Artur Fuss (links) und Jan Brunnenkamp sind für den Narrenschopf 4.0 verantwortlich. Foto: Strohmeier Foto: Schwarzwälder-Bote

Fastnacht: Im Narrenschopf beginnen die Arbeiten für das Museum 4.0

Im Narrenschopf sollen mit dem Projekt Museum 4.0 neue, jüngere Zielgruppen erschlossen werden. Dazu will man virtuelle Welten erschaffen und die Kuppel drei als Projektfläche nutzen, ähnlich wie in einem Planetarium.

Bad Dürrheim. Jan Brunnenkamp und Artur Fuss sind seit zwei Wochen beim Museum Narrenschopf beschäftigt. In 18 Monaten müssen sie und die Verantwortlichen dem Koordinator, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, den ersten Zwischenbericht abliefern. Man sei aber daran interessiert, dies frühestmöglich zu machen, so Projektbetreuer Ullrich Dittler. Er ist Professor für Digitale Medien an der Hochschule Furtwangen. Wie berichtet, erhalten die Bad Dürrheim 925 000 Euro für das Projekt. Insgesamt fließen 15 Millionen Euro an die unterschiedlichsten Museen, das Geld kommt vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Bei den Fastnachtsmuseen arbeitet der Narrenschopf mit den Kollegen von Schloss Langenstein zusammen. Insgesamt werden vier Module entwickelt, jeweils zwei von jedem. Ziel ist es, dass die entwickelten Lösungen später von anderen Museen in angepasster Form übernommen werden können. Aus diesem Grund müssen die Projektverantwortlichen auf Standards zurückgreifen, beispielsweise im Bereich Virtual Reality.

Drei Jahre haben Jan Brunnenkamp, Artur Fuss und Ullrich Dittler Zeit, das Projekt umzusetzen. Bis es soweit ist, haben alle noch viel Arbeit vor sich.

Für das Fasnacht-3-D-Erlebnis müssen Brunnenkamp und Fuss an den kommenden närrischen Tagen 2018 Umzüge der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte neu filmen, denn auf die herkömmlichen Mitschnitte können sie nicht zurückgreifen – und für diese Aufnahmen gibt es nur eine Chance. Es gäbe zusätzlich auch die Möglichkeit, auf das Bildarchiv des SWR zurückzugreifen, so VSAN-Präsident Roland Wehrle.

Die Auswahl der Inhalte wird man zusammen mit Werner Mezger vornehmen. Als 3-D-Erlebnis soll dies dann in der dritten Kuppel gezeigt werden, nach dem Vorbild eines Planetariums. Hier muss noch eine Lösung für die Projektionsfläche gefunden werden, da es auf der offenen Holzkonstruktion nicht möglich ist. Roland Wehrle und Museumsleiterin Kathleen Mönicke zeigten sich diesbezüglich zuversichtlich. Ebenso muss nach passenden Softwarelösungen recherchiert werden.

Zusätzlich will man innerhalb des Projekts auch die Social-Media-Kanäle bedienen. Hier erhofft man sich Impulse von den jüngeren Narren, die über diese Medien Rückmeldung geben sollen, warum sie bei der Fasnacht dabei sind. Wehrle setzt dabei auch auf das Jugendforum innerhalb der Vereinigung. Insgesamt sollen die Besucher ihre Erlebnisse an der Fasnacht immer wieder einbringen, man will mit ihnen in Dialog treten. Durch diese neue Technik und den ständigen Austausch hofft man, neue Zielgruppen zu erschließen, um auch mehr Geld in die Kasse zu bringen.

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