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Bad-Dürrheim Krisenmodus – zweimal anders

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Ein proppenvoller Supermarktparkplatz in Corona-Zeiten, vor allem am Gründonnerstag pulsierte hier das Leben.Fotos: Spitz Foto: Schwarzwälder Bote

Bekannte fallen sich in die Arme oder schütteln sich herzlich die Hand, distanzlos gehen Leute rein und raus, der Parkplatz ist rappelvoll. Wenige Meter daneben, ebenfalls im Bad Dürrheimer Gewerbegebiet, sind die Stellplätze wie leergefegt. Zwei Gegensätze, wie sie krasser nicht sein könnten – und beide mittendrin in der Corona-Krise.

Bad Dürrheim. Vor allem am Gründonnerstag ist der Andrang riesig. Wer bis dahin nicht ohnehin schon gehamstert hatte, will das, so schien es, zumindest für die bevorstehenden Feiertage nachholen.

Den Trubel, der im hinteren Bereich des in der Region beliebten Einkaufsgebietes herrscht, hätte man an den Eingängen zu diesem nicht für möglich gehalten. Menschenleere Parkplätze, an vielen Schiebetüren Zettel mit Hinweisen für die Post- und Paketboten, wo stattdessen die Sendungen abzuliefern sind, oder Hinweise auf die Möglichkeit, online einkaufen zu gehen. Modemarkt, Schuh-Center, Autowerkstatt, Sportgeschäft oder Elektronikfachmarkt – sie alle bieten dieser Tage ein ähnlich trostloses Bild. Geschlossen wegen des Coronavirus.

Wer seinen Weg mitten hinein ins Einkaufsparadies jedoch fortsetzt, wird dort überrascht. Das Gartencenter ist geöffnet. Orchideen, Frühlingsblumen, Tierbedarf, ja, sogar Geschenkartikel können die Kunden hier erstehen. Ein Mittfünfziger, der gerade ein paar Gräser und Kräuter für sein Gartenprojekt vom Einkaufswagen in seinen Kofferraum lädt, quittiert andere dennoch kopfschüttelnd: "Schauen Sie mal – die machen ja den reinsten Familienausflug hierher!" In der Tat: zwei Kinder hüpfen vergnügt über den Parkplatz auf den Eingang zu, die Eltern kommen lachend händchenhaltend hinterher. "Ich geh’ zu den Kaninchen", hört man sich das Mädel noch verabschieden. Abgesehen von Ausreißern wie diesen geht es drinnen ruhig zu. Persönliche Beratung gibt es nicht und nur wenig Verkaufspersonal verteilt sich auf die Fläche, aber das ist auch der einzige Manko, den die Kundschaft spürt – neben der Abtrennung an den Kassen, die eine Tröpfcheninfektion verhindern soll. "Wie lange wir noch aufhaben? Ich weiß es nicht. Ich glaube, solange die Regierung nicht sagt, dass Gartencenter zumachen müssen, passiert da nichts", sagt ein Mitarbeiter im Gespräch und verweist auf die vielen Regeln und Hinweistafeln, die aufgestellt wurden und Kunden zum sorgsamen Umgang mit diesem bisschen Freiheit anhalten sollen.

In der Luftlinie genau am anderen Ende des Gewerbegebiets gegenüber aber wird die Freiheit ausgekostet. Der Parkplatz des Supermarktriesen ist komplett gefüllt. Bei angenehmen Temperaturen kommt fast schon ein wenig Volksfeststimmung auf, wenn sich alte Bekannte auf dem Parkplatz in die Arme fallen oder der Kunde nach dem Einkauf am Kiosk noch schnell eine Wurst auf die Hand genehmigt. Träte nicht vereinzelt doch jemand mit Mundschutz aus der Ladentüre heraus und lägen auf dem Parkplatz nicht in loser Folge achtlos abgestreifte Einmalhandschuhe verteilt, man könnte es für einen Eindruck aus Vor-Corona-Zeiten halten.

Weil’s aber mittendrin in der Krise ist, erregt das pulsierende Leben auf dem Supermarktparkplatz so manchen Unmut. Eine ältere Dame macht auf dem Absatz kehrt, als sie der großen Anzahl an Kunden im Geschäft gewahr wird. "Da ist mir zuviel los", erklärt sie kurz, ohne ihren Namen nennen zu wollen, und ward verschwunden. Ein anderer Herr aber, der diese Ansicht teilt, will Fakten schaffen und greift zum Telefon, um sich beim Bad Dürrheimer Ordnungsamt zu beschweren. "Überall wird versucht, einzuschränken, was geht, und hier tobt die Party!", meint er.

Angesichts eines Altersdurchschnitts von 63 Jahren in der Statistik der Kurstadt müsse man hier doch sicherlich doppelt vorsichtig sein. Doch das Ordnungsamt habe abgewiegelt – "die sagen, das muss jeder selbst wissen", schildert der Leser aufgebracht am Telefon und hat schon bange Vorahnungen: "Das, was da passiert, sehen Sie in zehn Tagen an der Corona-Statistik!"

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