Auf die Faszination des Bürgermeisteramts geht Hans-Peter Schreijäg, Chefredakteur des Schwarzwälder Boten, ein. Foto: Marc Eich

Grußwort: Hans-Peter Schreijäg über die Faszination Bürgermeister

Bad Dürrheim - Über die Faszination des Bürgermeisteramts machte sich Hans-Peter Schreijäg, Chefredakteur des Schwarzwälder Boten, bei der Podiumsdiskussion in seinem Grußwort Gedanken.

"Wenn Sie wissen wollen, welche Rolle der Bürgermeister spielt, blättern Sie in Ihrer Tageszeitung", so Schreijäg. Die Bürgermeister gehören zu den Personen, die am meisten in der Tageszeitung zitiert und fotografiert würden. Einen Tipp hatte er daher für die Kandidaten parat: "Lassen Sie sich gut beraten, wie Sie am besten Ihre Schokoladenseite zeigen." Oft seien es angenehme Anlässe, die die Bürgermeister wahrnehmen, zum Beispiel Halleneinweihungen oder die Verkündung von Zuschüssen. "Für die Wohltaten in einer Stadt ist der Bürgermeister zuständig." Aber an ihn wende man sich auch dann, wenn es etwas zu beklagen gebe, vom Schlagloch bis zur Kindergartengebühr.

Der Bürgermeister sei permanent in einer Zwickmühle. Er solle die Wünsche der Bürger erfüllen, ohne die Gemeinde in den finanziellen Ruin zu führen. Laut Gemeindeordnung habe der Bürgermeister drei Jobs in einem. Er sei Vorsitzender des Gemeinderats, Chef der Verwaltung und Repräsentant der Ge meinde nach innen und außen.

Das Amt sei sehr fordernd. "Deshalb eine letzte Warnung: Hören Sie, was Norbert Roth schreibt", so Schreijäg augenzwinkend an die Bewerber gerichtet. Der ehemalige Bürgermeister von Hechingen umschrieb seinen Job so: 60- bis 70-Stunden-Woche, ein ständiges Sieben-Tage-Rennen, ein Dauerlauf, der keine Zeit zum Entspannen oder für Hobbys lasse.