Aufmerksame Zuhörer hat Josef Hofmann (links) bei seinem Vortrag über den Umgang mit Flüchtlingen. Foto: Kaletta Foto: Schwarzwälder-Bote

FlüchtlingePastoralreferent Josef Hofmann stellt Situation mit Asylbewerbern aus Glaubenssicht dar

"Die Menschen, die zu uns kommen, dürfen nicht als Feinde betrachtet werden. Wenn wir nicht lernen, unsere Feinde zu lieben, werden wir uns immer bekämpfen", meinte Pastoralreferent Josef Hofmann in seinem Vortrag.

Bad Dürrheim (kal). Der katholische Kurseelsorger regte in seinem Referat an, aus Sicht der Christen über das Verhältnis zu den Flüchtlingen nachzudenken. "Die Bedeutung von Fremdsein im Christentum" lautete der Titel seines Vortrages im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Meine, Deine, Eine Welt". Knapp ein Dutzend Zuhörer hatten sich dazu im Generationentreff Lebenswert eingefunden.

Hofmann begann seinen Vortrag mit einem Blick ins Alte sowie ins Neue Testament und zeigte auf, wie sich Völker als Fremde, als Freunde und als Feinde begegneten. Gastfreundschaft habe schon immer eine große Rolle gespielt, denn sie sei existenziell wichtig. Der Umgang mit Fremden sei nicht einfach, doch die Gesellschaft brauche sie, nur so könne sie sich weiter entwickeln, meinte der Referent.

Es sei etwas Bereicherndes, Menschen kennenzulernen. Die derzeitige Flüchtlingssituation sei eine Chance, bei der sich Christsein bewähre. Kirche und Christen sollten an erster Stelle stehen, um zu helfen. Erfreulich sei es, dass in Gemeinden schon viel für die Flüchtlinge getan werde. Die Landesgrenzen dicht zu machen, würde bedeuten, die europäischen Werte mit Füßen zu treten, so Hofmann. Die Menschen kämen weiterhin, trotz geschlossener Grenzen und Zäune.

Wichtig sei ein gerechtes Miteinander in der Welt, sonst würden die Wanderbewegungen weitergehen. Fremde seien nicht nur die Flüchtlinge, gab der Referent zu bedenken, auch jeder Deutsche, den man nicht kenne, sei ein Fremder. In der sich anschließenden Diskussionsrunde sagte ein Zuhörer, er könne keinen Fremden aufnehmen. Es gehe um die Anerkennung der Frauen, und er habe Angst, dass seiner Frau und seinen beiden Töchtern etwas passieren könnte. Seiner Ansicht nach fehle die Unterstützung der Kirche.

Was die Angst betreffe, so müsse man aufpassen, was realistisch sei, oftmals sei sie völlig unbegründet, wurde von anderen Anwesenden entgegnet. "Es kommen keine Fremden, vor denen wir unsere Frauen verstecken müssen", so war zu hören. Es sei auch nicht so, dass die Kirche nichts tue und nichts sage. In vielen Pfarrgemeinden würden sich Menschen für die Flüchtlinge einsetzen. Einig war sich die Gesprächsrunde, dass es für Flüchtlinge wichtig sei, die deutsche Sprache zu erlernen. Und sich selbst zu öffnen, sei die einzige Chance, sich zu verstehen und miteinander zu leben.

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