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Bad-Dürrheim Tiefer Einblick ins Haus Hohenbaden

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Von Markus Reutter

Bad Dürrheim. Jürgen Kauth, Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins, hat der ehemaligen Kinder-Kurklinik, dem Haus Hohenbaden, ein besonderes "Denkmal" geschaffen. In der Vereinszeitschrift "De’Sensedengler" gibt er einen unterhaltsamen und reich illustrierten Einblick in die Geschichte der 1906 eröffneten Kureinrichtung.

In seinem Vorwort hofft Kauth auf eine Wiedernutzung der seit 2004 leer stehenden Eltern-Kind-Rehaklinik. Derzeit steht Projektkoordinator Ralf Dickscheid im Kontakt mit interessierten Investoren und einem Betreiber, die aus dem geschichtsträchtigen Gebäude ein Vier-Sterne-Gesundheitshotel zaubern wollen. Das Konzept sieht einen weitgehenden Erhalt der unter Denkmalschutz stehenden Immobilie vor.

Aber zurück zu den Anfängen: Wesentliche Unterstützung erfuhr das im Schwarzwälder Jugendstil errichtete Hauptgebäude von der badischen Großherzogin Luise. Ihr sei es mit Hilfe von großzügigen Spendern gelungen, den Neubau an der damaligen Geisinger Straße zu finanzieren. 1902 sei der Baubeschluss gefasst worden, Baubeginn war im Sommer 1904 und zwei Jahre später dann die Eröffnung als "Kindersolbad des Badischen Frauenvereins in Dürrheim im Schwarzwald". Die Baukosten beliefen sich laut Kauth auf 440 000 Mark.

"1906 war das Kindersolbad für 120 Betten ausgerichtet, im Laufe der Jahre wurden daraus über 300", beschreibt Kauth die rasante Entwicklung. "Die Betreuung der kleinen Kurgäste erfolgte in 20 bis 25 Kindern umfassenden so genannten ›Familien‹, getrennt nach Buben und Mädchen, auf 14 in sich geschlossenen Stationen." Besondere Aufmerksamkeit habe den beiden Kleinkinderstationen gegolten. "Diese waren vom übrigen Betrieb vollkommen abgetrennt, und die Kleinsten im Alter von vier bis sechs Jahren hatten ihr Reich ganz für sich." So seien die "empfindlichen Kleinen" auch vor Infektionen geschützt worden, erklärt Kauth. Abseits im Gelände sei ein Isolierhaus gestanden, in dem Kinder mit ansteckenden Krankheiten untergebracht wurden.

Frühlings- und Sommerfeste wurden vom Kindersolbad organisiert und brachten den Kindern etwas Abwechslung und Unterhaltung. Kostüme und Zubehör wurden geschneidert und gebastelt, Theaterstücke und musikalische Darbietungen wochenlang geprobt. "Auch die Dürrheimer hatten etwas davon, da die Kinder eindrucksvolle Umzüge durch die Gemeinde veranstalteten", schreibt Kauth weiter. Ansonsten sei es untersagt gewesen, mit den Kindern in den Ort zu gehen, "damit sie besser unter Kontrolle waren und den Kurbetrieb für die Erwachsenen nicht störten".

1965 konnte die Kinderheilstätte ihr 50-jähriges Bestehen feiern. In der Festschrift wurde erwähnt, dass es im Jahr 1906 noch 880 Kinder-Kurgäste waren, 1909 dann schon 1000 und in den 50er-Jahren zwischen 2500 bis 3000 Kinder im Alter zwischen vier und 14 Jahren. Bereits 1912 stand ein Erweiterungsbau an. Im Erstem Weltkrieg war im Altbau ein Lazarett untergebracht, während im Anbau weiterhin Kinder waren. Der 1928 erstellte Neubau ist mit dem Altbau verbunden.

1930 wurde eine dritte Liegehalle erforderlich. Auch im Zweiten Weltkrieg weilten Kinder zur Kur hier. Zum Kriegsende 1945 wurde die Anstalt von der französischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und zur Erholung für französische Kinder bestimmt. Die Beschlagnahmung dehnte sich über vier Jahre bis zum September 1949 aus. Umfangreiche Renovierungsarbeiten standen an. 1949 wurde die Heizungsanlage erneuert, ebenso die Wäscherei. Die Bäder wurden instand gesetzt und die hölzernen Badewannen durch emaillierte ausgetauscht. Im Oktober 1949 wurde das Haus freigegeben und mit Kindern belegt.

Im Jahr 2004 stellte das badische Rote Kreuz den Kurbetrieb dort ganz ein. Die Belegungszahlen waren im Lauf der Gesundheitsreformen gesunken. "Die Dürrheimer Bürger würden sich aber auf jeden Fall riesig freuen, wenn hier bald etwas Reelles bewegt würde", hofft Kauth auf eine Wiedernutzung des Areals im Süden der Kurstadt.

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Cornelia Spitz

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