Große und kleine Besucher sind gleichermaßen fasziniert von den historischen Fahrzeugen. Foto: Kaletta

Manche Besucher schwelgen beim Anblick der alten Fahrzeuge in Erinnerungen. Rendezvous mit "Isetta".

Bad Dürrheim - Ein Hauch von Nostalgie wehte am Wochenende über dem Festgelände hinter dem Narrenschopf. Interessierte Besucherscharen aller Generationen strömten herbei, um sich beim großen Oldtimertreffen in die "gute, alte Zeit" zurückversetzen zu lassen.

Viel gab es dabei zu bestaunen: In Reih und Glied standen alte Traktoren auf dem rund 17 Hektar großen Gelände, von ihren stolzen Besitzern liebevoll mit kleinen Blumen- und Getreidesträußchen geschmückt. Außerdem Lastwagen, althistorische Bau- und Landmaschinen, Löschfahrzeuge, sowie eine ganze Reihe von Pkws und Motorrädern mit Beiwagen.

Veranstaltet wurde das große Oldtimer- und Traktorentreffen vom Verein Narrenschopf Bad Dürrheim sowie den Oldtimerfreunden aus Villingen und Dauchingen. Mit Blick auf den blauen Himmel und dem strahlenden Sonnenschein zumindest am Samstag atmeten die Organisatoren erleichtert auf: Bei anhaltendem Regen hätte sich der Festplatz in eine matschige Fläche verwandelt, so aber konnten sich die Besucher, darunter viele Hobbyfotografen, am Samstag trockenen Fußes auf die Reise in die Vergangenheit machen.

"Unglaublich", freute sich ein 65-jähriger Herr, der bewundernd vor einem der Traktoren aus den Jahr 1950 stand. "Genau so ein Gefährt hatte mein Opa, und als fünfjähriger Knirps durfte ich aufsitzen und mit aufs Feld fahren." In ganz anderen Erinnerungen schwelgte eine Besucherin aus Hüfingen beim Betrachten der BMW Isetta, Baujahr 1961. "Mit so einem Fahrzeug wurde ich zu meinem ersten Rendezvous abgeholt, stolz trug ich dabei unter dem Kleid meinen gestärkten Petticoat und die neuen Stöckelschuhe", erzählte sie lachend.

Umringt wurde stets das Highlight der Ausstellungsstücke – der ältester Traktor Deutschlands, gebaut im Jahr 1906 mit 19 PS und einem Gewicht von 1000 Kilogramm. Er wurde zur Ausstellung als Leihgabe vom Traktorenmuseum Bodensee in die Kur­stadt transportiert. Knatternd wurde vorgeführt, wie mit Hilfe eines Traktors eine Obstpresse in Gang gebracht wurde. Zum frischen Apfelsaft wurde von hübschen Dirndlträgerinnen von den Narrenvereinen aus Hirrlingen und Rottenburg-Kiebingen frisch gebackenes Brot, bestrichen mit Schmalz, und warme Flammkuchen angeboten.

Vorgeführt wurde der Einsatz von Dampfmaschinen und das Ziehen und die Verarbeitung von Baumstämmen sowie der Einsatz von althistorischen Gerätschaften. Auch die ausgestellten Motorräder erweckten bei manchem Besucher Erinnerungen an vergangene Zeiten. Unter den Ausstellungsstücken auch eine aus dem Jahr 1927 stammende D-Rad RO/5, hergestellt im Deutschen Industriewerk in Berlin-Spandau.

Wessen Herz beim Anblick von Nobelkarossen höher schlug, der kam ebenfalls auf seine Kosten, zum Beispiel vor dem eleganten, auf Hochglanz gebrachten Chevrolet aus dem Jahre 1958 oder auch bei dem gepflegten, englischen Oldtimer mit den kostbaren Ledersitzen.

Für ein buntes Rahmenprogramm mit Kutschfahrten und Streichelzoo für die Kinder hatten die Organisatoren ebenfalls gesorgt. Im großen Festzelt spielten die "Fitzger" auf, zum Frühschoppenkonzert am Sonntag die "Wilfinger Egerländer".

Am heutigen Montag wird ab 16 Uhr zum Handwerkervesper musikalische Unterhaltung mit der "BiraBöhmischen" Blasmusik angeboten, zum Abschluss spielen ab 18 Uhr die "Oldtimermusikanten" auf.