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Bad Herrenalb Aktuell sind alle Maschinen gemietet

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Bereits auf dem Hoffest Mitte Oktober formulierte die Familie Duss-Dreßler ihren Wunsch zum Wiederaufbau ihres Stalles; hier Heiko Duss vor Plakaten. Foto: Gegenheimer Foto: Schwarzwälder Bote

Sechs Wochen liegt der Großbrand auf dem Schwalbenhof in Neusatz zurück. Dass es Brandstiftung war und ein Tatverdächtiger schnell festgenommen werden konnte, hilft den Familien Duss und Dreßler wenig.

Bad Herrenalb-Neusatz. Sie müssen nach dem Schock über den Schaden von rund 800 000 Euro neben dem laufenden Betrieb die zusätzlichen Herausforderungen durch die Vernichtung des kompletten Mutterkuhstalles und ihrer landwirtschaftlichen Maschinen täglich aufs Neue bewältigen.

An drei verschiedenen Orten hat Heiko Duss seine Limousinherde derzeit verteilt untergebracht: Die Jungbullen, die zum Zeitpunkt des Brandes direkt vom Hof gerettet wurden, stehen seither bei einem befreundeten Landwirt in Karlsbad. Ein weiterer Teil der rund 50 Mutterkühe umfassenden Herde konnte jetzt auf dem Rotensoler Birkenhof untergebracht werden. "Ich bin sehr froh. Aber der Platz reicht nicht für alle", erklärt Duss, "deshalb muss ich genau abwägen, welche Tiere ich da unterbringe. Zunächst die, die als erste kalben werden. Damit sie nicht so weit weg sind und ich kurze Wege habe, falls es mal Komplikationen gibt". Ein weiterer Teil der Herde ist momentan noch auf der Weide in Neusatz. "Demnächst muss ich sie aber auch im Stall unterbringen. Einige noch im Birkenhof, den Rest in Karlsbad." Die Versorgung der Tiere an unterschiedlichen Stellen kostet zusätzlich Zeit und Wege. Zumal aktuell sämtliche Maschinen gemietet sind. Heu für den Wintervorrat konnte Duss von Kollegen mittlerweile erwerben, nachdem die Hälfte der eigenen Vorräte durch den Brand unbrauchbar geworden war.

"Landwirtschaftliche Maschinen kann ich erst wieder kaufen, wenn ich mein Budget kenne", sagt der Landwirt. Die Versicherung habe erstes Geld ausbezahlt. Aber, so Duss: "Selbstverständlich wird nur der Zeitwert der verbrannten Maschinen abgerechnet." So möchte er sich diese Woche auf der Messe Agritechnica in Hannover umhören, ob es "irgendwo überregional Vorführmaschinen oder junge Gebrauchte günstig zu erwerben gibt. Bulldog oder auch Radlader."

Beim Gebäude, dem Mutterkuhstall, muss sich die Familie noch etwas länger gedulden. "Letzte Woche war der Gutachter da. Einen Vorschuss haben wir erhalten, aber über den endgültigen Wert wissen wir noch nichts genaueres." Erst recht nicht, wann und wie der Stall, der bis auf die Grundmauern abbrannte, wiederaufgebaut werden kann.

Dankbar ist die gesamte Familie über die Hilfen und Spenden, die sie seit dem Brand von verschiedenen Seiten erhalten haben. "Noch lassen wir das Spendengeld großteils unangetastet. Weil wir einfach nicht wissen, was alles noch kommt."

Laufende Verpflichtungen

Die Ungewissheit setzt Duss sichtlich zu. Immerhin – als Lohnausgleich für die zwei Wochen unbezahlten Urlaub, den er bei seinem Arbeitgeber, bei dem Duss noch zu 80 Prozent beschäftigt ist, genommen hat, um die Gutachter- und Versicherungstermine zu absolvieren, hat er gut 1000 Euro aus der Spendensumme genutzt: "Die laufenden Verpflichtungen gehen ja auch weiter." Nicht nur die finanziellen. Auch die für die übrigen Tiere auf dem Hof wie Schweine, Schafe, Ziegen, Geflügel – dazu der Schlachtbetrieb im eigenen Geflügelschlachthaus, der Hofladen.

An diesem Abend jedenfalls ist für Duss noch lange nicht Schluss. Bei einbrechender Dunkelheit hat er die Rinder auf der Weide noch umgestellt, jetzt muss er Futter für das Geflügel nachfüllen. Nebenan werden Eier verpackt. Und der Selbstbedienungsautomat am Hofladen wartet auch auf Auffüllung. Kraft brauchen sie noch jede Menge in diesem hereinbrechenden Winter.

Übrigens: Das Polizeipräsidium Karlsruhe hat zum Tatverdächtigen im Brandstiftungsfall, der seinerzeit seines psychischen Zustandes wegen in eine Spezialklinik eingeliefert wurde, keine neuen Informationen. Die Staatsanwaltschaft Tübingen ermittle.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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