Demenz: Generationentreff Lebenswert lädt zum Vortrag ein / Aktuell 1,7 Millionen Betroffene in Deutschland

Das hochaktuelle Thema Demenz war für das Mehrgenerationenhaus Generationentreff Lebenswert, Bad Dürrheim, Anlass, zum Vortrag unter dem Titel "Was machen Opas Schuhe im Kühlschrank?" einzuladen.

Bad Dürrheim. Welchen Stellenwert das Thema hat zeigt sich bei der Besucherzahl: Bis auf den letzten Stuhl besetzt war der Weinbrennersaal im Haus des Gastes. Der Referent, Eckhard Britsch, Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie & Palliativmedizin, berichtete aus seinem reichen Erfahrungsschatz und gab Tipps für Angehörige.

Als Demenz bezeichnet man einen andauernden oder fortschreitenden Zustand, bei dem die Fähigkeiten des Gedächtnisses, des Denkens und/oder anderer Leistungsbereiche des Gehirns beeinträchtigt sind, erläuterte Britsch. Oft komme es auch zu Veränderungen des zwischenmenschlichen Verhaltens und des Antriebs. Eine Kommunikation sei zunächst beeinträchtigt und dann schrittweise nicht mehr möglich. Der Kranke lebe in seiner eigenen Welt. Angehörige sollten das respektieren.

Das Krankheitsbild sei nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Angehörigen eine hohe Belastung. Trotzdem werden über die Hälfte der Erkrankten zu Hause gepflegt, so Britsch. Bei Demenz handele es sich zwar um die häufigste Erkrankung der Hochaltrigen, es seien aber auch Jüngere betroffen, erfuhren die Anwesenden. Die Gefahr erhöhe sich mit steigendem Alter.

Britsch berichtete, dass es derzeit rund 1,7 Millionen Demenzerkrankte in Deutschland gebe. Diese Fallzahl werde sich bis 2050 auf mindestens drei Millionen erhöhen. Alle 100 Sekunden erkranke ein Mensch neu. Es gebe keine Heilungschancen. Man könne jedoch den Verlauf der Krankheit vorübergehend verlangsamen oder stoppen. Den Angehörigen von Demenz-Kranken empfahl der Referent, sich jede mögliche Hilfe zu holen.

Zwei Angebote gibt es im Mehrgenerationenhaus: Um Kraft für die Pflege aufzubringen, ist es wichtig sich mit anderen Angehörigen zu treffen und auszutauschen, erläutern die dortigen Verantwortlichen. Hier bietet das Mehrgenerationenhaus an jedem zweiten Dienstag im Monat, von 17.30 bis 19 Uhr, einen Gesprächskreis. Leiterin ist Silvia Kern, Vorstandsmitglied des Generationentreff und von Beruf Gerontologin und Sozialpädagogin. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich. Silvia Kern ließ wissen, dass das Mehrgenerationenhaus plane, ein lokales Demenzforum ins Leben zu rufen.

Das Café Malta, eine Einrichtung der Malteser im Generationentreff Lebenswert, ist ein regelmäßiger Treffpunkt für Menschen mit Demenz. Diese werden von ehrenamtlichen Helfern betreut, um die pflegenden Angehörigen zu entlasten. Es findet jeden Freitag von 14 bis 17 Uhr statt. Ansprechpartnerin ist Frau Huber, Telefon 0151/68 81 15 34. Auch die Stadtverwaltung hat die Brisanz des Themas erkannt. Deshalb übernahm Bürgermeister Berggötz die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung und sprach ein Grußwort. Er dankte dem Mehrgenerationenhaus für sein Engagement im Rahmen seines Handlungsfeldes "Bewältigung des demografischen Wandels". Er lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und dem Generationentreff. Zum Schluss nutzten die Besucher die Gelegenheit, ihre Fragen an den Referenten zu stellen.

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