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Bad-Dürrheim Zirkus: Tierschützer halten Mahnwache ab

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Auf Schmusekurs mit einem Tiger. Der Circus Manuel Weisheit gastiert ab Donnerstag in Bad Dürrheim. Das Unternehmen betont, dass mit den Tieren respektvoll umgegangen werde. Die Tierschutzallianz hingegen kritisiert die Haltung von Wildtieren in einem Zirkusbetrieb generell. Foto: Circus Manuel Weisheit

Bad Dürrheim - Der Circus Manuel Weisheit gastiert von Donnerstag bis Sonntag in Bad Dürrheim und zeigt dabei auch Dressuren mit Sibirischen Tigern. Ein Grund zur Freude? Die Tierschutzallianz meint Nein.

Das Zirkuszelt wird unweit der Rehaklinik Hüttenbühl an der Witt­manns­talstraße stehen. In dem rund zweistündigen Programm soll es neben Artistik, Jonglage und Clownerie auch einige Nummern mit Tieren geben. Zum Bestand gehören laut Zirkus-Pressesprecher Tim Thomsen zwei Pferde, fünf Ponys, zwei Lamas, fünf Schlangen und eben auch vier Tiger. Während der 15-minütigen Pause innerhalb des Programms könnten Interessierte der Tigerfütterung zuschauen.

Wie das Unternehmen freimütig erklärt, stehe seine Tierhaltung "seit einiger Zeit in der Kritik radikaler Tierrechtsorganisationen, die jegliche Mensch-Tier-Beziehung, also auch Reitsport, Landwirtschaft und Heimtierhaltung, rigoros ablehnen". Zur Durchsetzung ihrer ethischen Vorstellungen schreckten diese Tierschützer auch vor Straftaten nicht zurück.

Dieser harte Ton zeigt sich in ähnlicher Weise auch in der Pressemitteilung der "Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz", kurz Tierschutzallianz. Darin wird dem Zirkus Weisheit vorgeworfen, Tierschützern nicht nur verbal zu drohen, sondern einem auch die Nase gebrochen zu haben. Der Landesvorsitzende der Tierschutzallianz, Thomas Mosmann, meint, auch wenn die Veterinärämter dem Zirkusunternehmen bestätigten, dass seine Tierhaltung, auch die der Tiger, den Leitlinien entspreche, heiße das noch lange nicht, dass die Tiere "auch nur annähernd artgerecht" gehalten würden.

Mosmann betont außerdem eine grundsätzliche Haltung, dass Wildtiere, "die von einer Stadt zur nächste gekarrt werden, in einem Zirkusbetrieb nicht artgerecht gehalten werden können". Und schreibt weiter: "Aus ethischer Sicht gibt es keinerlei Rechtfertigung, Wildtiere zum Zweck des Gelderwerbs gefangen zu halten, zu dressieren und zum Vergnügen in der Manege vorzuführen." Die Tierschutzallianz werde nun am Donnerstag, 20. April, von 16 bis 17 Uhr eine Mahnwache beim Zirkus abhalten.

Die Allianz meint weiter, dass ein moderner Zirkus gut ohne Tierdressuren auskommen kann. Das zeigten andere Beispiele dieser Branche, die gänzlich auf Tierhaltung verzichteten.

Der Circus Manuel Weisheit geht in die Offensive, weist auf seine "transparente" Tierhaltung hin. Die Stallungen seien den ganzen Tag über kostenlos und ohne Anmeldung frei zugänglich. "Jeder Bürger soll sich selbst ein Bild der Haltungsbedingungen machen können", heißt es in der Pressemitteilung von Thomsen.

Alle Tiere seien in Deutschland geboren, auch die Tiger, und seit Klein auf im Zirkus. "Wir haben bereits von unseren Vätern und Großvätern gelernt, Tiere stets mit Achtung und Respekt zu behandeln", so Thomsen.

Weitere Informationen: http://www.circus.manuel-weisheit.de; http://www.tierschutzallianz-bw.de

 

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