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Bad Dürrheim Mafia-Experte will Bürgermeister werden

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Wolfgang Rahm, hier bei einer Pressekonferenz zu einer mafiösen Drogenbande im Schwarzwald-Baar-Kreis, will Bürgermeister in Bad Dürrheim werden. Foto: Marc Eich

Bad Dürrheim - Wolfgang Rahm ist ausgewiesener Mafiaexperte beim Landeskriminalamt und will nun Bürgermeister in Bad Dürrheim werden. "Ich habe in dem Bereich vieles erreicht, jetzt suche ich eine neue Herausforderung", erklärt er seine Motivation zur Kandidatur.

Der 54-jährige Polizeibeamte lebt mit seiner Familie in Dietingen bei Rottweil und hat eigenen Angaben zufolge schon seit langem mit einer Kandidatur als Bürgermeister geliebäugelt, weil er dieses Amt interessant findet. Bad Dürrheim hätte die richtige Größe, so sieht er seine Chance gekommen.

Netzwerk zwischen Italien und Deutschland aufgebaut

Als er 1999 seinen Studienabschluss als Diplom-Verwaltungsfachwirt an der Polizeihochschule Villingen-Schwenningen in der Tasche hatte, rückte für ihn die Organisierte Kriminalität ins berufliche Visier. Er baute ein Netzwerk zwischen den italienischen Polizisten verschiedenster Abteilungen sowie ihren deutschen Kollegen auf und stellte sich dem Kampf gegen die kriminellen Strukturen. Die Einsätze seien immer mit einem hohen Verwaltungsaufkommen verbunden gewesen, erzählt er, beispielsweise waren Pläne zu erstellen, und wiederholt standen Reisen nach Italien, vor allem Palermo, zu den Kollegen an. Natürlich musste dies alles durch die Politik finanziert werden, auch hier war er tätig, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Sich selbst beschreibt er als lösungsorientiert. Probleme müssen analysiert, Lösungen gemeinsam erarbeitet und am Schluss mutig umgesetzt werden. Seine Arbeit bestand in vielen Punkten zudem darin, Entscheidungsträger für das Thema Organisierte Kriminalität zu sensibilisieren. Er war als Vermittler unterwegs, um in Deutschland zu verdeutlichen, was bei diesem Kampf in Italien möglich ist und umgekehrt in Italien zu erklären, wie in Deutschland das Problem gesehen wird. Wolfgang Rahm stellt klar: Mafiajagd ist mehr als ein Sonderkommando, das mit Kapuzen auf Verbrecherjagd geht und die Personen verhaftet.

In den vergangenen Jahren hat er ein großes Netzwerk zwischen Deutschland und Italien aufgebaut. Er war als Referent in Unis in Deutschland, Großbritannien und Italien eingeladen, war Berater in leitender Funktion und einiges mehr. Jetzt stehe dieses Netzwerk, es gebe ein funktionierendes Team und das soll dieses Netzwerk jetzt nutzen. "Ich habe meine Ziele erreicht", schließt er.

Zu dem neuen Ziel sagt er: "Ich bin total neugierig auf die Gespräch und werde unterwegs sein, um herauszufinden was die Menschen drückt." Bad Dürrheim ist für ihn ein attraktiver Wirtschaftsstandort aufgrund seiner Lage in Autobahnnähe. Aber er sieht auch andere Themen wie bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, auf die Bedürfnisse junger Familien einzugehen sowie die Kurstadt attraktiv zu halten. Nach und nach will er sich im Wahlkampf das Wissen um die Stadt erarbeiten und ein Programm zusammenstellen.

In den kommenden fünf Wochen ist er von seinem Dienst freigestellt, er wird sich komplett auf den Wahlkampf konzentrieren. Fertige Konzepte für dies oder jenes Problem habe er keine in der Schublade, zunächst will er sich in Bad Dürrheim kundig machen. Seine Ansprechpartner sieht er zunächst in den Ortsvorstehern und Vereinsvertretern. Nach und nach will er sich im Wahlkampf nun das Wissen um Bad Dürrheim erarbeiten und ein Programm zusammenstellen.

Seine Ehefrau Simone – sie arbeitet in einer regionalen Spedition in der Verwaltung – steht bei diesem Vorhaben hinter ihm, genauso wie seine drei Kinder im Alter von elf, 15 und 24 Jahren. Noch nicht ganz geklärt ist schlussendlich die Frage des Wohnorts. Auf jeden Fall will er mit einem Zweitwohnsitz in Bad Dürrheim sesshaft werden, denn seiner Überzeugung nach muss ein Bürgermeister auch abends und an den Wochenenden Präsenz zeigen. Das will er beispielsweise in den kommende Fasnachtstagen.

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