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Bad-Dürrheim Nächster Stopp: Shanghai in China

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Noch genießen Susanne und Jochen Abert den Feierabend auf ihrem Bänkchen unter dem griechischen Olivenbäumchen. Am 4. August geht es für beide drei Jahre an eine deutsche Schule nach Shanghai. Foto: Strohmeier Foto: Schwarzwälder Bote

Susanne und Jochen Abert sitzen auf gepackten Koffern. Für sie beginnt im August das nächste Auslandsabenteuer, beide gehen als Lehrer an eine Privatschule in die chinesische Millionenmetropole Shanghai.

Bad Dürrheim. In den vergangenen und in den kommenden Wochen war und ist für das Lehrerehepaar noch einiges zu tun. Jochen Abert, der an der Realschule Bad Dürrheim als Lehrer tätig ist, und Susanne Abert, die die Außenstelle der Erich-Kästner-Schule in Allmendshofen leitet, bereiten sich auf drei Jahre Shanghai vor. Die beiden haben bereits Auslandserfahrung als Pädagogen, sie waren von 2006 bis 2011 in Griechenland an einer deutschen Schule. Zu den Vorbereitungen gehören neben den entsprechenden Kursen auch gesundheitliche Vorsorge, beispielsweise Hepatitis- und Tetanus-Impfungen zu dem vor allem Tollwut, denn diese ist in China die zweithäufigste Todesursache bei Menschen.

Schon seit längerem will man wieder ins Ausland

Das Ehepaar hatte schon länger wieder vor, für ein paar Jahre ins Ausland zu gehen, eigentlich hatten sie Südamerika im Auge, doch daraus wurde nun nichts. Um zu einem Auslandsjob zu kommen, müssen sich die Pädagogen in eine zentrale Kartei eintragen lassen, diese verteilen sozusagen die Lehrkräfte. China war ein Ziel, das beide eigentlich gar nicht berücksichtigt hatten, aber Freunde leben und arbeiten dort. Und so kam es 2018 zu einem Besuch in Shanghai und zu dem Entschluss, dass es ihnen dort auch gefallen könnte. So geht es nun in die chinesische Industriemetropole, die rund 26 Millionen Einwohner hat und als die größte Stadt Chinas gilt. Die beiden wissen: Es war viel Glück dabei, ausgerechnet an diese Schule und in diese Stadt zu kommen. "In Shanghai wird momentan das Rad gedreht", ist sich Abert sicher. Das, was dort momentan passiere bezüglich ÖPNV, technisch und in vielen anderen Bereichen, sei ein Blick in die Zukunft, wie es bei uns bis in ein paar Jahren wahrscheinlich auch sein werde.

Die deutschen Schulen im Ausland seien wichtig, verdeutlicht Jochen Abert. Denn sie sind auch dafür gedacht, dass diese Schüler später in Wirtschaft und Politik die Beziehungen zum Deutschen Staat pflegen. Aus diesem Grund werden sie durch Lehrkräfte unterstützt. In der Regel ist die Nachfrage nach Schulplätzen sehr groß, obwohl sie als Privatschulen kostenpflichtig sind. Neben dem Schulgeld finanzieren Trägervereine die Kosten der Bildungseinrichtung.

Die drei Abert-Töchter Pauline (15 Jahre) Charlotte (18) und Marlene (20) waren für die Pläne der Eltern Feuer und Flamme – wobei gar nicht alle drei mitgehen. Die jüngste wird in Shanghai ihre Abitur machen, die Mittlere für mindestens ein Jahr studieren und Mandarin lernen, die älteste bleibt in Deutschland und bereitet sich gerade auf ihr Studium vor.

Das Ehepaar hat die Schule in Shanghai schon besucht. neben der deutschen Schule gibt es im gleichen Gebäude auch die französische, es ist ein so genannter Eurocampus. Den Unterschied sehe man gleich. Bei den Franzosen sehen die Klassenzimmer viel einfacher und nüchterner aus, ohne irgendwelche persönlichen Dinge. Gemeinsam genutzt werden beispielsweise die Sporteinrichtungen wie Schwimmbad und Sportplatz.

Auf dem Campus können die Kinder von 18 Monaten bis 18 Jahre bleiben, denn es gibt auch eine Kinderkrippe, die gern genutzt wird, insgesamt sind es rund 900 Schüler, die betreut werden. "Deutsch wird auf muttersprachlichem Niveau unterrichtet", erzählt Jochen Abert und das sei etwas ganz anderes wie Deutsch als Fremdsprache. Dass es alle Altersgruppen gibt, kam Susanne Abert zugute. Sie unterricht an der Erich-Kästner-Grundschule Musik, Deutsch, Mathe und Sport. "Es ist beruflich eine Herausforderung", erklärt Abert, "die Kinder wie auch die Eltern sind sehr anspruchsvoll." Aber das Ehepaar weiß auch aus ihrer Zeit in Griechenland, dass es ein ganz tolles Miteinander unter den Kollegen gebe. Die Menschen die sich ins Ausland begeben, seien weltoffen. Viele werden zu Freunden, und auch mit den Eltern gäbe es ein ganz anderes Verhältnis. "Es ist eine berufliche Weiterentwicklung" verdeutlicht Susanne Abert, "ich freue mich wahnsinnig darauf." Was die beiden Pädagogen vor allem auch interessiert, sind die pädagogischen Konzepte, beispielsweise habe jeder Inklusionsschüler auch einen entsprechenden Begleiter.

Und was sagen die Kollegen der beiden? Auf der einen Seite wird das Ehepaar bewundert für seinen Mut, auf der anderen Seite sagen die meisten, dass sie das nicht machen könnten.

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