Informationen der Bevölkerung sammelte Bürgermeisterkandidat Jonathan Berggötz bei einer Gesprächsrunde. Foto: Georg Kaletta Foto: Schwarzwälder Bote

Bürgermeisterwahl: Kandidat kommt mit Einwohnern ins Gespräch / Themen von Verkehr bis zu Irma-Areal

Ganz offiziell will der Bürgermeisterkandidat Jonathan Berggötz ab dem 13. Februar in den Wahlkampf einsteigen, zu dem er seinen Jahresurlaub nutzen möchte. Schon am nächsten Sonntag werden die Bad Dürrheimer Haushalte seinen Flyer in den Briefkästen vorfinden.

Bad Dürrheim. Kontakte zur Bevölkerung nahm der Bewerber um den Rathaussessel am vergangenen Wochenende auf dem Wochenmarkt (wir berichteten) und tags darauf beim ersten Bürgergespräch auf, dem weitere in der Kernstadt sowie den Stadtteilen folgen sollen. Nach seiner persönlichen Vorstellung erwies sich der 33-Jährige als guter Zuhörer, der dem Informationswert für sein auszuarbeitendes erstellendes Wahlprogramm hohe Bedeutung zuschrieb.

Mehrfach wurde von den Zuhörern die Friedrichstraße ins Gespräch gebracht. Davon ableitend meinte eine 2007 nach Bad Dürrheim gezogene Bürgerin, dass die Stadt früher mehr Charme gehabt hat. Die Straße werde mittlerweile vom Durchgangsverkehr erdrückt. Die Stadtgärtnerei mache viel, um mit Blumenrabatten der Straße zu einem Antlitz zu verhelfen, doch vor lauter Blechkarossen komme das nicht richtig zur Wirkung. Eine in der Friedrichstraße wohnhafte Bürgerin berichtete, dass sie zu bestimmten Uhrzeiten die Fenster nicht öffnen kann, da die Abgaskonzentration dann sehr hoch sei. Andere Stimmen hielten es für einen Fehler, wenn die Straße für den Verkehr komplett gesperrt würde, da damit auch der Einzelhandel sterben würde. Im Sinne des ­Handels könne man nicht wollen, dass dieser Umsatzeinbrüche erleide, meinte Berggötz. Laut Ausführungen einer Einwohnerin gebe es in der Stadt das Problem mit Gruppen, die den Stillstand wollen. Die Stadtentwicklung werde somit durch kleine ­Personenkreise blockiert, was sie erzürne.

Ein Mann stellte in Frage, ob die Entscheidung zum Neubau des Minara richtig war, da man im Sommer wohl kaum ein Hallenbad besucht, auch wenn sich Seitenwände öffnen lassen. Aufgeworfen wurde von dem Sprecher auch die Frage, ob sich die Stadt trotz erheblicher finanzieller Defizite das Kurhaus leisten muss, zumal es genügend gastronomische Betriebe in der Stadt gebe.

Die Ereignisse im Zusammenhang mit der Neubebauung des Irma-Areals und des gegenwärtigen Stillstands wurden von einigen Veranstaltungsbesuchern ebenso vorgebracht, wie der Erhalt der Natur. Nicht allein auf dieses Thema eingehend vertrat der Bürgermeisterkandidat die Meinung, dass gewisse Prozesse nicht zu lange andauern sollten, man jedoch auch Mehrheitsentscheidungen akzeptieren sollte.

Neben manch kritischen Anmerkungen hatte die Wortmeldung einer jungen Frau etwas Erfrischendes an sich, die Bad Dürrheim als wunderschöne Stadt mit hohem Wohnwert, Freizeitangebot und Infrastruktur beschrieb. Aus dem Bürgergespräch nahm Jonathan Berggötz seinen Worten nach mit, dass er sich Hintergrundinformationen zu den vorgebrachte Themenfeldern beschaffen möchte. Er möchte Gespräche mit der Interessengemeinschaft Pro Bad Dürrheim, dem Investor für die Bebauung des Irma-Areals, Casim Ucucu, und dem Architekturbüro Rebholz sowie dem Geschäftsführer der Kur- und Bäder GmbH, Markus Spettel, führen.

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