustellen. "Im privaten Bereich sind die aber nicht erlaubt. Mir wurde gesagt, dass es eine Ablenkung für die Autofahrer wäre", sagt Scherer. Eine Anzeigetafel koste rund 980 Euro. Doch der Haushalt der Stadt sei vom Landratsamt noch nicht genehmigt worden, wie Siebje bestätigt. Solange könne nichts angeschafft werden.

Messgerät zugelegt

Die Initiative führe jetzt auch eigene Lärmmessungen durch, heißt es in dem Schreiben weiter. Dafür hätten sie sich ein Messgerät zugelegt. Gemessen wird in den Straßen, in denen die Initiative durchgängig Tempo 30 fordert, also Uhlandstraße, Calwer Straße und Neuenbürger Straße.

"Wir messen seit vier Tagen. Schon jetzt konnten wir feststellen, dass die Werte etwa 80 Prozent über den Richtwerten liegen", erklärt Scherer. Die Richtwerte für Wohngebiete liegen laut der technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm bei 55 Dezibel tagsüber und 40 Dezibel nachts. Lärmbelastungen oberhalb von 65 Dezibel am Tag und 55 Dezibel in der Nacht liegen laut dem Landesministerium für Verkehr im gesundheitskritischen Bereich. Genauere Zahlen will Scherer erst veröffentlichen, wenn er vier Wochen gemessen hat.

Die Initiative sei in der Zwischenzeit mit Bürgern aus anderen Ortsteilen in Bad Herrenalb im Gespräch. "Es regt sich etwas, wir versuchen größer zu werden", sagt Scherer. Auch an die Landesregierung wolle man noch schreiben, falls sich von Stadt und Kreis niemand regt.

"Ich werde die Sache bis zum Ende verfechten und nicht nachgeben", hat Scherer von Anfang an gesagt. Hoffmann selbst sagt, dass er seit Wochen in engen Gesprächen mit der Bürgerinitiative und auch mit dem Landratsamt Calw ist, was die Verkehrssituation in Neusatz,  Bernbach und Althof angeht. Dabei wurde vereinbart,  dass Stadtverwaltung, Ortsvorsteher und Landratsamt eine Verkehrsschau vor Ort vornehmen. "Aussagen über den weiteren Umgang mit den Forderungen der Bürgerinitiative können wir als Stadt erst nach der Auswertung der Ergebnisse der Verkehrsschau treffen", erklärt Siebje.