Mit den neuen VR-Brillen geraten die Betrachter mitten ins Geschehen des fastnächtlichen Treibens. Beim Ausprobieren waren die wissenschaftlichen Mitarbeiter Artur Fuss (links) und Jan Brunnenkant (rechts) behilflich. Foto: Kaletta Foto: Schwarzwälder Bote

Museum: Zahlreiche Besucher nutzen Angebot / Drei Umgebungen stehen zur Auswahl

Mit Hilfe von Virtuality-Reality-Brillen wird den Besuchern des Museums Narrenschopf das ganze Jahr über die Möglichkeit gegeben, in die Fastnachtsbräuche einzutauchen, indem sie mit 360-Grad-Aufnahmen mitten ins Geschehen geraten. Für das Projekt wurde auch ein Förderantrag beim Landkreis gestellt.

Bad Dürrheim. Zahlreiche Museumsbesucher machten von einem Probeschauen gebrauch und waren durchweg total begeistert. Angeboten wurde eine exklusive Teststation mit Betreuung. Vor Ort waren die wissenschaftlichen Mitarbeiter Jan Brunnenkant und Artur Fuss, sie erklärten den Interessierten den Umgang mit den VR-Brillen und waren beim Anziehen behilflich.

"Es ist einmalig! Ich bin ja mittendrin im Geschehen!" so rief ein begeisterter Mann, der extra wegen des Angebots in die Kurstadt kam und das Museum aufsuchte. Mit einem Klick kann der Betrachter eine Figur auswählen und wird mit ihr virtuell das Treiben rund um seine Fastnacht erleben, so als sei er selbst hautnah dabei. Zur Auswahl steht unter anderem das Narrenbaumsetzten in Stockach, und das Bachnafahren in Schramberg und die Elzacher Stadtmusik beim Spielen der Narrenmärsche. Nach der Testphase bis zum Ende des Jahres werden in jeder der drei Kuppeln VR-Brillen zur Verfügung stehen. Die Benutzung, so die Mitarbeiter, müsse nicht extra bezahlt werden, sie werde im Eintrittspreis integriert. Ziel des neuen Angebotes sei es, mehr Interessierte ins Museum zu bekommen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, das ganze Jahr über die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht zu erleben.

Das Projekt entstand aus der Förderung "museum4punkt0", das vergangenes Jahr entstand und für das es kürzlich im Gemeinderat die Zustimmung für ein Kuppelzelt vor dem Eingangsbereich des Narrenschopfs gab, da dies die Lösung sei, die mittelfristig auch ohne Förderung finanziert werden könne, so die Ausführungen im Gremium. Zusätzlich hat der Präsident der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte (VSAN), Roland Wehrle, beim Schwarzwald-Baar-Kreis um eine Förderung von 50 000 Euro gebeten. Grundsätzlich zeigte sich die Kreisverwaltung auch bereit, eine entsprechende Summe für das Jahr 2019 in den Haushalt aufzunehmen und kommentiert: "museum4punkt0" sieht man als "ein herausragendes Projekt mit Strahlkraft weit über die regionale Grenzen des Schwarzwald-Baar-Kreises hinaus". Entschieden wird über den Antrag, der im Ausschuss für Verwaltung, Wirtschaft und Gesundheit diskutiert wurde, erst nach einer Gesamtvorstellung durch Wehrle im kommenden Jahr.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: