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Bad-Dürrheim Freimaurer diskutieren über Ethik

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Die Freimaurer organisieren erstmals in Baden-Württemberg einen Zukunftskongress (von links): Mario Moeller-Zirkel (Landesdistriktredner Baden-Württemberg); Ralph Meixner (Distriktmeister); Oliver Barckhan und Hotelier Rüdiger Schrenk. Foto: Strohmeier Foto: Schwarzwälder Bote

70 Mitglieder der Freimaurer trafen sich am Wochenende in Bad Dürrheim im Hotel Waldeck Spa zur Zukunftswerkstatt. Es ging darum, Denkmodelle für eine humane Welt der Zukunft zu erarbeiten. Als Gastredner waren Hochkaräter da, wie Helmut Thoma, ehemals Chef des Senders RTL.

Bad Dürrheim. Die Freimaurer, sagenumwoben, mit Legenden behaftet und geheimnisvoll – mit diesen Attributen räumte der Distriktmeister für Baden-Württemberg, Ralph Meixner, auf: "Das große Geheimnis der Freimaurer ist: Es gibt keines." Offen zeigten sich er und sein Distriktredner für Baden-Württemberg Mario Moeller-Zirkel, die zusammen das Wochenende organisierten.

Seit über 300 Jahren gibt es die Freimaurer, zu den beiden ältesten Logen in Deutschland gehören die in Mannheim und Hamburg, beide zählen 275 Jahre. Sie selbst sehen ihren Einfluss in den vergangenen Jahrhunderten nicht ganz so groß, wie Erzählungen glauben machen wollen. Statt als Initiator der Epoche der Aufklärung ab dem Jahr 1700 sehen sie sich nur als Katalysator. Sie schufen und schaffen auch heute noch Begegnungsstätten, in denen Menschen – egal welchen Standes – zusammenkommen können, um in einem geschützten Raum Gedanken austauschen zu können.

In den Augen der Freimaurer sieht man sich vor einem erneuten Umbruch. Waren es einst die Auswirkungen der Industrialisierung, die eine humane Gegenbewegung hervorrief ist man der Auffassung, dass die Menschheit heute, mit der Industrie 4.0 wieder an einem Wendepunkt angelangt sei. "Die menschliche Gesellschaft braucht vor allem ein globales Ethikkonzept, das metapolitische Brücken über die religiösen und kulturellen Differenzen baut", erklären Meixner und Moeller-Zirkel in einer Pressemitteilung. Jedoch nicht nur in der Wirtschaft gibt es Umbrüche. Ralph Meixner blickt im Gespräch in die Türkei, dort habe Staatschef Erdogan beispielsweise alle Freimaurer aus dem Staatsdienst entlassen.

Was als Ergebnis am Ende des Wochenendes stehen wird? Man sei selbst gespannt, so Meixner. Hier komme jedoch auch die Gesprächskultur der Freimaurer zum Tragen. Man lasse die Meinung eines anderen einfach so stehen und greife einander nicht an oder kommentiere diese. Ziel sei es, mit dem Wochenende einen Stein in das Wasser zu werfen, der Wellen schlage. "In den Logen herrscht Aufbruchstimmung", sagt Meixner.

Grundsätzlich wollen sich die Freimaurer mehr nach außen öffnen und auch jüngere Mitglieder ansprechen. Im Moment liege der Altersdurchschnitt in den Logen bei 45 Jahren. Bei so genannten Gästeabenden können sich interessierte informieren.

In Bad Dürrheim waren nun verschiedene Impulsgeber mit Vorträgen zu Gast. dazu gehörte Klaus-Jürgen Grün, Vizepräsident des Ethikverbands der Deutschen Wirtschaft; Thomas Schwartz, katholischer Wirtschaftethiker und Fernsehmoderator; Helmut Thoma, ehemaliger Geschäftsführer RTL; Marc Schurr, Wissenschaftler und Unternehmer; Vertreter des Start-Ups Your-Company sowie die Bundestagsabgeordneten Thorsten Frei (CDU), Marcel Klinge (FDP) und Bürgermeister Walter Klumpp.

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