Aufgrund der angespannten Finanzlage will die Stadt Bad Dürrheim auch bei den Stellen sparen.
Rund eine halbe Million Euro möchte man seitens der Stadt durch diverse Maßnahmen einsparen und damit statt 14,6 Millionen Euro Gesamtausgaben auf 14,1 Millionen Euro runterkommen.
Das geplante Vorgehen in Sachen Personalplanungen der Stadt erläuterten in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses Sandra Feria Olid, die den Fachbereich Digitalisierung, Personal & IT bei der Stadtverwaltung leitet, sowie Roland Koch, der für Personal und Organisation im Rathaus zuständig ist, vorgestellt.
Aktuell sind bei der Stadt Bad Dürrheim mit Stand zum ersten September 2025 insgesamt 262 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Davon sind 230 Tarifangestellte, elf Beamte, sechs Ehrenbeamte, 15 Auszubildende, ein „Bufdi“, eine Einführungspraktikantin und ein Student in der Praxisphase tätig. Das Durchschnittsalter der Stadtbeschäftigten beträgt 46 Jahre. 66 Prozent der Mitarbeitenden sind weiblich, 34 männlich.
262 Mitarbeiter
Innerhalb der nächsten acht Jahre erreichen eine große Zahl von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Renteneintrittsalters: in 2026 deren vier, in 2027 fünf, in 2028 neun, 2029 drei, 2030 zehn, 2031 fünf, 2032 19 und 2033 sechs. „Diese Kennzahlen dienen zum rechtzeitigen Planen und Gegensteuern“, erläuterte Koch.
Der Haushaltsplan für das Stadtpersonal sieht ein Budget von 14,1 Millionen Euro vor. Für die Planung wurden im laufenden Jahr Stellen bewusst nicht sofort nachbesetzt. So ist eine Stelle im Gemeindevollzugsdienst seit neun Monaten vakant, die des stellvertretenden Bauhofleiters seit fünf Monaten, die eines Gärtners seit dem 1. Juli, die von Bauhofsaisonarbeitern seit etwa sieben Monaten, im Schulsekretariat der Realschule am Salinensee seit fünf Monaten, die Leitung des Jugendhauses seit dem 1. September, die eines Hausmeisters seit dem 1. Juli. Nicht bewusst, dennoch vakant ist seit dem 1. September die KBL-Steuerstelle.
Koch erläuterte, dass eine gewisse kurze Zeit Aufgabenstellungen von weiteren Mitarbeitern übernommen werden. Bürgermeister Berggötz sah die Problematik von Überforderungen. Es wurde außerdem aufgezeigt, dass etwa beim Winterdienst es womöglich zu Einschränkungen kommen könnte. Bei der Asyl-Betreuung entfallen von 1,2 Stellen (Ukraine).
Die Ersatz-Eigenreinigung Rathaus I/II Zentrale wird mit 0,2 Stellen weniger besetzt. In der kommunalen Zusammenarbeit mit Brigachtal konnten Einnahmen in Höhe von 45 000 Euro generiert werden.
Attraktiv bleiben
Die Stadt will attraktiv sein für seine Mitarbeitenden und gewährt daher diverse Vorteile, zeigte Sandra Feria Olid auf; die Drei-Welten-Card für Tarifbeschäftigte, die Hansefit/innerbetriebliche Gesundheitsförderung (von 70 Personen genutzt) sowie die Zusatzversorgung in der Rente. Auch wird Mineralwasser zur Verfügung gestellt. Die Möglichkeit von flexiblen Arbeitszeiten und Homeoffice werden zudem als Bonus an die Mitarbeitenden genannt.
Verschiedene Projekte und Ansatzpunkte für den Personalbereich wurden erläutert: Prozessmanagement, Personal Controlling mit Kennzahlen, Entwicklung des „Employer Brandings“, Organisationsentwicklung, „Bad Dürrheimer Wissensquelle“ als Schulungsplattform, betriebliches Gesundheitsmanagement und die Förderung von Azubis und Praktikanten.
Der Tagesordnungspunkt „ Wirtschaftspläne der Eigenbetriebe Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung mit Gebührenkalkulation für das Wirtschaftsjahr 2026“ wurde noch vor Beginn der Sitzung von der Tagesordnung genommen.