Bad Dürrheims Revierförster Matthias Berger beurteilt die Lage im Forst momentan als gut (Archivbild). Foto: Wilfried Strohmeier

Wird es wieder ein heißer Sommer und ein Käferjahr? Hellsehen kann der Bad Dürrheimer Revierförster Matthias Berger nicht, aber den Wald stabiler gestalten.

Matthias Berger kann im Gespräch mit unserer Redaktion die erste Frage recht entspannt beantworten.

 

Wie sieht es denn aus im und mit dem Bad Dürrheimer Forst? Der Zustand sei im Allgemeinen ganz gut, so der Revierförster, der dem Landratsamt Schwarzwald-Baar unterstellt ist. Die großen Winterstürme mit massiven Schäden, „Lothar“ ist noch gut in Erinnerung, blieben aus.

Ein weiterer entspannter Blick zurück: Der lange kalte Winter 2025/26 habe auch dazu beigetragen, dass zumindest ein Teil der Schädlinge dezimiert wurde.

Regenmenge stabilisiert

Positiv, zumindest für Wald und Forstleute, habe sich auch der verregnete, eher kühle Sommer 2025 ausgewirkt. Ausreichende Niederschläge haben die Bäume mit Wasser versorgt, sie stabilisiert und nicht so anfällig für den Buchdrucker gemacht und damit auch den seit Jahren stetigen Anstieg an befallenem Käfer-Holz erstmal ausgebremst.

Doch wie sich 2026 entwickelt? Sicher ist nur, dass die Buchdrucker wieder unterwegs sind, wie auch die Forstbeschäftigten: Fallen werden aufgestellt, das Flugverhalten beobachtet, nach Bohrmehl kontrolliert sowie betroffene Bäume, in der Hauptsache Fichten, gefällt und aus dem Wald geschafft.

Privaten Waldbesitzern bietet der Bad Dürrheimer Revierförster schnelle Hilfe an, wenn diese nicht wissen, wer das vom Buchdrucker angefressene Holz auf die Schnelle wegschaffen soll. Fast 900 Hektar groß ist der Bad Dürrheimer Forst, fast 50 Prozent aller Hölzer sind Fichten, gefolgt von Buchen und Weißtannen und zu einem geringen Prozentsatz Eichen. Doch auch hier stehen die Zeichen auf Wandel.

Die Fichten werden weniger, die Laubbäume dafür mehr in die Höhe ragen, die resistenter gegenüber klimatischen Veränderungen sind. „Und das kann schneller kommen, als wir denken.“, so Berger.

Diesen Resilienz-Ansatz verfolgt Matthias Berger, seit Juli 2017 Revierförster in der Kurstadt, auch bei den Aufforstungen im Stadtwald. Besser gesagt Vorbau-Maßnahmen: Unter Fichtenbeständen werden vornehmlich junge Buchen, Hainbuchen und Tannen gesetzt, die keine Probleme mit Beschattung haben.

Ergänzend dazu spielt auch die Jagd eine enorm wichtige Rolle beim Waldumbau, nur bei angepassten Wildbeständen können sich die benötigten Mischbaumarten etablieren. Der Bad Dürrheimer Wald wird gern aufgesucht, „stark frequentiert“, wie es Berger ausdrückt. Gibt es neben „Borkenkäfern“ (korrekterweise sind es die Buchdrucker) auch Probleme mit Spaziergängern und Freizeitsportlern? Die meisten halten sich an die Regeln, nur ein paar wenige Radfahrer, Reiter und Fahrer von Geländemaschinen fallen auf. Und so geht Berger erstmal sehr entspannt in seinen nächsten Sommer.