Im Laufe des Nachhaltigkeitschecks wurde auch das Solemar unter die Lupe genommen und wie umweltfreundlich dort gearbeitet wird. Unser Foto zeigt Mitarbeiter der Kur und Bäder GmbH bei der Überprüfung im Frühjahr. Foto: Ministerium

Minister Alexander Bonde überreicht offizielles Siegel. Bad Dürrheim beteiligt sich erfolgreich an Modellprojekt.

Bad Dürrheim - Alle Welt redet von Nachhaltigkeit – Bad Dürrheim tut was. So hat sich die Kurstadt erfolgreich am Nachhaltigkeitscheck des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz beteiligt und erhält nun aus den Händen von Minister Alexander Bonde das offizielle Siegel.

Zu der Siegelvergabe "Nachhaltigkeitscheck" sind Interessierte am Freitag, 12. September, 16 Uhr, im Kurhaus willkommen, informiert die "Nachhaltigkeitsbeauftragte" der Kur und Bäder GmbH, Ines Groschupp. Derzeit sei die Kur und Bäder GmbH mit der Ausarbeitung der Feierstunde beschäftigt. Grußworte kämen nicht nur von Minister Bonde, sondern auch von Bürgermeister Walter Klumpp und Markus Spettel, dem stellvertretenden Kur und Bäder-Chef.

Das Land war bereits vor zwei Jahren auf Bad Dürrheim zugekommen und wollte das Interesse an dem neu entwickelten Nachhaltigkeitscheck abklären. Bad Dürrheim hat sich auf dieses Modellprojekt eingelassen, ebenso der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald, Europa-Park Rust und Stuttgart. Beratung bei der Überprüfung des bestehenden Angebots und Tipps zu Verbesserungen gab es von den vom Land beauftragten Agenturen Futour und TourCert.

Die Kur und Bäder GmbH überprüfte im Lauf des Verfahrens ihre Verwaltung und Arbeit unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit. "Wir haben festgestellt, dass wir schon einiges in der Richtung machen", so Groschupp und verweist auf Klima- und Energieschutz-Maßnahmen, auf die Aktionen rund um E-Mobilität und anderes mehr. Auch bei der Mitarbeiterbefragung seien ein gutes Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten und die Möglichkeit, sich mit Ideen in das Unternehmen einbringen zu können, gelobt worden.

Aber auch Verbesserungshinweise erhielt die Kurverwaltung von den externen Beratern, beispielsweise mehr Fair-Trade-Produkte ins Sortiment aufzunehmen, konsequenter Recycling-Papier zu verwenden und das Thema Nachhaltigkeit stärker zu vermarkten. Bei Gästen könne bei geführten Rad- und Wandertouren für nachhaltiges Verhalten geworben werden.

Eine Auflage war laut Groschupp, dass die Kur und Bäder GmbH weitere Betriebe in den Nachhaltigkeitscheck aufnimmt. So wurde ein Dutzend Partner gewonnen, unter anderem Bad Dürrheimer Mineralbrunnen, Hotels, der Narrenschopf und andere touristische Einrichtungen, die ebenfalls dem Thema Nachhaltigkeit besonderes Augenmerk schenken und sich entsprechend prüfen lassen wollen.

Im Falle Bad Dürrheims ist die Testphase erfolgreich abgeschlossen. So besichtigte eine Prüfungskommission bereits im April die Kurstadt und schaute wie die Vorgaben an nachhaltiges Arbeiten umgesetzt werden. Minister Bonde kann nun, am 12. September, das entsprechende Siegel verleihen. Das berechtigt auch zum Gebrauch eines Logos auf Druckwerken, mit dem Bad Dürrheim künftig auf sein nachhaltiges Wirtschaften aufmerksam machen möchte. Wie Groschupp aus Marktforschungen weiß, schätze der Übernachtungsgast das nachhaltige Engagement von Tourismusdestinationen.

Alle drei Jahre wird erneut geprüft, ob die Anforderungen in Sachen Nachhaltigkeit eingehalten werden und ob das Zertifikat beibehalten werden darf, erklärt Groschupp.

Mittlerweile interessieren sich weitere Kommunen für das Nachhaltigkeits-Siegel und wollen sich am Check beteiligen. Bad Dürrheim habe als Modellgemeinde Vorarbeit geleistet für andere Kurstädte, ist sich Groschupp sicher.

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