Mit größter Sorgfalt werden die fertigen Köstlichkeiten angerichtet.Fotos: Kaletta Foto: Schwarzwälder Bote

Meisterschaft: Der wahre Könner legt Erlesenes auf den Rost / Im Hindenburgpark geht es heiß her

Ein Steak oder eine Bratwurst gehört meist immer dazu, wenn in den Sommermonaten in den Gärten gegrillt wird. Im Hindenburgpark konnten die Passanten am Sonntag jedoch erleben, riechen und schmecken, dass Grillen auch ganz anders aussehen kann.

Bad Dürrheim. Zwei Teams der Grillgemeinschaft German Barbecue Association, die "Brandstifter" aus Leinfelden sowie die "S.W.A.T.BBQ" aus Stuttgart hatten sich mit ihrer umfangreichen Ausrüstung dort platziert, um an der Hotspot-Grillmeisterschaft teilzunehmen.

Ursprünglich war dies bereits im Mai als ein Event geplant, wegen der Corona-Krise wurde es aber verschoben. Für die Grillmeister war der Auftritt in Bad Dürrheim wie ein Vorentscheid für den Wettbewerb mit 20 anderen Teams in Fulda, der eigentlich an diesem Sonntag hätte stattfinden sollen. In weiteren Städten Deutschlands wurde an diesem Tag ebenfalls gegrillt, als Alternative zur offiziellen deutschen Meisterschaft in Fulda, wo ein Meistertitel hätte vergeben werden sollen. "Es ist für uns eine große Ehre, dass ihr in Bad Dürrheim seid, und man darf gespannt sein, was ihr zaubern werdet", sagte Bürgermeister Jonathan Berggötz, der zusammen mit Markus Spettel, Geschäftsführer der Kur- und Bäder GmbH, in den Vormittagsstunden symbolisch den Warenkorb – ein in Folie eingeschweißtes Stück Lammfilet überreichte. Vorgegeben waren drei Gänge, jeweils mit Forelle, Lamm und einem Dessert, die Auswahl der Zutaten waren den Teams überlassen. Schnell war zu beobachten, mit welchem Eifer und mit welch großer Präzision sich die Grillmeister an die Arbeit machten.

"Wir legen viel Wert darauf, hochwertige Lebensmittel aus der Region zu verwenden. Wir wollen zeigen, wie diese kulinarisch auf dem Grill zubereitet werden können", ließen sie wissen. Wichtig sei eine gute Teamarbeit und jeder bringe sich mit dem ein, was er am besten könne. Beachtet werden müssten einige Richtlinien, so zum Beispiel dürfe nur ein Topf für die Soße verwendet werden, alles andere werde auf dem Grill zubereitet, erklärte Christian Dickenherr von den "Brandstiftern". In deren aufgebautem Partyzelt, das mit sämtlichen Küchengeräten, Zutaten und Gewürzen bestückt war, bereiteten sie als Vorspeise eine Roulade aus Lachsforelle an Pistazien-Pesto mit einem bunten Kartoffelsalat zu, bei dem auch die Gänseblümchen nicht fehlten. Danach gab es einen Lammrücken in Kakaocreme mit Semmelknödeltalern und Gemüse.

Zum krönenden Abschluss eine Blackforest-Burg mit Tonkabohnenmousse. Der erste Gang der Mitbewerber bestand aus einem gerollten Forellenfilet, dazu ein Kartoffelgratin mit Forellentatar und Forellenkaviar auf einem Brotcraker, garniert mit Petersilienwurzelcreme. Danach wurde ein Lammroastbeef mit geschmorter Karotte und einer Feta Praline mit einer Pekannuss in Ziegenkäse zubereitet und zum Abschluss ein raffinierter Cheesecake mit diversen Früchten und Gewürzen. Punktgenau und immer die Uhr im Blick, wurden die Speisen mit großer Sorgfalt in verschließbaren Schalen angerichtet.

Für die Zuschauer wurde ein Show-Teller angerichtet, aber nur zum Anschauen. "Kann man das jetzt kaufen?" erkundige sich eine Besucherin. Nein, verkauft wurden die Köstlichkeiten nicht. Sie wurden in den Weinbrennersaal getragen, wo es sich die Jury schmecken ließ. Doch leer gingen die Zuschauer nicht aus. Häppchen wurden zum Probieren aufgestellt und jeder konnte zugreifen.