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Bad Herrenalb Ausharren auf dem Hochsitz – oft umsonst

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Alle Hände voll zu tun: Gundula und Helmut Link beim Elektrozaun in Neusatz. Foto: Zoller Foto: Schwarzwälder Bote

Schwarzkittel sind Feinschmecker. Und weil zum Frühlingsbeginn die frischen Wildkräuter auf den Wiesen locken, werden nun erneut Verwüstungen erwartet.

Bad Herrenalb. "Das ist ein Thema, das uns in den nächsten Jahrzehnten beschäftigen wird, denn es wird auch in unseren Breitengraden immer wärmer", erklärte Minister Peter Hauk bei der Pressekonferenz der Naturparke im Februar. Damit verbunden erhöht sich die Population und Jäger sowie Landwirte haben gleichermaßen mit der stetig steigenden Zahl an Schwarzwild zu kämpfen.

Während die Wildsau in der Kunst mittlerweile als beliebte Malvorlage und Modell für Künstler aller Art avanciert, ist die leibhaftige und im Wald lebende Wildsau für Gundula und Helmut Link ein Thema, mit dem sie sich seit fünf Jahren herumschlagen müssen. Zumal die Jagdpächter für den Schaden der Schwarzkittel persönlich haften.

Doch so einfach ist es nicht, die listigen Wildschweine zu bejagen. "Dafür braucht man viel Geduld", erklärt Gundula Link, die als Jagdhelferin den Jagdschein schon fast in der Tasche hat – aber auf Grund der Corona-Krise keine weiteren Lehrgänge besuchen kann. Seit fünf Jahren begleitet sie ihren Mann beim Ansitzen auf dem Hochsitz und berichtet über das oftmals vergebliche Ausharren in den langen kalten Nächten.

Bevorzugte Flächen

Besonders gefährdet sind aber nun erneut die Wiesen und Weideflächen von Landwirt Heiko Duss in Neusatz, Eigentümer des Schwalbenhofs. Die Wiesen in sonniger Lage sind für die Schwarzkittel vom schützenden Wald aus gut und sicher zu erreichen, sodass die Tiere nur schwer zu bejagen sind.

Von Dezember bis März, so Tobias Volg vom "Forstbezirk Westlicher Schwarzwald", wurden lediglich 82 Wildschweine mit Schwerpunkt Marxzell, Bernbach und Gaggenau erlegt. Allein 27 Sauen gehen auf das Konto von Helmut Link. Eine stolze Summe, doch das genügt nicht, um der Population Herr zu werden.

In Bad Herrenalb wüteten die Sauen erneut auf dem Golfplatz – und auch in Neusatz kennt Link die bevorzugten Flächen. "2019 haben wir zum Schutz der Wiesenflächen einen Elektrozaun mit drei Litzen gezogen, das sind hochgerechnet rund 6000 Meter Elektrodraht", erläutert der Jagdpächter. Wegen der Corona-Verordnungen darf er nur alleine – oder in Begleitung seiner Ehefrau – die zwingend notwendigen Arbeiten verrichten.

Zum Beheben der Sturmschäden und der mutwilligen Beschädigungen des Elektrozauns ist Man-Power gefragt. "Weil es so mühsam ist, den Fehler bei den beschädigten Litzen zu suchen, haben wir uns dazu entschlossen, robustere Litzen zu kaufen", erklärt Gundula Link.

Derzeit Geduld gefordert

Weil beim Anbringen des Elektrodrahtes alles straff angezogen und verankert werden muss, damit die Spannung erhalten bleibt, ist derzeit Geduld gefordert. "Wir können das zu zweit nicht alleine bewerkstelligen." Helmut Link bedauert diese Situation, denn nach wie vor ist der Abschuss von Wildschweinen zu einer willkommenen Abwechslung auf dem Speiseplan vieler Restaurants geworden. "Normalerweise beliefern wir die örtlichen Restaurants mit unseren Wildsauen", so Link, der an seiner Pfeife rauchend hinzufügt: "Aber das geht ja nun in Corona-Zeiten nicht mehr."

Während das Projekt "Wilde Sau" in Bad Wildbad bereits Jäger, Metzger und Naturparkwirte in einem Netzwerk verbindet, um das Fleisch der begehrten Wildschweine zu vermarkten, will Link das Wildschweinfleisch nun auch in Bad Herrenalb einem interessierten Kundenkreis zugänglich machen. Zumal es sich um das "gesündeste Fleisch handelt, das es gibt". Die Telefonnummer 07083/14 15 gilt auch beim Melden von Wildschäden im Bereich Rotensol-Neusatz.

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