Das traditionelle und bei den Passanten beliebte Weihnachtsliederblasen in der Innenstadt fand aufgrund der Corona-Situation zum letzten Mal am 24. Dezember 2019 statt. Im vergangenen Jahr durften sich die Musiker dazu nicht mehr treffen.Foto: Kaletta Foto: Schwarzwälder Bote

Blasorchester: Viele gewohnte Aktivitäten mussten ausfallen / Wechsel am Dirigentenpult

Von Ursula Kaletta

Wie zahlreiche Vereine schaut auch das Blasorchester mit seinen circa 40 Mitgliedern auf ein ungewöhnliches Jahr zurück. Mit vielen seiner gewohnten Aktivitäten wurde es ausgebremst.

Bad Dürrheim. Vereinsvorsitzender Markus Heinemann zieht Bilanz. Die heimische Fastnacht im Jahr 2020 konnte das Blasorchester noch mitgestalten. Es wirkte mit beim Umzug durch die Stadt und konnte die Mitglieder zu einem fröhlichen Kappenabend einladen.

Froh waren die Musiker, mit Armin Dangel einen neuen Dirigenten gefunden zu haben, mit dem sie nur drei Proben durchführen konnten. Dann folgten die Absagen: Im April stand fest, dass die "SommerSinnfonie" voraussichtlich auf ein Jahr verschoben werden musste, und auch die Proben mussten eingestellt werden. Diese Zeit nutzte Markus Heinemann, um das Notenarchiv wieder auf Vordermann zu bringen. "Es war gut, dafür die Zeit zu haben, denn es war wichtig", blickt er zurück.

Ende Juni durfte wieder geprobt werden, dazu stellte die katholische Pfarrgemeinde den Pfarrsaal zur Verfügung, im dem der benötigte Abstand zwischen den Musikern eingehalten werden konnte. Allerdings wurde ohne Dirigenten geprobt, denn Dangel stand dem Orchester nicht mehr zur Verfügung. Es waren wohl private Gründe, vermutet der Vorsitzende.

Mit den Treffen bei den Proben konnte auch die Kameradschaft wieder gepflegt werden. Im August übernahmen Vereinsmitglieder die Bewirtung bei der Veranstaltungsreihe "Kurgärtle" im Kurpark. Als einen Höhepunkt im Corona-Jahr 2020 bezeichnet Heinemann das Kurkonzert im September im Kurhaus, auch noch ohne Orchesterleiter. Eine tolle Sache, Musiker und Zuhörer waren begeistert, erinnert er sich.

Ein Grund zur Freude

Noch einen Grund gab es zur Freude, nämlich mit Miriam Raspe eine neue Dirigentin gefunden zu haben. Nach dreimaligem Proben sei man sich einig gewesen, dass hier die Chemie stimmte, worüber alle sehr froh waren. Der Unterricht für die Zöglinge verlief digital, dank auch der engagierten Ausbilder. Der Vereinschef hält dies jedoch nur für eine Notlösung. Im Oktober konnte das Jugendorchester drei Mal proben, denn schon einen Monat später mussten die Treffen eingestellt werden.

Eine weitere Aktivität war die Nikolausaktion am 6. Dezember. Per Internet konnten die Mitglieder rechtzeitig für sich und ihre Familien Nikolaustüten bestellen. Süßigkeiten wurden eingekauft, Musikerfrauen backten Weihnachtsbrödle und kochten Marmelade.

Die Tüten wurden gefüllt und von einzelnen Personen zu den Familien gebracht, wobei auch der Vorsitzende mit Mund-Nasenschutz, aber auch mit einer Nikolausmütze dabei war. Durch die Aktion konnte die Zusammengehörigkeit der Mitglieder wieder gestärkt werden, ließ er wissen. Ausfallen musste dann aber am 24. Dezember 2020 das traditionelle Weihnachtsliederblasen, bei dem die Musiker mehrere Stunden durch die Stadt ziehen, um an verschiedenen Stationen die Passanten zu erfreuen. Wie geht es nun weiter? Heinemann und alle anderen Musiker hoffen, dass im März oder erst im April wieder Proben stattfinden dürfen. Und danach auch die Möglichkeit zu Auftritten gegeben ist, auch gerne im Freien.

Abschließend bemerkt Markus Heinemann: "Musik ist unser Hobby. Es ist zwar schade, dass wir es nicht, wie gewohnt, ausüben können, aber es ist keine Tragik im Vergleich wie zum Beispiel für die Gastronomen, die Einzelhändler oder für die Reisebranche."

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