Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Bad-Dürrheim "Ich fühle mich hier pudelwohl"

Von
Einen Lieblingsplatz hat er uns nicht verraten – im Rathaus aber verbringe er die meiste Zeit. Am 8. Oktober ist Jonathan Berggötz ganze 100 Tage im Amt als Bürgermeister. Fotos: Kienzler Foto: Schwarzwälder Bote

100 Tage im Amt – diesen Meilenstein hat Jonathan Berggötz als Bürgermeister der Kurstadt am 8. Oktober geschafft. Wie er über diese 100 Tage denkt und sich die Zukunft ausmalt, das erzählt er im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten.

Welche Arbeitsschwerpunkte haben Sie als Bürgermeister für sich in den vergangenen 100 Tagen für die Zukunft festgelegt und warum?

In den ersten 100 Tagen galt es für mich einen tieferen, gründlicheren Einblick in die verschiedensten Aufgabenbereiche und die aktuelle Situation zu bekommen. An jedem Tag erlebe ich etwas Besonderes, lerne ich Neues über unsere Stadt. Kein Arbeitstag gleicht dem anderen. Ich fühle mich in dieser Stadt genau richtig. Es wäre vermessen, einzelne Arbeitsschwerpunkte herauszuheben, weil es viele Aufgaben gibt, die zum Wohle der Stadt angegangen werden müssen. Ich orientiere mich allerdings an den fünf Säulen, die ich zu Beginn meiner Arbeit erwähnt habe. Sie sind mir besonders wichtig, erstens: Wohnraum für unterschiedliche Lebenslagen mit attraktiver Infrastruktur; zweitens: ein vielfältiges und gutes Bildungsangebot; drittens: Gewerbe und ein starkes Tourismusangebot; viertens: "Gesundheitsstadt Bad Dürrheim"; fünftens: ehrenamtliches Engagement.

Mit welcher Strategie wollen Sie die Teilorte und die Kernstadt noch mehr zu einer Einheit machen?

In meiner Antrittsrede habe ich gleichnishaft beschrieben, dass wir alle in einem Haus, bestehend aus sieben Appartements leben, welche die Kernstadt und die Ortsteile darstellen. Jeder Teilort hat seine Schönheit und seine Eigenheit, auf die er stolz sein kann. Gemeinsam sind wir aber Bad Dürrheim. Gerade bei den unterschiedlichsten Festen erlebe ich Bad Dürrheimer aus allen Ecken, die gemeinsam feiern und sich treffen. Vor allem unsere Vereine leisten einen großen Beitrag des Miteinanders – auch über die Ortsteile hinaus. Dies lebe ich und das kann man bei mir erleben. Manchmal hat man den Eindruck es geht den Kommunen bezüglich der Industriegebiete darum, zu wachsen um jeden Preis. Muss dies auch für Bad Dürrheim sein? Mir und sicherlich auch dem Gemeinderat geht es nicht darum, nur zu wachsen. Das Wachsen muss im verträglichen Maße geschehen und die Angebote müssen passen.

Zu den Wohngebieten: Der Ruf nach Wohngebieten ist groß. Welche Chancen sehen Sie für Ortskernbelebung in den Teilorten und Nachverdichtung?

Ich freue mich, dass Bad Dürrheim so attraktiv ist und nach mehr Wohnraum gefragt wird. Gleichzeitig können wir nicht überall wachsen. Diesbezüglich sind wir als Verwaltung in guten Gesprächen mit den Ortsvorstehern. Klar ist, dass grundsätzlich Innenentwicklung vor Außenentwicklung gelten muss. Wir werden bis Ende des Jahres erste Vorschläge in den Gemeinderat bringen.

Welche Chancen sehen Sie für Bad Dürrheim auf dem Tourismus- und Kursektor?

Wir sind eine starke Nummer in diesem Bereich, was auch die gute Arbeit von Geschäftsführer Markus Spettel und dem gesamten Team der Kur- und Bäder GmbH widerspiegelt. Mit über 100 Millionen Euro Wertschöpfung in Bad Dürrheim ist der Tourismus- und Kursektor eine wichtige Säule. Dass wir zu den sechs übernachtungsstärksten Städten im gesamten Schwarzwald, inklusive Karlsruhe und Baden-Baden, gehören, ist beeindruckend. Wichtig wird sein, die Angebote weiter zu entwickeln und die Aufenthaltsqualität zu steigern. Genau hierfür wird der Bürgerbeteiligungsprozess "Perspektiven im Herzen von Bad Dürrheim" eine enorm wichtige Rolle spielen.

Wo stecken die Risiken der Zukunft?

Risiken sind schwer vorherzusagen. Ich bin mir jedoch sicher, dass wir durch vielseitige Kompetenzen auf unvorhersehbare Risiken zügig reagieren und ihnen begegnen können. Wir haben gute Leute in der Verwaltung. Im Gemeinderat und den anderen Gremien ist mit den unterschiedlichsten klugen Köpfen ein ganz breites Wissen und Können vereint – der bisherige konstruktiv-kritische Umgang gefällt mir gut. Dazu kommt eine aktive, engagierte und freundliche Bürgerschaft, mit der sich unsere Stadt weiterhin gut entwickeln wird.

Wie sehen Sie die finanzielle Zukunft Bad Dürrheims?

Wir haben in diesen Tagen von unserem Kämmerer Thomas Berninger gehört, dass der Nachtragshaushalt 2019 besser abschließt, als ursprünglich geplant. Dies liegt allerdings vor allem daran, dass Investitionen aufgrund verschiedener Gründe auf das nächste Haushaltsjahr geschoben werden mussten. Am 17. Oktober wird der Haushalt für das Jahr 2020 eingebracht. In meiner Haushaltsrede werde ich auf die aktuelle Situation eingehen. Klar ist, wir haben nur ein begrenztes Budget und die jährlich zunehmenden Steuereinnahmen der letzten Jahre werden zurückgehen. Dennoch gilt es, unsere Infrastruktur zu erhalten und zu investieren und auch entsprechende Stellen in der Verwaltung zu schaffen, damit diese den ständig wachsenden Aufgaben nachkommen kann.

Wie möchten Sie schneller mit den Bürgern kommunizieren?

Ich sehe es nicht als notwendig an, schneller zu kommunizieren. Wichtiger ist, wie wir mit den Bürgern kommunizieren. Die Mitarbeiter in der Stadtverwaltung sind jederzeit erreichbar. Auch ich biete Bürgersprechstunden an, bin bei Veranstaltungen ansprechbar, per E-Mail zu erreichen und habe noch nie jemanden abgewiesen, wenn er mich auf der Straße angesprochen hat. Wichtig ist der offene und ehrliche, aber auch respektvolle Dialog miteinander. Diesen pflege ich und mein gesamtes Team.

Gibt es Plätze in Bad Dürrheim, die Sie für sich wieder oder neu entdeckt haben?

Ich lerne unsere schönen und vielfältigen Stadtteile noch viel besser kennen. Ich fühle mich in der ganzen Stadt pudelwohl. Am meisten Zeit verbringe ich allerdings im Rathaus.

Vielen Dank, Herr Berggötz, für das interessante Gespräch.

  Die Fragen stellte Wilfried Strohmeier

Fotostrecke
Artikel bewerten
4
loading

Ihre Redaktion vor Ort Villingen

Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

Flirts & Singles

 
 

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.