Noch herrscht oft Stillleben im Narrenschopf, doch mit dem Projekt "museum4punkt0" soll Leben in die Narrenfiguren kommen. Mit Spezialkameras wurden in diesem Jahre Brauchtumsaufführungen gefilmt, diese sollen in einem Kuppelzelt vor dem Narrenschopf künftig abgespielt werden, so dass sich der Besucher fühlt, als wäre er mittendrin. Foto: Kienzler Foto: Schwarzwälder Bote

Erweiterung: Projekt "museum4punkt0" im Narrenschopf nimmt zunehmend Gestalt an

Seit Mai 2017 arbeitet man im Narrenschopf an dem "Virtuellen Narren" im Rahmen des Projekts "museum4punkt0". War ursprünglich eine Projektion in der dritten Kuppel des Narrenschopfs in 3-D geplant, soll nun ein größeres Igluzelt vor dem Eingangsbereich aufgestellt werden.

Bad Dürrheim. Die Verantwortlichen der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte (VSAN) wie auch des Narrenschopfs wollten die dritte Kuppel für die Projektion verwenden. Ulrich Dittler, Professor für neue Medien an der FH in Furtwangen, ließ jedoch bei seiner Präsentation in der Gemeinderatssitzung durchblicken, dass diese Lösung zu teuer sei, vor allem für die Zeit nach 2020, wenn die Förderung des Projekts auslaufe. Es gibt eine andere Lösungsvariante, die er vorstellte, die man zudem noch transportieren könnte.

Für die große Variante im dritten Kuppelbau hätte man mehrere Beamer zur Projektion benötigt, die günstigere Lösung sieht ein weißes Kuppelzelt mit acht Metern Durchmesser und vier Metern Höhe vor, das auf der Wiese rechts des Haupteingangs platziert werden soll und für das man nur einen hochwertigen Beamer benötigt. Dieser Platz wurde ausgesucht, da er vom Tresen im Eingang beobachtet werden könne und man somit kein weiteres Personal benötige. Die Technik soll abends wieder eingeräumt, sprich im Narrenschopf eingeschlossen werden. Im Vorfeld wurden verschiedene Parameter geprüft, beispielsweise, ob man es im weißen Zelt so dunkel bekommt, dass die Projektion funktioniert, das sei der Fall, so Dittler. Nicht ausgleichen könne man die Temperaturschwankungen, da das Kuppelzelt nicht beheizt oder gekühlt werden könne. Noch nicht klar ist somit, ob das Zelt im Winter stehen bleibt oder ob es abgebaut werden muss.

Die Gemeinderäte stimmten grundsätzlich der Lösung zu, auch dass die Kur und Bäder GmbH – Eigentümer des Geländes vor dem Narrenschopf – dieses zur Verfügung stellen soll. Doch einige störten sich an der weißen Farbe des Zeltes. Dies gäbe es jedoch nicht anders, so die Auskunft, man könne nur einen Teil der Stoffkuppel bedrucken.

Nach den Kosten für die Stadt gefragt, hieß es, dass keine Kosten umgelegt würden. Mit dem Zelt hätte man zudem die Möglichkeit, es zu Veranstaltung – beispielsweise der VSAN – in andere Städte zu bringen und so auch für den Narrenschopf zu werben.

Für "museumvierpunktnull" waren die Mitarbeiter des Narrenschopfs in diesem Jahr an der Fasnacht unterwegs und filmten mit speziellen Kameras Brauchtumsvorführungen. Diese werden in dem Zelt mit Hilfe der neuen Projektionstechnik so gezeigt, dass die Zuschauer das Gefühl haben mittendrin zu stehen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: