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Bad-Dürrheim Nur die Umarmung fehlt eben

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Insbesondere in Seniorenheimen müssen die Regelungen eingehalten werden. Foto: Güttler Foto: Schwarzwälder Bote

Bad Dürrheim. Bis vor kurzem war es so gut wie überhaupt nicht möglich, Angehörige im Seniorenheim zu besuchen. Das hat sich nun geändert. Besuche sind wieder möglich.

Es gibt einige ältere Menschen, die ihren Lebensabend in einem Seniorenheim verbringen. Manche wählen diese Form bewusst aus, da sie wissen, dass sie dort versorgt sind, sollte etwas passieren. In anderen Familien gibt es keine Möglichkeit, die pflegebedürftige Mutter oder den schwer kranken Vater zu Hause zu versorgen. Über acht Wochen waren die Seniorenheime sozusagen wie eine Festung. Eine Festung, in die das Corona-Virus möglichst nicht eindringen sollte, da die Bewohner zu den Hochrisikopatienten gehören. Man konnte andernorts verfolgen, was passiert, wenn sich das Virus in einem Heim ausbreitet und es nicht aufgehalten werden kann.

Tageszeitung bringt Abwechslung

Seit dem 18. Mai ist das Besuchsverbot wieder gelockert. Das KWA Kurstift in Bad-Dürrheim bietet pflegebedürftigen Menschen eigene Appartments. Im Moment darf noch kein Besuch in den Wohnungen empfangen werden. Es gibt ein Besucherzimmer, dort darf jeder Bewohner pro Tag eine Stunde Besuch bekommen. Was ein sehr großer Vorteil ist: Es gibt einen überdachten Eingangsbereich, in dem Stühle und Tische vorhanden sind sowie eine Plexiglasscheibe als Trennwand. Dort können sich die Bewohner treffen und so lange Zeit miteinander verbringen, wie sie möchten. Auch Skype-Calls wurden eingeführt, so können die Bewohner mit mehr Angehörigen oder Bekannten gleichzeitig sprechen.

Christina Meckes, die für die Öffentlichkeitsarbeit des Kurstifts zuständig ist, erläutert im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten, dass der Aufwand jetzt viel mehr sei im Vergleich zu der Zeit, als das Besuchsverbot noch sehr strikt war. Normalerweise finden im Kurstift viele verschiede Veranstaltungen statt, doch da dies gerade nicht möglich ist, versuchen die Mitarbeitenden die Bewohner mit anderen Dingen zu beschäftigen. Zum Beispiel mit dem sogenannten italienischen Sport, das Musizieren auf den Balkonen. Gerne nehmen die älteren Leute auch eine Tageszeitung in die Hand, in der es Rätsel zu lösen und Krimis zu lesen gibt – auch das vorhandene Schwimmbad darf wieder genutzt werden.

Tagespflege derzeit noch nicht geöffnet

Manche Bewohner sind auf Physiotherapeuten angewiesen, doch auch diese durften eine lange Zeit nicht ins Haus kommen. Im Moment gibt es nur einen Physiotherapeuten, der ins Haus darf und sich um die Bewohner kümmert. Auf die Frage, wie die Angehörigen/Besucher auf das Verbot reagiert haben, schilder Christina Meckes recht positive Erfahrungen. Anfangs seien manche ein wenig enttäuscht gewesen, doch es wurde immer mehr Verständnis gezeigt. Für zum Beispiel Bewohner mit Demenz sei es sehr schwierig gewesen, keinen Kontakt zu den Angehörigen haben zu können. Laut Christina Meckes haben sich diese Menschen ein bisschen mehr in "ihre eigene Welt" zurück gezogen. Auch das Verständnis für die Hygieneregelungen, wie das Tragen von Mund- und Nasenschutz, sei nicht all zu groß gewesen. Ein anderer Fall sei die Tagespflege. Dieses Angebot gebe es derzeit nicht.

Desinfektionsmittel in Massen benötigt

Die Inhaber des Alten- und Pflegeheims Ried in Bad Dürrheim schildert so wie auch Christina Meckes vom Kurstift, dass durch die Lockerungen der momentane Aufwand sehr groß sei – Handschuhe und Desinfektionsmittel werden in Massen gebraucht. Manche Angehörigen seien ab und an ein wenig fahrlässig und ziehen ihren Mund- und Nasenschutz ab oder halten die eineinhalb Meter Abstand nicht ein, hieß es aus dem Heim. Auch für die Bewohner sei es nicht leicht zu verstehen, dass die Hygiene- und Abstandsregelungen eingehalten werden müssen – die Nähe zu ihren Angehörigen wie zum Beispiel eine Umarmung fehlt den Bewohnern sehr. Wenn ein Treffen zwischen Bewohnern und Besuchern stattfindet, sei immer jemand vom Pflegepersonal dabei, natürlich auf Distanz, und achte darauf, dass auf Hygieneregelungen geachtet werde.

Der ambulante Pflegedienst Casa Vitale, bietet in Bad Dürrheim eine Einrichtung zum betreuten Wohnen an – dort gelten andere Regeln als in Heimen. Ein so strenges Besuchsverbot gab es dort nicht. Es wurde so gut es geht darauf geachtet, dass die Bewohner in ihren Wohnungen bleiben und keinen Besuch empfangen. Für sie wird eingekauft, so dass sie nur in ihren Wohnungen essen und nicht gemeinsam in der Cafeteria, so Herbert Lauble.

Markt steht für Bewohner wieder offen

Dadurch, dass es viele Veränderungen gab, war der Aufwand für die Mitarbeitenden auch im Casa Vitale größer als sonst. Die Angehörigen waren, laut Lauble, sehr verständnisvoll und sehr bemüht. Auch im Casa Vitale mussten Veranstaltungen, die sonst stattfinden, abgesagt werden. So auch der Markt, bei dem die Bewohner einkaufen gehen oder einen Kaffe trinken können, war nicht mehr möglich. Doch so langsam geht es wieder in Richtung Normalität, der Markt ist wieder geöffnet, aber nur mit den schon bekannten Hygiene- und Abstandsregelungen.

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