Sabine Armborst (von links, Geschäftsstelle MGH), Wolfgang Götz (Vorstandsmitglied), Angelika Strittmatter (Vorstandsmitglied) und Uwe Hüls (SGL Soziales) präsentieren ihr Maskenprojekt. Fotos: Generationentreff Lebenswert Foto: Schwarzwälder Bote

Corona: 40 Näherinnen folgen dem Aufruf von Stadt und Mehrgenerationenhaus / Große Bereitschaft

Manchmal nimmt die Hilfsbereitschaft eben auch mit Nadel und Faden Gestalt an.

Bad Dürrheim. Der gemeinsame Aufruf vom Generationentreff Lebenswert und der Stadtverwaltung, im Hinblick auf die nach wie vor grassierende Corona-Pandemie behelfsmäßige Schutzmasken zu nähen, stieß auf große Resonanz bei den Bad Dürrheimern. "Wir freuen uns sehr, dass sich bis heute über 40 Bürgerinnen aus Bad Dürrheim und dem Umland bereit erklärt haben, Masken zu nähen und sich damit ehrenamtlich für ihre Mitmenschen zu engagieren", so Vorstandsmitglied des Generationentreffs Wolfgang Götz. Er rechne mit einer weiter steigenden Personenzahl, die ihre Hilfe anbieten.

Kooperation erweist sich als erfolgreich

Bei dem Gemeinschaftsprojekt des Generationentreffs Lebenswert und der Stadtverwaltung sind die Aufgaben verteilt: Uwe Hüls, Sachgebietsleiter Soziales und Inte­gration, ist für die Beschaffung der Maskenstoffe und anderer Bestandteile zuständig. Er sorgt für die Verteilung des Materials und das Einsammeln der fertigen Masken sowie die Ausgabe. Die Materialbeschaffung erweise sich als sehr schwierig, da der Markt für Baumwollstoffe leergekauft sei. Die Stadtverwaltung sei jedoch bemüht, das Material zügig auszuliefern, so Hüls.

Die Kooperationspartner Mehrgenerationenhaus und Stadtverwaltung haben große Erfahrung in der Zusammenarbeit, die sich in der Vergangenheit als sehr erfolgreich erwiesen habe. Sie legten fest, dass die fertigen Masken bevorzugt denen zugute kommen sollen, die eine Hauptlast in dieser Krise tragen: Die Menschen, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen und die vielen ehrenamtlichen Helfer, die täglich für ihre Mitmenschen im Einsatz sind. Die Verteilung an den genannten Personenkreis regelt Uwe Hüls, erreichbar unter Telefon 07726/3 89 93 98.

Nachfrage werde noch zunehmen

Das Mehrgenerationenhaus Lebenswert akquiriert neue Näherinnen und koordiniert die Maskenherstellung. Sie erteilt auch fachliche Hilfestellung bei der Maskenfertigung. Die Anleitungen dazu stehen auf der Internetseite www.generationentreff-lebenswert.de. Die ehrenamtlichen Näherinnen ohne Internet sollten sich bei der Geschäftsstelle telefonisch melden und erhalten die Schnittmuster und Anleitungen per Post zugesandt.

Sowohl die Stadtverwaltung, als auch das Mehrgenerationenhaus, rechnen damit, dass die Nachfrage nach Behelfsmasken in Zukunft noch zunehmen wird. Deshalb sei das ehrenamtliche Engagement der Menschen nach wie vor gefragt.

Angelika Strittmatter, Vorstandsmitglied des Mehrgenerationenhauses und gleichzeitig Gemeinderätin in Bad Dürrheim, dankt allen Näherinnen für ihr großes ehrenamtliches Engagement. Das beweise auf eindrucksvolle Art, dass der nun allseits propagierte Slogan "Wir halten zusammen" einen großen Widerhall in der Bevölkerung finde. Das Gemeinschaftsgefühl, das in guten Zeiten der Vereinzelung gewichen sei, werde in dieser Krisensituation wieder deutlich zum Leben erweckt. "Unser Mehrgenerationenhaus wird von etwa 80 Ehrenamtlichen getragen und ist ohne dieses freiwillige, unentgeltliche bürgerschaftliche Engagement nicht überlebensfähig. Das gilt auch für die 540 weiteren Mehrgenerationenhäuser in Deutschland. Unser Projekt ›Maskennähen‹ ist für uns ein weiterer Beweis dafür, dass ehrenamtliche Tätigkeit nicht von Geldleistungen abhängig ist. Auch wenn einige Wenige das anders sehen. Es kommt aus dem Bedürfnis, Hilfe für Andere zu leisten", so Angelika Strittmatter.

Das zeige auch das Engagement der zahlreichen Ehrenämtler in Deutschland, die nicht zuerst danach fragen, wie hoch das Entgelt für diese Dienstleistung ist, sondern einfach handeln. Die Geschäftsstelle des Mehrgenerationenhauses freut sich über weitere Anmeldungen. Sie ist Ansprechpartner für Rückfragen. Interessenten können sich telefonisch von Montag bis Freitag, von 8 bis 12 Uhr, unter Telefon 07726/3 89 03 37 oder per E-Mail an info@generationentreff-lebenswert.de melden.

Weitere Informationen: www.generationentreff-lebenswert.de

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