Eine fehlenden Lärmschutzwand im Bereich der stationären Blitzanlage bewirkt, dass der Verkehrslärm von der B 27 in einige Wohngebiete von Bad Dürrheim dringt. Foto: Georg Kaletta Foto: Schwarzwälder-Bote

500 Euro pro Meter für den Wall entlang der Bundesstraße / Geschwindigkeit reduzieren

Von Georg Kaletta

Bad Dürrheim. Noch vor der Sommerpause möchte Bürgermeister Walter Klumpp den Gemeinderat über die vom Technischen Ausschuss empfohlenen Lärmschutzmaßnahmen und Geschwindigkeitsreduzierungen auf der Bundesstraße und dem Autobahnzubringer abstimmen lassen.

Dies ist das Ergebnis einer einstündigen Begehung entlang der autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraße 27/33 sowie der sich anschließenden Aussprache im Sitzungssaal. Angeführt vom Lärmexperten Roozbeh Karimi und Umweltberater Gerhard Bronner wurden entlang des unterschiedlich hohen Lärmschutzwalls Bereiche angesteuert, die teils direkt neben der Bundestraße verlaufen oder sich in dahinter liegenden Wohngebieten befinden.

Begehungsstationen mit unterschiedlicher Lärmintensität waren die Riedstraße, Verlängerung der Ludwigstraße, Standort des Blitzers an der B 27 sowie der Friedhofsweg. Dass die Ampelkreuzung der B 27/33 einen neuralgischen Punkt darstellt, belegte Karimi mit den Ergebnissen von Messungen, die bei den Lärmaktionsplanungen vorgenommen wurden.

Als geballte Lärmquelle, deren Schallwellen bis in den Altweg und die Ziegeleistraße vordringen, wurde das Umfeld vom stationären Blitzer ausgemacht, da dort der Lärmschutzwall unterbrochen ist. Umweltberater Gerhard Bronner hielt Schallschutzmaßnahmen an der Einfahrt der Scheffelstraße für überlegenswert, da man dort einen großen Personenkreis um etwa fünf Dezibel entlasten könnte.

Wenn die Stadt den bestehenden Lärmschutzwall um drei Meter erhöhen würde, wäre eine Lärmverringerung von etwa einem bis allerhöchstens drei Dezibel zu erwarten. Bei der Umsetzung der Baumaßnahme müssten allerdings die auf dem Wall bestehende Bepflanzung platt gemacht werden. Die Kosten würden pro laufenden Meter 500 Euro betragen, fasste Karimi zusammen. Mit dem von ihm gemachten Vorschlag, die Geschwindigkeit auf der B 27 ab der Höhe Riedstraße von 100 auf 80 absenken zu lassen, konnten sich die Ausschussmitglieder genauso anfreunden, wie mit der Errichtung einer Lärmschutzwand im Bereich der Blitzanlage. Letzteres auch im Hinblick auf mögliche Bauflächen zwischen der Bundestraße und der Riedstraße.

Ein weiterer Diskussionpunkt war der Autobahnzubringer A 864. Die Stadt kann keine Maßnahmen zur Lärmverringerung in die Wege leiten. Aus diesem Grund verständigte sich der Ausschuss darauf, die Verringerung der Geschwindigkeit auf 100 Stundenkilometer und die Verlängerung der Lärmschutzwand zu beantragen. Davon würden die Bewohner einiger Bereiche von Sunthausen und Biesingen profitieren, die laut Peter Hug Knallgeräusche ertragen müssen, wenn die Fahrzeuge die zu kurz geratene Lärmschutzwand passiert haben.

Nicht anfreunden konnte sich das Gremium mit dem Vorschlag, ab der Hirschhalde bis zur Südeinfahrt Tempo 70 einzuführen. Vom Umweltberater Bronner wurde angeregt, sich mit dem Thema erneut zu befassen, wenn es eines Tages eine Änderung des Sportpark-Bebauungsplans geben sollte. Vorgreifen wollte man auch nicht der Entscheidung der Ortschaftsräte von Ober- und Unterbaldingen. Dass die Lärmaktionsplanung durchführende Büro Möhler und Partner hatte die Reduzierung der Geschwindigkeit in der Ortsdurchfahrt auf 30 Kilometer vorgeschlagen, womit eine Lärmverringerung von bis zu drei Dezibel erreicht werden könnte.