Federleicht wie die Vögel in der Natur fliegen, das reizt Wolfgang Schötz an diesem Hobby. Foto: Schwarzwälder Bote

Freizeit: Wolfgang Schötz ist mit dem Segelflieger weltweit unterwegs / Einer der Besten in 2018

Herbert Schötz hat seinem Sohn Wolfgang die Leidenschaft für das Segelfliegen wohl in die Wiege gelegt. Der gebürtige Bad Dürrheimer Wolfgang Schötz ist weltweit einer der erfolgreichsten Segelflieger.

Bad Dürrheim. "Mich begeistert beim Segelflug, dass wir die Naturkräfte, die insbesondere von unserer Sonne angetrieben werden, sehr effizient nutzen und dabei sehr große Strecken im reinen Segelflug zurücklegen können. Sich mitten in der Natur bewegen, gemeinsam mit Adlern oder Geiern kreisen, ist für mich eine ganz besondere, einzigartige Faszination", erklärt Wolfgang Schötz seine Faszination für das Segelfliegen und freut sich über die Platzierung. Mit Platz 13 in der weltweiten Streckensegelflug-Wertung 2017/2018 absolvierte er sein bisher erfolgreichstes Jahr und hat sich damit zu den international erfolgreichsten Streckenflug-Piloten vorgekämpft.

Das Streckenflugportal Onlinecontest wertet die Flugschreiberdaten von hochgeladenen Streckensegelfügen aus aller Welt aus und erstellt daraus Wertungen. Über 15 000 Leistungspiloten haben sich in der Saison 2018 dem internationalen Wettbewerb gestellt, wobei von jedem die jeweils sechs besten Flüge gewertet wurden. Gefolgt von Spitzenpiloten aus Deutschland, England, Frankreich und Luxemburg wurde der diesjährige Sieger und somit Champion 2018 der Amerikaner Dennis Tito. Seine größten Flüge absolvierte er in den argentinischen Anden, in Nevada sowie in Kalifornien. Wolfgang Schötz, der seit seinem 14. Lebensjahr in Donaueschingen bei der Luftsportvereinigung Schwarzwald-Baar fliegt, hat mit sportlich herausragenden Flügen mit bis zu 1200 Kilometer Länge seine bislang beste Leistung innerhalb der weltweiten Konkurrenz erflogen. Er meldete Streckenflüge in Namibia, Spanien, den Alpen sowie in Deutschland. Mit seinem Ranking und über 15 652 Streckenflug-Kilometern festigte er damit seine Position als einer der erfolgreichsten Piloten und Leistungsträger der Luftsportvereinigung.

Seinen sportlichen Höhepunkt hatte er in dieser Saison in den beiden letzten Dezember-Wochen 2017. Innerhalb dieser Zeit konnte er so mehrere Spitzenleistungen und weltweite Tagessiege erzielen: Am 24. Dezember sicherte er sich mit seiner Co-Pilotin Anja Kohlrausch über eine Strecke von 1121,54 Kilometern und 1197 Punkten seinen ersten Tagessieg in der Saison 2017/2018. Seinen punkt­höchsten Flug mit über 1272 Punkten, erreichte Schötz am 29. Dezember zusammen mit Co-Pilot und Vereinskamerad Henry Blum.

Bei einer anspruchsvollen Wetterlage flogen beide mit einem sehr großen Dreiecks-Segelflug über der Wüste Namibias zum weltweiten Tagessieg. Seine längste Strecke flog Schötz am Tag darauf in nur neun Stunden über eine Distanz von 1198 Kilometer. Bei Flughöhen zwischen 200 bis über 5500 Metern über Grund hatte das Team mit sehr wechselnden Bedingungen zu kämpfen – in niedriger Höhe war es sehr heiß und feucht und damit sehr kräftezehrend. In großer Höhe sehr turbulent und kalt. Zudem mussten in der strategischen Streckenführung Gewitterzellen großräumig umflogen werden. Die beiden Piloten erzielten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 137 Stundenkilometern. Höchste Konzentration, Ausdauer und Streckenflug-Erfahrung müssen abgerufen werden, um solche sportlichen Leistungen erreichen zu können.

Gemeinsam mit seinem "Team Donau", bestehend aus Yves Klett, Joachim Hirt, Tobias Breithaupt und Wolfgang Schötz bereitet er sich in der Winterpause auf die Saison 2019 vor. Verschiedene Reparaturen aber auch die Neulackierung des Segelflugzeugs stehen an und müssen durchgeführt werden. Zudem beschäftigen sich die vier damit, wie sie ihre Erfahrungen im Streckensegelflug an ihre jungen Nachwuchspiloten weitergeben können.

Die nächste Saison beginnt für das Team Anfang April im österreichischen Linz, wo sie gemeinsam mit zwei Hochleistungs-Doppelsitzern auf Punktejagd gehen. Für Sommer steht ein Aufenthalt im Segelflugzentrum Fuentemilanos in Spanien zur Diskussion, alternativ denkt Schötz über die Teilnahme am internationalen Segelflugwettbewerb "Coppa Citta di Rieti" in Italien nach. Für das Jahresende plant das Pilotengespann Wolfgang Schötz und Yves Klett wieder einen Aufenthalt im internationalen Streckensegelflug-Zentrum in Afrika.